Prof. Dr. Christoph Kleine

Prof. Dr. Christoph Kleine

Universitätsprofessor

Religionsgeschichte
Institutsgebäude
Schillerstraße 6, Raum S 108
04109 Leipzig

Telefon: +49 341 97-37162
Telefax: +49 341 97-37169

Prof. Dr. Christoph Kleine

Prof. Dr. Christoph Kleine

Institutsleiter

Religionswissenschaftliches Institut
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Schillerstraße 6, Raum S 108
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Kurzprofil

Seit 2008 Professor für Religionsgeschichte (Schwerpunkt Buddhismus); Co-Direktor der Kolleg-Forschungsgruppe "Multiple Secularities - Beyond the West, Beyond Modernities"; Stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Vereinigung für Religionswissenschaft (DVRW); Schriftleiter der Zeitschrift für Religionswissenschaft.

1996/97 Forschungsstipendiat der École Française d’Extrême-Orient am Hōbō­girin-Institut in Kyōto. Von 2004 bis 2008 Professor für Religion und Philosophie Ostasiens an der LMU München.

Hauptarbeitsgebiete: Buddhismus in Ostasien; japanische Religionsgeschichte;

Historische Religionssoziologie (v.a. Herausbildung von 'Religion' und 'Säkularitäten' in Ostasien); Theorie und Methodologie der Religionswissenschaft.

Publikationen u.a.: Der Buddhismus in Japan (Tübingen 2011); Buddhismus (zus. mit O. Freiberger, Göttingen 2011); „Religion and the Secular in Premodern Japan from the Viewpoint of Systems Theory,“ Journal of Religion in Japan 2, Nr. 1 (2013): 1–34.


Berufliche Laufbahn

  • 10/1982 - 01/1984
    Zivildienst im Krankenhaus St. Adolphs Stift in Reinbek bei Hamburg
  • 05/1996 - 04/1997
    Gastforscher mit einem Stipendium der École Française d’Extrême-Orient am Hōbō­girin-Institut in Kyōto
  • 02/2002 - 09/2004
    wissenschaftlicher Mitarbeiter am Religionswissenschaftlichen Institut der Universität Leipzig, DFG-Projekt "Norm und Praxis: Religionsgeschichtliche Untersuchung zu Ideal und Realität des monastischen Buddhismus in Indien (7. Jh. n. Chr.) ..."
  • 06/2002 - 01/2003
    Privatdozent für Religionswissenschaft an der Philipps-Universität Marburg
  • 02/2003 - 09/2004
    Privatdozent für Religionswissenschaft an der Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften der Universität Leipzig
  • 10/2004 - 03/2005
    Vertretung der Professur für "Allgemeine und Vergleichende Religionswissenschaft" an der Universität Leipzig
  • 12/2004 - 09/2008
    ordentlicher Universitätsprofessor für "Religion und Philosophie in Ostasien" am Japan-Zentrum der Ludwig-Maximilians-Universität München
  • seit 10/2008
    ordentlicher Universitätsprofessor für "Religionsgeschichte" mit dem Schwerpunkt Buddhismus an der Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften der Universität Leipzig

Ausbildung

  • 07/1968 - 06/1972
    Grundschule in Lübeck und Lauenburg
  • 07/1972 - 06/1981
    Schulausbildung am Otto-Hahn-Gymnasium in Geesthacht; Abschluss: "Abitur"
  • 10/1984 - 09/1987
    Grundstudium der Religionswissenschaft mit den Nebenfächern Japanologie und Philosophie an der Philipps-Universität Marburg
  • 12/1986 - 09/1987
    zweisemestriger Studienaufenthalt an der Bukkyō-Universität in Kyōto
  • 10/1987 - 09/1991
    Hauptstudium am Fachbereich Außereuropäische Sprachen und Kulturen, Fachgebiet Religionswissenschaft der Philipps-Universität Marburg und Studienabschluss "Magister Artium" mit der Note "sehr gut"
  • 10/1991 - 05/1995
    Promotion zum Thema „Hōnens Buddhismus des Reinen Landes: Reform, Reformation oder Häresie?“ (summa cum laude; Dissertationspreis der Universität Marburg) an der Philipps-Universität Marburg als Stipendiat des Evangelischen Studienwerks
  • 01/1998 - 12/2001
    Habilitation als DFG-Stipendiat über "Religiöse Biographien im ostasiatischen Buddhismus: eine Studie über Gehalt, Form und Funktion hagiographischer Texte" an der Philipps-Universität Marburg

