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Agustina Carrizo de Reimann

Wiss. Mitarbeiterin

Vergleichende Geschichtswissenschaft/Ibero-Amerikanische Geschichte
Geisteswissenschaftliches Zentrum
Beethovenstraße 15, Raum 4.201
04107 Leipzig

Telefon: +49 341 97-37063

Kurzprofil

Neben methodologischen Aspekte der interdisziplinären Arbeit, widme ich meine Forschung und Lehre der Interpretation von Konflikt- und Gewaltnarrativen, der Vielschichtigkeit von kulturellen und politischen Modernisierung, sowie der Bedeutung und Funktion von Mobilität in diesen Konstellationen.

Berufliche Laufbahn

  • seit 04/2019
    Dozent des Forschungskolloquium/ Study Group Latin America2020-21: Markets of Violence in Latin America.2020: History, present, and future of Migration in Latin America.2019-20: Populism in Latin America2019: The Invention of Latin America
  • seit 10/2018
    Wiss. Mitarbeiterin an den Lehrstuhl für Vergleichende Geschichtswissenschaft/ Ibero-Amerikanische Geschichte, Historischer Seminar. Durchführung des DFG Projektes "Was geschah, als die Polizei in Lateinamerika schreiben lernte?".
  • 04/2016 - 12/2017
    Lehrbeauftragte an dem Lehrstuhl für Vergleichende Geschichtswissenschaft/ Ibero-Amerikanische Geschichte, Historischer Seminar
  • 10/2012 - 12/2015
    Wiss Mitarbeiterin an den Lehrstuhl für Vergleichende Geschichtswissenschaft/ Ibero-Amerikanische Geschichte, Historischer Seminar. Durchführung des DFG Projektes "Bedeutung er politischen Gewalt in Lateinamerika in 19 Jhd" (Promotionsvorhaben).
  • 02/2010 - 08/2012
    Datenerfasserin/ Studentische Hilfskraft an dem Linguistic Department des Max Plank Instituts.Aufgaben: Erfassung und Analyse von linguistischen Daten mit Hilfe der Software Toolbox, Übersetzungen von Texten (Bora-Spanisch), Büroarbeiten.
  • 04/2008 - 12/2011
    Ehrenamtliche Tätigkeit am Forum Tsiganologische Forschung E.V.Aufgaben: Vorstandsmitglied; Organisation des jährlichen Workshop für transregionalen Vernetzung von NachwuchswissenschaftlerInnen , die zum Thema Romani Kulturen forschen.
  • 03/2007 - 12/2009
    Studentische Hilfskraft an den Lehrstuhl für Vergleichende Geschichtswissenschaft/ Ibero-Amerikanische Geschichte, Historischer Seminar.Aufgaben: wissenschaftliche Hilfsarbeiten, Literaturrecherche, Büroarbeiten.

Ausbildung

  • 10/2012 - 09/2016
    Strukturierte interdisziplinäre Ausbildung an der Graduate School "Global and Area Studies“ des Graduiertenzentrum Geistes- und Sozialwissenschaften der Research Academy Leipzig.
  • 04/2006 - 09/2012
    Magister Artium der Ethnologie und Ostslawistik, Universität LeipzigSchwerpunkte: Ethnologie, mit Lateinamerika; Ostslawistik, mit Literaturwissenschaft.
  • 04/2003 - 12/2005
    Berufliche Bildung der Tertiärstufe im Journalismus.Schwerpunkte: Printmedien, TV und RadioTEA & DeporTEA, Lavalle 2083 (C1051ABE), Buenos Aires, Argentinien.

Die Frage nach den Verhältnissen zwischen Ordnung, Unordnung und dem „Außer-Ordentlichen“ leitet meine Auseinandersetzung mit der lateinamerikanischen Geschichte. Beim Betrachten der historischen Formation Lateinamerikas fällt auf, dass bereits bei ihrer Erfindung ihr ein ambiguer peripherer Status in der westlichen Vorstellungswelt zukam. Noch heute wird der Subkontinent aus europäischer und US-amerikanischer Perspektive eher als rückständig, als radikal anders wahrgenommen. Dabei koexistiert das Bild von anhaltender politischer und ökonomischer Krise und Gewalt mit Vorstellungen und Erfahrungen von kulturellem Zusammenhalt und historischer, geopolitischer Kontinuität. Auf welche Weise lassen sich die Verflechtungen und Divergenzen zwischen politischen und kulturellen Ordnungen und Unordnungen jenseits der Opposition theoretisieren? Was entsteht zwischen und außerhalb von Un/Ordnungen? Wie begehen Akteure die Zonen der Unbestimmtheit? Wie deuten sie Ausnahmen, Paradoxien und die Verschränkung von Verschiedenem?

