Im historischen Hörsaal spannte Institutsdirektor Prof. Dr. Reinhard Denecke vor den 90 Schüler:innen einen Bogen von der Energieumwandlung und -speicherung als zentrale Bausteine der Energiewende bis hin zur Oberflächenforschung im Ultrahochvakuum. Mit Hilfe der bereits gut informierten Gymnasiast:innen zeigte der Professor für Physikalische Chemie, passend zum hochsommerlichen Wetter, wie die Sonnenenergie in elektrische Energie mittels Photovoltaik umgewandelt wird und die Speicherung in Form von chemischer Energie als Wasserstoff und Sauerstoff durch Elektrolyse von Wasser gelingt. Und schließlich bekamen die Schüler:innen noch die Rückumwandlung in elektrische Energie durch eine Brennstoffzelle durch einen Versuchsaufbau erklärt. Der Nachweis des bei der Elektrolyse entstehenden Wasserstoffs als Brennstoff gelang durch die Knallgas-Reaktion.
Auch kühl ging es zu: „Die für die Forschung an Katalysatoren genutzten niedrigen Temperaturen und Vakuumbedingungen habe ich unter anderem durch Demonstrationen von Versuchen mit flüssigem Stickstoff gezeigt. Die neuen ‚Ostwaldianer‘ konnten hautnah miterleben, wie man mit einem Apfel einen Nagel einschlagen kann oder mit welcher ‚Kraft‘ die fehlende Luft einen Deckel auf einem Gefäß ‚festhalten‘ kann“, sagt Prof. Denecke.
„Am Ende bereitete es fast Schwierigkeiten, die sehr interessierten Schülerinnen und Schüler, die durch eine Vielzahl von zielgerichteten Fragen ihren Wissensdurst stillen konnten und für das Gesehene frenetisch applaudierten, zur Rückfahrt aus dem Hörsaal in die Schule zu bewegen“, so der Institutsleiter. Das Wilhelm-Ostwald-Institut für Physikalische und Theoretische Chemie blicke mit Spannung darauf, ob einige der neuen Gymnasiast:innen in Zukunft den Weg zur Fakultät für Chemie finden. Und zwar als Studierende.