Nachricht vom

Er war ein einflussreicher Künstler und forschte auf allen damals bekannten Wissensgebieten: Zum 500. Todestag Leonardo da Vincis (1452-1519) befasst sich vom 18. bis 21. Juli eine internationale Tagung an der Universität Leipzig mit Leben und Werk des Universalgenies. Zu der Tagung “Paragone. Leonardo im Kontext” werden 100 Teilnehmer aus aller Welt erwartet.

Prof. Dr. Frank Zöllner

Prof. Dr. Frank Zöllner Foto: Martin Weicker/Institut für Kunstgeschichte

“Die Gesamtheit aller mit Leonardo da Vinci assoziierten Themenkomplexe lässt sich nur schwer unter einem einenden Gesichtspunkt in den Blick nehmen. Damit unterscheidet sich Leonardo von anderen einflussreichen Künstlern der italienischen Renaissance wie Raffael, Michelangelo oder Tizian”, sagt Prof. Dr. Frank Zöllner. Der Direktor des Instituts für Kunstgeschichte der Universität Leipzig hat die Tagung organisiert. Er gehört zu den weltweit anerkanntesten Leonardo-Experten.

Erfolg, Einfluss und Ruhm Leonardos gründeten sich nicht allein auf seinem innovativen künstlerischen Werk, sondern ebenso auf seinem ungewöhnlich umfangreichen und heterogenen Corpus von Zeichnungen, Notizen, Reflexionen, Abhandlungen und Studien zu fast allen damals bekannten Wissensgebieten, sagt Zöllner. Daraus resultiere ein sehr umfangreicher künstlerischer und schriftlicher Nachlass, der zusammen mit anderen zeitgenössischen Dokumenten eine präzise Rekonstruktion von Leonardos Denken und seinem Schaffen sowie seiner intellektuellen Entwicklung erlaubt.

“Die große Zahl möglicher Arbeitsgebiete Leonardos führt allerdings zu einer Zersplitterung der Forschung”, berichtet Zöllner. Ziel der Tagung sei es daher, die Spartenforschung unter dem Gesichtspunkt des kontextualisierenden Vergleichs am Beispiel einzelner Projektfelder, wie der Malerei, der Architektur oder der Kriegstechnik, zusammenzuführen. Titelgebend sei der Begriff “Paragone”, mit dem die Auseinandersetzung Leonardos mit benachbarten Künsten und Wissenschaften beschrieben werden kann.

 

zum Seitenanfang