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PD Dr. Oliver Decker

Psychologe

Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie
Philipp-Rosenthal-Str. 55
04103 Leipzig

Telefon: +49 341 97-15441
Telefax: +49 341 97-18809

Kurzprofil

Priv.-Doz. Dr. phil. Oliver Decker, Leiter des Forschungsbereichs Sozialer und medizinischer Wandel und Direktor des Kompetenzzentrums für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung, Universität Leipzig. Seit 2002 Co-Leiter der Leipzig-Studien zur autoritären Einstellung in Deutschland (LSA; bis 2018 Leipziger „Mitte“-Studien), seit 2005 Mitveranstalter der Tagungsreihe Kritische Theorie – Psychoanalytische Praxis. 2010-2013 Vertretungsprofessor für Sozialpsychologie, Uni Siegen, 2012 Fellow am Birkbeck College, London, 2015 Gastprofessor an der School of Visual Arts, New York und 2019 am Institut für Soziologie, Uni Wien. Seit 2018 Co-Sprecher Graduiertenkolleg "Rechtspopulismus" und Co-Leiter des Berlin-Monitors. Auswahl Bücher: Lehrbuch „Sozialpsychologie und Sozialtheorie“, Springer-Verlag, "Flucht ins Autoritäre" (Psychosozial-Veralg), 2019 "Berlin-Monitor" (zuKlampen-Verlag). Weiterbildung zum Gruppenanalytiker am Seminar für Gruppenanalyse Zürich (SGAZ).

Berufliche Laufbahn

  • seit 01/2015
    Leiter des Forschungsbereichs „Gesellschaftlicher und medizinischer Wandel“, Abt. Med. Psychologie u. Med. Soziologie, Universität Leipzig
  • seit 10/2013
    Direktor des Kompetenzzentrums für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung an der Universität Leipzig
  • 10/2010 - 09/2013
    Vertretungsprofessor für Sozial- und Organisationspsychologie, Universität Siegen
  • seit 07/2010
    Privatdozent Institut für Soziologie der Leibniz Universität Hannover
  • 10/1997 - 10/2010
    Wissenschaftlicher Angestellter (zunächst Doktorat, dann Postdoc-Position), Abt. Med. Psychologie u. Med. Soziologie, Universität Leipzig
  • 01/1995 - 09/1997
    Studentischer Mitarbeiter, Psychosomatische Klinik des Universitätsklinikums Benjamin Franklin, Freie Universität Berlin
  • 01/1994 - 12/1994
    Studentischer Tutor für Methodenlehre im Studiengang Psychologie

Ausbildung

  • 07/2010 - 08/2010
    Habilitation Institut für Soziologie der Leibniz Universität Hannover, Bestellung zum Privatdozenten (Venia Legendi Sozialpsychologie)
  • 07/2003 - 08/2003
    Promotion zum Doktor der Philosophie, Fakultät für Erziehungswissenschaften und Humanwissenschaften, Universität Kassel (Gesamtnote: Sehr gut)
  • 10/1991 - 09/1997
    Studium der Psychologie, Soziologie und Philosophie, Abschluss zum Diplom-Psychologen, Freie Universität Berlin (Gesamtnote: Sehr gut)

In meiner Forschung verfolge ich derzeit folgende drei sozial-psychologische Themen: Erstens die Entwicklung politischer Einstellungen und autoritärer Orientierung. Exemplarisch für dieses Forschungsfeld stehen die „Leipzig-Studien zum Autoritarismus in Deutschland“ (auch als „Mitte-Studien“ bekannt), die im zweijährigen Rhythmus die rechtsextreme Einstellung in Deutschland erheben. Die Studienreihe, die bereits seit 2002 läuft, arbeitet empirisch mit einem Mixed-Method-Design aus repräsentativen Fragebogenuntersuchungen und qualitativen Methoden. Zweitens interessiere ich mich für Transformationsprozesse und gesellschaftspoltische Dynamiken, insbesondere für Bedingungen der politischen Partizipation. In verschiedenen Forschungsprojekt, versuche ich, empirisch und theoretisch die Psychodynamik und Widersprüche politischen Engagemnts zu verstehen. So bin ich Gründungsmitglied des „Instituts für gesellschaftlichen Zusammenhalt“, das bundesweit die Voraussetzungen eines demokratischen Miteinanders herauszuarbeiten sucht. Drittens beschäftige ich mich mit den Techniken der Subjektivierung und Körpergestaltung. In meinem Verständnis sind die Interventionen wie Organtransplantation, Tiefenhirnstimulation, aber auch der kosmetischen Chirurgie und der Behandung der Adipositas gesellschaftlichen Praktiken, über die Moderne selbst untersucht wird.

Alle drei Bereiche verbindet, dass durch sie Auskunft über die Widersprüche und Konflikte der Gegenwartsgesellschaft eingeholt werden soll.

Ich kann auf langjährige Lehrerfahrung zurückgreifen. Zu Beginn lag der Schwerpunkt auf der Medizinsoziologie und -psychologie. In diesem Zusammenhang habe ich mir didaktische Kenntnisse erarbeitet, 2007 wurden diese Bemühungen dann mit dem „Preis für junge Lehrende“ der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA) gewürdigt. Im Anschluss an meine Habilitation am Institut für Soziologie der Leibniz Universität Hannover im Jahr 2010 verschob sich der Schwerpunkt meiner Lehrtätigkeit hin zur Soziologie sowie Sozialpsychologie. In diesem Kotext habe ich zudem das zweibändige Lehrbuch „Sozialpsychologie und Sozialtheorie“ (Springer VS, 2018) herausgegeben, das die Breite des Fachs darstellt. Für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Promotionsphase leite ich gemeinsam mit Prof. Dr. Gudrun Hentges das Graduiertenkolleg „Rechtspopulismus – Autoritäre Entwicklungen, rechts-extreme Diskurse und demokratische Resonanzen“. Darüber hinaus beziehe ich junge WissenschaftlerInnen in meine Forschungsprojekte ein, um das Erfahrungswissen, das gerade in empirischen Forschungsprojekten unerlässlich ist, effektiv weiterzugeben. Die Förderung von Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund ist mir dabei sehr wichtig.