Mein Hauptforschungsfeld in empirischer Hinsicht sind der ostasiatische Buddhismus und die japanische Religionsgeschichte, hier insbesondere der mittelalterliche Buddhismus mit einem Fokus auf die Tradition des Reinen Landes. Mein theoretisches Hauptinteresse besteht in der Wechselwirkung zwischen epistemischen und sozialen Strukturen, wobei ich besonderes Augenmerk auf Praktiken der konzeptuellen Unterscheidung und Formen der institutionellen Differenzierung sozialer Handlungsfelder lege, die unter den Bedingungen der globalen Moderne als 'religiöse' oder 'säkulare' kategorisiert werden. In diesem Sinne verorte ich meine Forschung im Bereich der historischen (Religions-)Soziologie unter anderem in der Tradition Max Webers. Wichtige differenzierungstheoretische Anregungen entnehme ich außerdem der Systemtheorie Niklas Luhmanns. Da ich die Herausbildung epistemischer und sozialer Strukturen auch als das Ergebnis von partiell pfadabhängigen Entscheidungsprozessen an kritischen Wegscheiden betrachte, die durch Kulturbegegnungen ausgelöst werden, interessieren mich in verflechtungsgeschichtlicher Perspektive v.a. wechselseitige Kulturvergleiche und kulturelle Übersetzungen. Entsprechende historische Untersuchungen versuche ich für Theorie und Methodologie der Religionswissenschaft fruchtbar zu machen. Dies gilt insbesondere für die Frage nach der Vergleichbarkeit von Kulturen und der Anwendbarkeit komparativer Konzepte wie 'Religion' oder 'Säkularität'.

  • Kleine, C.
    Formations of Secularity in Ancient Japan? On Cultural Encounters, Critical Junctures, and Path-Dependent Processes
    2019. 8 (1-3). S. 9-45
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  • Kleine, C.
    Premodern Intercultural and Interreligious Dialogues and the Formation of Comparative Concepts: How Encounters between European Missionaries and Japanese in the 16th and 17th Century Changed the Conceptual World
    NotaBene (Special Issue: Eas-West Dialgogue: Cultural and Rligious Aspectss; edited by Antoaneta Nikolova). 2019.
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  • Kleine, C.
    „The Secular Ground Bass of Pre-modern Japan Reconsidered: Reflections upon the Buddhist Trajectories towards Secularity.
    Kolleg-Forschungsgruppe „Multiple Secularities - Beyond the West, Beyond Modernities“. Leipzig. 2018
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weitere Publikationen

Ziel meiner Lehre ist es, meine Forschungsschwerpunkte (siehe dort) für eine grundständige religionswissenschaftliche Ausbildung fruchtbar zu machen. Das bedeutet, dass ich empirische und religionshistorische Daten unter dezidiert religionswissenschaftlichen Perspektiven betrachte und für das Fach relevante theoretische Fragen an sie herantrage. Indem ich Einblicke in meine eigene Forschung gebe, möchte ich vor allem im Master-Studium die Studierenden für die Wissenschaft begeistern und zu eigenständiger Forschung motivieren. Dabei ist es mir besonders wichtig, Empirie und Theorie stets zusammen zu denken. Ein besonderes Anliegen ist es mir in diesem Zusammenhang, das Bewusstsein für die Notwendigkeit des Erwerbs religionskundlicher Grundkenntnisse bereits im BA-Studium gerade auch über vormoderne und außereuropäische Traditionen zu schärfen, da ohne diese eine seriöse Theoriebildung nicht gelingen kann bzw. in eurozentrischen Modellen stecken bleibt. Bei aller Offenheit für Theorien und Methoden anderer Disziplinen betone ich in der Lehre stets die Identität der Disziplin Religionswissenschaft und die Eigenständigkeit des religionswissenschaftlichen Diskurses. Ich möchte die Studierenden dazu befähigen, sich kompetent an diesem Diskurs zu beteiligen.