Pressemitteilung K2020/040 vom

Einige Blutspendedienste in Deutschland meldeten in den vergangenen Tagen bereits einen Rückgang der Blutspendezahlen. Auch die Blutbank am Institut für Transfusionsmedizin des Leipziger Universitätsklinikums (UKL) sieht sich zunehmend mit einem Spenderückgang konfrontiert, der sich nicht mehr nur auf die andauernde Erkältungswelle zurückführen lässt. Um das Universitätsklinikum und weitere Krankenhäuser der Region auch in den nächsten Wochen weiter bedarfsgerecht versorgen zu können, bittet die Blutbank Spendewillige aus Leipzig und der Region daher um ihre Unterstützung.

Leere Spenderliegen: In der UKL-Blutbank erscheinen derzeit deutlich weniger Spender als üblich.

Leere Spenderliegen: In der UKL-Blutbank erscheinen derzeit deutlich weniger Spender als üblich. Foto: Stefan Straube / UKL

"Wir stellen fest, dass deutlich weniger Spender als um diese Jahreszeit üblich zu uns kommen. Die Unsicherheit aufgrund der weiteren Verbreitung des Corona-Virus scheint dabei eine Rolle zu spielen", sagt Prof. Reinhard Henschler, Direktor des Instituts für Transfusionsmedizin (ITM) am UKL. Erst vor wenigen Tagen wurde dem ITM eine Spendeaktion in einem regionalen Unternehmen kurzfristig abgesagt, Grund seien intern getroffene notwendige Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter. "Mit dieser Absage fehlen weitere für die Versorgung unserer Patienten erwartete Blutspenden. Dieses insgesamt verringerte Spenderaufkommen sehe ich mit Blick auf die nächsten Wochen äußerst kritisch. Letztlich müssen wir  auf alles vorbereitet sein", mahnt Prof. Reinhard Henschler. "Geht dieser Abwärtstrend weiter und bleiben immer mehr unserer Blutspender jetzt weg, können wir das UKL und andere Krankenhäuser und Arztpraxen in der Region bald nicht mehr bedarfsgerecht mit Blutprodukten versorgen. Wir haben aber jetzt die Chance, vorzusorgen und das Depot zu füllen."  

Hohes Maß an Sicherheit für Spender und Empfänger gewährleistet

Während die UKL-Blutbank einem Spenderrückgang als Folge von Grippe- und Erkältungswellen mit verstärkten Aktivierungsmaßnahmen in der Regel gut begegnen kann, brächte die wachsende Sorge vor der weiteren Ausbreitung des Corona-Virus jedoch aktuell große Verunsicherung mit sich, sagt der Institutsdirektor. "Viele Blutspender fürchten, sich bei ihrem Besuch in einer Blutspendeeinrichtung mit dem Virus infizieren zu können. Eine Sorge, die aus meiner Sicht zum jetzigen Zeitpunkt unbegründet ist. Zahlreiche Zulassungsvoraussetzungen gewährleisten für Spender und Empfänger der lebensrettenden Blutprodukte ein hohes Maß an Schutz und Sicherheit", so Henschler. Spender mit Erkältungssymptomen und einer sieben Tage zurückliegenden Erkältung dürfen nicht zur Blutspende zugelassen werden, in der Regel würden sie bereits schon am Empfang abgelehnt. "Im Rahmen der ausführlichen Spendereingangsuntersuchung fragen wir alle Spendewilligen unter anderem auch, ob sie sich kürzlich in Ländern mit einem erhöhten Infektionsrisiko aufgehalten haben. Zu diesen zählen nun auch definierte Verbreitungsgebiete des Corona-Virus SARS-Cov-2", beschreibt der Transfusionsmediziner die am ITM geltenden und aufgrund der aktuellen Lage zur Verbreitung des Corona-Virus erweiterten Kriterien für die Zulassung zur Blutspende. 

"Spendewillige, die sich in China, Südkorea, Japan, Italien oder dem Iran aufgehalten haben, stellen wir nach ihrer Rückkehr für einen Zeitraum von vier Wochen von Blut- und Plasma- oder Stammzellspenden zurück. Darüber hinaus befragen wir alle Spender vor ihrer Spende, ob Familienangehörige eventuell kürzlich aus den benannten Risikogebieten zurückgekehrt sind." Selbstverständlich sei, dass das Personal bei der Blutentnahme stets auf gründliche Desinfektion der Punktionsstelle achte, die hygienische Sauberkeit des gesamten Abnahmebereichs habe für das medizinische Personal oberste Priorität. "Wir sind uns als öffentliche Einrichtung mit vielen ein- und ausgehenden Besuchern der aktuellen schwierigen Situation bewusst. Aber um die Patientenversorgung aufrecht erhalten zu können, zählt für uns jede einzelne Blutspende", appelliert Reinhard Henschler an alle Leipzigerinnen und Leipziger, jetzt am UKL Blut zu spenden. Fast jeder der zwischen 18 und 68 Jahre alt ist, mindestens 50 Kilogramm wiegt und sich gesundheitlich fit fühlt, kann zur Blutspende zugelassen werden. 

Die Blutspendeeinrichtung in der Johannisallee 32 (Haus 8) hat montags und freitags von 8 bis 19 Uhr, dienstags bis donnerstags von 11.30 bis 19 Uhr geöffnet. Zur Spende ist der Personalausweis mitzubringen. Informationen zur Blutspende am UKL gibt es unter Tel. 0341-9725393 oder unter www.blutbank-leipzig.de.