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Aktuell wird rege über einen Post von Jura-Professor Tim Drygala auf dem Kurznachrichtendienst X diskutiert, der sich gegen eine Politikerin richtet. Der Professor für Bürgerliches Recht, Handels-, Gesellschafts- und Wirtschafts­recht hatte den Post Ende September auf seinem privaten Account veröffentlicht und ihn später wieder gelöscht. Die Universität Leipzig veröffentlicht dazu folgendes Statement.

Allgemein gilt: Private Äußerungen, die auf privaten Social-Media-Accounts getätigt werden, sind durch die Universität nicht zu verhindern, auch nicht öffentlich zu bewerten – eben weil sie privat getätigt werden. Das gilt unabhängig davon, ob Mitgliedern von Hochschul- und Fakultätsleitung Äußerungen einzelner Hochschulangehöriger missfallen. 

Anders sieht es aus, wenn Dienstpflichten verletzt werden bzw. gegen das Beamtenrecht verstoßen wird. Bevor eine entsprechende rechtliche Bewertung abgeschlossen ist, können wir uns nicht äußern.

Natürlich fallen auch private Äußerungen mitunter auf die Universität zurück und schaden ihrem Ruf. Es wurden und werden dementsprechend intern Gespräche geführt, um das Bewusstsein für Mäßigung, Amtsangemessenheit und Diskriminierungsfreiheit zu stärken. Auch die Rektorin wird mit Professor Drygala reden, sie hat ihn zu einem Gespräch in der kommenden Woche eingeladen. 

Die Universität Leipzig steht für Weltoffenheit, Meinungsvielfalt und Diskurs, nicht für Diskriminierung, Ausgrenzung oder gar Hetze. Im Jahr 2024 hat der Senat der Universität die Leipziger Erklärung verabschiedet – gegen Demokratiefeindlichkeit und Rechtsextremismus: Für akademische Freiheit, Menschenrechte und Demokratie. Weiterhin trägt sie durch zahlreiche Veranstaltungen und Programme aktiv zur Förderung von Vielfalt, Weltoffenheit, offenem Diskurs und Demokratiebildung bei. Zudem unterstützte die Hochschule schon früh die Kampagnen „Weltoffene Hochschulen – Weltoffenes Sachsen“ oder „#gehwählen“.