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Die Universität Leipzig hat heute eine Genehmigung zur Nutzung eines Hörsaals durch die Gruppe „Students for Palestine“ zurückgezogen. Die Gruppe wollte am morgigen Dienstag, 19. Mai 2026, eine „studentische Vollversammlung“ abhalten und dabei abstimmen lassen über Kooperationen der Universität Leipzig mit israelischen Hochschulen. „Hier war eine Neubewertung erforderlich. Es geht nicht länger um eine wissenschaftliche Auseinandersetzung, sondern um eine parteiische Stellungnahme und die Absicht, die Wissenschaftsfreiheit einzuschränken“, sagt Prof. Dr. Eva Inés Obergfell, Rektorin der Universität Leipzig.

„Meinungsaustausch ist wichtig. Dazu zählt, in der Universität eine auch kontroverse Diskussion zu führen“, erklärt die Rektorin. „Daher gab es auch kürzlich wieder Raumüberlassungen für Veranstaltungen von ‚Students for Palestine‘, eine vom Plenum des Student:innenRates anerkannte Arbeitsgemeinschaft. Wir mussten dann in den vergangenen Tagen zur Kenntnis nehmen, dass die Versammlung genutzt werden soll, um einen gegen die erklärte Universitätspolitik gerichteten Boykottaufruf zu unterstützen und dass eine Abstimmung geplant wurde über das Fortbestehen unserer langjährigen Zusammenarbeit mit Partnerhochschulen in Israel. Die Beschlüsse der Versammlung würden dann den Willen der Leipziger Studierendenschaft widerspiegeln, so wird es auf Social-Media-Accounts dargestellt. Dagegen verwahren wir uns. Es würde sich mitnichten um eine Vollversammlung aller Studierenden handeln, die von der StuRa-Geschäftsführung gemäß ihrer Satzung einberufen werden müsste. Stattdessen würden alle Studierenden vereinnahmt. Für eine solche Veranstaltung ist an unserer Universität kein Platz, das ist unserer akademischen Gemeinschaft, allen voran den jüdischen Studierenden und Mitarbeitenden, nicht zuzumuten.“

Die Beziehungen zu Israel und speziell zu akademischen Partnern in Israel seien für die Universität Leipzig von höchster Bedeutung. „Wir haben das mehrfach auch in öffentlichen Stellungnahmen verdeutlicht. Ein Boykott israelischer Universitäten kommt für uns nicht in Frage. An unseren diesen wissenschaftlichen Austausch befördernden Partnerschaften mit israelischen Hochschulen halten wir fest“, sagt Obergfell. 

Weiterhin gelte, was sie in einer internen Rundmail im November 2025 geschrieben habe: „Es muss vielmehr um eine Stärkung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit Israel gehen. Gerade auch im Sinne der Solidarität und der Pflege des wissenschaftlichen Diskurses. Zugleich können wir durch Kooperationen Kräfte stärken, die Austausch und Ausgleich anstreben. Boykottaufrufe tragen zur Lösung des Konflikts nichts bei. Viele Wissenschaftler:innen in Israel stärken hingegen die Debatte über den Friedensprozess im Nahen Osten.“
 

Korrekturhinweis vom 20.05.2026: Von 2017 bis 2025 förderte der DAAD die Zusammenarbeit der Deutschabteilung der Birzeit-Universität (nördlich von Ramallah) mit dem Herder-Institut im Rahmen einer Germanistischen Institutspartnerschaft. Die Förderung ist ausgelaufen. Diese Information lag der Rektorin am 18. Mai nicht vor, weshalb es im entsprechenden Zitat zunächst "Partnerschaften mit israelischen und palästinenischen Hochschulen" hieß. Wir haben das korrigiert.