Text der Videobotschaft der Rektorin Prof. Dr. Eva Inés Obergfell:
„Liebe Angehörige der Universität Leipzig,
liebe Mitglieder unserer akademischen Gemeinschaft,
aktuell wird innerhalb und außerhalb unserer Universität intensiv über Äußerungen und Handlungen einzelner Professoren diskutiert. Zusätzlich beschäftigt uns ein Vorwurf sexueller Belästigung, der einen Machtmissbrauch darstellt. Wenn Sie davon hören oder lesen, dann sind Sie sicher erstaunt, vermutlich bestürzt und verunsichert.
Sie können mir glauben: Das geht auch mir so.
Die jüngsten öffentlich diskutierten Ereignisse an unserer Universität beschäftigen uns alle zutiefst. Ich nehme dies äußerst ernst.
Es berührt unser universitäres Selbstverständnis und das Vertrauen in unser Miteinander. Besonders aus der Perspektive von Studierenden, die verstörende und belastende Situationen und Äußerungen erleben und miterleben müssen, verstehen wir, dass solche Vorfälle Vertrauen in unseren akademischen Raum erschüttern können.
Wir gehen jedem Sachverhalt intensiv nach. Aktuell laufen notwendige Bewertungen. Dabei müssen wir dienst- und personalrechtliche Vorgaben beachten. Das bedeutet: Wir können über laufende Prüfungen oder mögliche Konsequenzen öffentlich nicht sprechen. Bitte haben Sie Verständnis dafür.
Natürlich fallen auch private Äußerungen mitunter auf die Universität zurück und schaden ihrem Ruf. Es wurden und werden dementsprechend intern Gespräche geführt, um das Bewusstsein für Mäßigung und Diskriminierungsfreiheit zu stärken.
Ich appelliere an unsere akademische Gemeinschaft: Lassen Sie uns gemeinsam unsere Werte hochhalten – Respekt, Toleranz und wissenschaftliche Integrität. Für mich steht außer Frage: Diskriminierung und das Ausnutzen von Abhängigkeitsverhältnissen haben an unserer Universität keinen Platz. Wir forschen, lehren und arbeiten miteinander, und das muss fußen auf einem respektvollen Umgang miteinander.
Die Universität Leipzig ist ein Ort des offenen, fairen Austauschs und ein sicherer Ort für Arbeit, Studium und wissenschaftlichen Diskurs. Das muss auch so bleiben.
Daher handeln wir:
Wir werden Unterstützungsstrukturen ausbauen und Prävention stärken. Und wir werden einen Rahmen gestalten, in dem für alle künftig verbindlich und verlässlich ein geteiltes Verständnis zu Compliance und fairem Miteinander formuliert wird!
Wir werden dabei auch noch einmal klar benennen, wie Fehlverhalten konsequent adressiert wird.
Lassen Sie uns gemeinsam immer wieder aufs Neue für eine starke und von Fairness geprägte universitäre Gemeinschaft eintreten und sie im Alltag leben. Vielen Dank für Ihr Engagement und Ihr Vertrauen."