Das aktuelle Projekt „Was geschah, als die Polizei in Lateinamerika schreiben lernte?“ setzt die Bemühungen fort. Das Vorhaben will in Erfahrung bringen, welche Bedeutung das Schreiben Ende des 19 Jhd. besaß und wie die Polizisten durch ihre Praxis die Institution Polizei, den Staat und dessen Ordnung neuinterpretierten. Zudem sollen die Potentiale der ethnografischen Methode für die Geschichtswissenschaft weitererforscht werden.

Als Lehrende möchte ich Studierende dazu ermutigen, forschende Fragen zu stellen und mit mir und untereinander in einen fachlichen Austausch einzutreten. Eine nachhaltige, kritische Vermittlung von Fach- und Methodenkenntnisse und Kompetenzen erfordert die Überwindung des defensiven Lernens hin zum expansiven Lernen im Sinne von K. Holzkamp. Dementsprechend verstehe ich als Hauptaufgabe der guten Lehre die Förderung von selbstbestimmtem Lernen aus begründeten Eigeninteressen und kontextbezogenen Erfahrungen heraus zur Erweiterung der eigenen Handlungsfähigkeiten. Nach meiner Erfahrung sind klare Aufgabestellungen, intensive Begleitung und konstruktives Feedback Grundvoraussetzungen für die Unterstützung dieses Prozesses.

  • B. A. Seminar "Anwendung von Theorien und Methoden der Geschichtswissenschaft" (SoSe 2017)

    Seit den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts ist die Methode Ethnografie zu einer der erfolgreichsten „travelling theories” in den Sozial- und Geisteswissenschaften geworden. Worin besteht die Anziehungskraft dieser Methode? Wo liegen ihre Grenzen ? Wie kann sie in der Geschichtswissenschaft produktiv eingesetzt werden? Ziel der Arbeitsgruppe ist, zentralen Aspekte dieser Methode sowie die Perspektiven der interdisziplinären Verschränkung mit der Geschichtswissenschaft aufzuzeigen.

  • M.A. Seminar "Lateinamerika. Die Geschichte einer Idee." (WS 2017-2018)

    Was steckt hinter einen Namen? Im Mittelpunkt des MA-Blockseminar werden die Geschichte und Bedeutung der Bezeichnungen „Neuen Welt“, América Latina und Latinidad stehen. Um die Konvergenz von Begriff, Geschichte und Macht zu untersuchen, werden diskurkritische Herangehensweise vorgestellt und problematisiert werden.

  • M. A. Seminar "Geschichte der Migration in Lateinamerika" (SoSe 2017)

    Das Seminar widmet sich den Migrationsbewegungen nach und aus Lateinamerika. Nach einer Einführung in grundlegende Konzepte der Migrationsforschung erfolgt eine Behandlung des Themas anhand verschiedener Fallbeispiele. Ein Hauptaugenmerk liegt in methodischer Hinsicht auf dem Vergleich.

  • B.A. Seminar "Aktuelle Ansätze in der lateinamerikanischen Geschichte" (SoSe 2016)

    Das Seminar befasst sich mit Ansätzen, die seit Ende des 20. Jahrhundert zu der Pluralisierung und Dezentrierung der lateinamerikanischen Geschichte beigetragen haben. Im Mittelpunkt werden Fallstudien stehen, die die Rolle von oft vernachlässigten Akteuren aus einer neuen Perspektive beleuchten, wie zum Beispiel die Untersuchungen zu Frauen, afro-latinos und die verschiedene Bewohner der frontiers. Das Seminar soll in diese Debatten, Theorien und Methoden einführen.

  • Study Group „Latin America“ - M.A. Studiengang Vertiefungsmodul (seit 2019)

    During winter and summer terms, the CEL-LE organizes monthly meetings to discuss undergoing research, as well key literature on Latin America. It is an open space welcoming students and researchers of different disciplines like history, sociology, anthropology, political science, cultural studies and global studies (just to name a few) to present their works or propose topics of discussion relevant to the region. During our first meeting, we will set the agenda of for the semester.