Pressemitteilung 2019/090 vom

In vielen ländlichen Regionen Sachsens und Sachsen-Anhalts bestehen Engpässe in der medizinischen und insbesondere hausärztlichen Versorgung. Damit sich zukünftig mehr Medizinstudierende für eine spätere Tätigkeit auf dem Land entscheiden, sollen landärztliche Themen und Praxiserfahrungen im Studium eine größere Rolle spielen. Dazu erarbeitet ein Forscherteam der Universität Leipzig in Kooperation mit Kollegen der Universität Halle-Wittenberg ein neues Lehrkonzept, das in enger Zusammenarbeit mit vier mitteldeutschen Modellregionen umgesetzt werden soll. Das Projekt wird vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) gefördert.

Junge Medizinstudierende der Uni Leipzig

Junge Medizinstudierende der Uni Leipzig Foto: Fotograf Christian Hüller

Gemessen am Versorgungsbedarf in der Bevölkerung entscheiden sich heute zu wenig angehende Mediziner für eine Tätigkeit in ländlichen Regionen. Besonders in der wohnortnahen hausärztlichen Betreuung bestehen bereits heute vielerorts Engpässe. Das Durchschnittsalter der noch aktiven Hausärzte ist hoch, sodass sich dieser Trend ohne geeignete Gegenmaßnahmen verstärken wird. Die Medizinische Fakultät der Universität erprobt seit vielen Jahren Konzepte, um dem Hausarztmangel in ländlichen Regionen entgegenzuwirken. „Erfolgversprechend erscheinen am ehesten einander ergänzende Maßnahmen, welche von Erfahrungen im Studium bis hin zu den Rahmenbedingungen der fachärztlichen Tätigkeit auf ganz unterschiedlichen Ebenen ansetzen“, sagt Prof. Dr. Steffi Riedel-Heller, kommissarische Leiterin der Selbstständigen Abteilung für Allgemeinmedizin der Medizinischen Fakultät. Studien aus anderen Ländern zeigen, dass die Gestaltung des Medizinstudiums und dabei besonders ländliche Praktika einen Einfluss auf die Bereitschaft der Absolventen zur landärztlichen Tätigkeit haben. „Wir möchten die Studierenden neben den ärztlichen Vorbildern aus der Universität verstärkt auch mit gestandenen Ärzten aus der ländlichen Versorgung zusammenbringen. Außerdem wollen wir natürlich ein Kennenlernen unserer ländlichen Regionen und ihrer besonderen Qualitäten“, erläutert Projektkoordinator Dr. Tobias Deutsch.

Landärztliche Lehrinhalte sollen allen Studierenden vermittelt werden
Wie genau ein attraktives landärztliches Curriculum hierzulande aussehen könnte, ist Gegenstand der einjährigen Konzeptionsphase von MiLaMed („Mitteldeutsches Konzept zur longitudinalen Integration landärztlicher Ausbildungsinhalte und Erfahrungen in das Medizinstudium“). Dabei sind kreative Ideen gefragt. Über den Verlauf des Medizinstudiums sollen sowohl im Rahmen von Veranstaltungen an der Universität, als auch über moderne Online-Angebote landärztliche Lehrinhalte vermittelt werden. Dabei möchte das Projektteam auch neue ambulante Versorgungskonzepte, beispielsweise die Delegation ärztlicher Leistungen, Telemedizin und E-Health, die Zusammenarbeit zwischen ambulantem und klinischem Sektor sowie zwischen verschiedenen Fachärzten und Gesundheitsberufen thematisieren. Anfang 2020 wird das neue MiLaMed-Lehrkonzept vom Bundesgesundheitsministerium begutachtet und gegebenenfalls in einer anschließenden zweijährigen Pilotphase getestet. Zentraler Bestandteil werden dabei Praktika für Studierende in je zwei Modellregionen in Sachsen (Nordsachsen, Vogtlandkreis) und Sachsen-Anhalt (Mansfeld-Südharz, Anhalt-Bitterfeld) sein. „Uns wurde im Vorfeld des Projektes seitens der Kommunen und Landkreise sofort Unterstützung zugesagt. Wir freuen uns als universitäre Abteilung, hier auch regionale Verantwortung übernehmen zu können“, betont Dr. Tobias Deutsch.

Verschiedene Initiativen stärken angehende Allgemeinmediziner und medizinische Versorgung auf dem Land
Die Universität Leipzig ist im Hinblick auf die Förderung hausärztlichen Nachwuchses bereits gut aufgestellt: Mit dem erfolgreichen LeiKA-Projekt (Leipziger Kompetenzpfad Allgemeinmedizin) existiert bereits ein praxisorientiertes Studienangebot über das gesamt Studium hinweg für diejenigen, die sich speziell für die Allgemeinmedizin interessieren. In Ergänzung dazu soll sich das landärztliche Lehrkonzept MiLaMed an alle Studierenden richten. MiLaMed fügt sich exzellent in die bestehenden Initiativen ein. Auch nach dem Studium werden Absolventen, welche sich für den Hausarztberuf entscheiden, durch den Leipziger Standort des Kompetenzzentrums Weiterbildung Allgemeinmedizin Sachsen (KWASa) unterstützt. Zudem wird am Leipziger Universitätsklinikum in Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Hausärzteverband eine Verbundweiterbildung Allgemeinmedizin angeboten. 

Gemessen am Versorgungsbedarf in der Bevölkerung entscheiden sich heute zu wenig angehende Mediziner für eine Tätigkeit in ländlichen Regionen. Besonders in der wohnortnahen hausärztlichen Betreuung bestehen bereits heute vielerorts Engpässe. Das Durchschnittsalter der noch aktiven Hausärzte ist hoch, sodass sich dieser Trend ohne geeignete Gegenmaßnahmen verstärken wird. Die Medizinische Fakultät der Universität erprobt seit vielen Jahren Konzepte, um dem Hausarztmangel in ländlichen Regionen entgegenzuwirken. „Erfolgversprechend erscheinen am ehesten einander ergänzende Maßnahmen, welche von Erfahrungen im Studium bis hin zu den Rahmenbedingungen der fachärztlichen Tätigkeit auf ganz unterschiedlichen Ebenen ansetzen“, sagt Prof. Dr. Steffi Riedel-Heller, kommissarische Leiterin der Selbstständigen Abteilung für Allgemeinmedizin der Medizinischen Fakultät. Studien aus anderen Ländern zeigen, dass die Gestaltung des Medizinstudiums und dabei besonders ländliche Praktika einen Einfluss auf die Bereitschaft der Absolventen zur landärztlichen Tätigkeit haben. „Wir möchten die Studierenden neben den ärztlichen Vorbildern aus der Universität verstärkt auch mit gestandenen Ärzten aus der ländlichen Versorgung zusammenbringen. Außerdem wollen wir natürlich ein Kennenlernen unserer ländlichen Regionen und ihrer besonderen Qualitäten“, erläutert Projektkoordinator Dr. Tobias Deutsch.

 

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