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Medizintechnik flexibel und herstellerunabhängig zu vernetzen – das ist das Ziel von OR.NET e. V. Der Verein entwickelte den IEEE-Standard „Service-oriented Device Connectivity“, kurz SDC. Diese offene Schnittstelle revolutioniert das Zusammenspiel von Medizingeräten und IT-Systemen. Der Verein ist aus dem BMBF-Leuchtturmprojekt OR.NET hervorgegangen, an dem das Innovationszentrum für Computerassistierte Chirurgie (ICCAS) der Medizinischen Fakultät maßgeblich beteiligt war. Vom 9. bis 11. April 2019 werden auf der Fachmesse DMEA in Berlin der SDC-Standard und die ersten Medizinprodukte mit SDC-Anbindungen dem Fachpublikum erstmals vorgestellt.

Vernetzte Medizingeräte unterschiedlicher Hersteller im Entwicklungs-OP des ICCAS

Vernetzte Medizingeräte unterschiedlicher Hersteller im Entwicklungs-OP des ICCAS Foto: ICCAS / Leonie Lang

Was in der Unterhaltungselektronik heutzutage als selbstverständlich gilt, ist in der Medizintechnik bisher noch Zukunftsdenken: das modulare und dynamische Vernetzen von Geräten und Software. Herstellerabhängige Modelle und fehlende Standards verhindern bisher eine flexible und sichere Integration von Medizingeräten und IT-Systemen. Die offene Schnittstelle SDC ist ein Novum und ebnet den Weg für die dynamische Vernetzung der Medizintechnik von Morgen. Sie schafft die Voraussetzung für eine hersteller- und geräteneutrale Vernetzung sämtlicher eingebundener Komponenten. Durch eine zentrale Steuerung lassen sich alle miteinander verbundenen Instrumente sicher und steril bedienen, ob stationär oder von einer mobilen Arbeitsstation aus. Dies erhöht die Effizienz der klinischen Arbeitsabläufe und verringert Übertragungsfehler deutlich.

SDC erfüllt die höchsten globalen Standards. Die Etablierung als ISO-Standard steht kurz bevor. Laufende Forschungsprojekte helfen bei der Umsetzung des neuen Standards in Medizinprodukten. „SDC wird somit zum Symbol für die offene Gerätevernetzung in der medizinischen Versorgung“, sagt Prof. Dr. Thomas Neumuth, Vorstand des OR.NET e.V. und Vizedirektor des ICCAS.

OR.NET wurde im Oktober 2012 als vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Leuchtturmprojekt ins Leben gerufen. Ziel war die Entwicklung von Konzepten für die sichere dynamische und offene Vernetzung von computergesteuerten Medizingeräten in Klinik und Praxis. Um den weltweiten Transfer der Forschungsergebnisse in die Praxis zu unterstützen, wurde 2016 der gemeinnützige Verein OR.NET e. V. gegründet.

Die DMEA (ehemals conhIT) ist Fachmesse und Kongress für die digitale Gesundheitsversorgung. Mehr als 500 nationale und internationale Aussteller präsentieren neueste Produkte und Trends der Informationstechnik im Gesundheitswesen. OR.NET e. V. wurde von der DMEA eingeladen, seine innovative Technologie auf der Messe vorzustellen.

 

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