Prof. Dr. Elisa Marie Hoven

Prof. Dr. Elisa Marie Hoven

Universitätsprofessorin

Deutsches und ausländisches Strafrecht, Strafprozessrecht, Wirtschafts- und Medienstrafrecht
Institutsgebäude
Burgstraße 21, Raum 1.11
04109 Leipzig

Telefon: +49 341 97-35291
Telefax: +49 341 97-35298

Kurzprofil

Elisa Hoven ist Professorin für deutsches und ausländisches Strafrecht, Strafprozessrecht, Wirtschafts- und Medienstrafrecht. Sie studierte Rechtswissenschaft an der Freien Universität Berlin, der Universität Nijmegen sowie der University of Cambridge und war als Gastwissenschaftlerin an den Universitäten Berkeley, Cambridge, Phnom Penh, Harvard, Basel, Los Angeles und Sydney tätig. Ihr Referendariat absolvierte sie in Berlin und am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag. Für ihre Habilitationsschrift zur Auslandsbestechung erhielt sie den Habilitationspreis der Universität Erlangen-Nürnberg. Ihre Promotion im Bereich des Völkerstrafrechts wurde mit dem Dissertationspreis der FU Berlin ausgezeichnet. Aktuell führt sie Drittmittelprojekte zu „Hate Speech im Internet“ sowie zur Reform des Strafzumessungsrechts durch. Seit Juni 2020 ist Elisa Hoven Richterin am Verfassungsgerichtshof des Freistaates Sachsen.

Berufliche Laufbahn

  • seit 09/2018
    Professur für deutsches und ausländisches Strafrecht, Strafprozessrecht, Wirtschafts- und Medienstrafrecht an der Universität Leipzig
  • 10/2019 - 02/2020
    Gastprofessorin an der Universität Sydney, Australien
  • 07/2016 - 10/2016
    Gastwissenschaftlerin an der UCLA School of LAW, USA
  • 10/2015 - 09/2017
    Juniorprofessorin für Strafrecht und Strafprozessrecht, Universität zuKöln
  • 04/2014 - 09/2015
    Förderung der eigenen Stelle an der Universität zu Köln durch die DeutscheForschungsgemeinschaft
  • 07/2013 - 03/2014
    Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institute for International Peaceand Security Law, Universität zu Köln (Prof. Dr. Claus Kreß)
  • 06/2013 - 07/2013
    Gastwissenschaftlerin an der Universität Basel, Schweiz
  • 01/2013 - 05/2013
    Gastwissenschaftlerin an der Harvard University, USA
  • 06/2012 - 12/2012
    Gastwissenschaftlerin an der Pannasastra University of Cambodia, Kambodscha
  • 11/2009 - 04/2010
    Gastwissenschaftlerin am War Crimes Studies Center, University ofCalifornia, Berkeley, USA
  • 06/2009 - 11/2009
    Legal Assistant an den Außerordentlichen Kammern in den Gerichten Kambodschas, Civil Parties (Opfervertretung), Phnom Penh, Kambodscha; Produktion des Kurzfilms “The Khmer-Rouge-Tribunal. Cambodia’s Search for Justice“, gefördert durch FU Berlin
  • 08/2008 - 11/2008
    Gastwissenschaftlerin am Lauterpacht Centre for International Law,University of Cambridge, Großbritannien

Ausbildung

  • 05/2010 - 05/2012
    Rechtsreferendariat am Kammergericht Berlin, Verwaltungsstation im Auswärtigen Amt (Referat Völkerrecht mit Schwerpunkt Völkerstrafrecht), Wahlstation als Legal Consultant am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag bei Vize-Präsident Dr. Kaul
  • 10/2002 - 02/2008
    Studium der Rechtswissenschaft an der Freien Universität Berlin, Erstes Juristisches Staatsexamen mit der Note„gut“ (13,40 Punkte); Absolventenpreis der FU Berlin
  • 02/2006 - 08/2006
    Studium an der Radboud Universitaet Nijmegen, Schwerpunkt Völkerstrafrecht

Im Fokus meiner Forschung zum materiellen Strafrecht und zum Strafprozessrecht stehen folgende Themenfelder:

·        Wirtschaftsstrafrecht, mit Schwerpunkt Unternehmenssanktionenrecht

·        Medienstrafrecht und Digitalisierung, mit dem Schwerpunkt Hate Speech

·        Strafzumessung: Recht und Praxis

·        Sportstrafrecht, Schwerpunkt Antidopinggesetz

·        Tierschutzstrafrecht


Am Lehrstuhl werden derzeit zwei Drittmittelprojekte durchgeführt.


„Gerechte Strafzumessung“

Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Projekt hat zum Ziel, Recht und Praxis der Strafzumessung in Deutschland kritisch zu analysieren und Reformvorschläge zu entwickeln. Im Rahmen des Projekts werden Verfahrensakten  und Gruppengespräche mit RichterInnen ausgewertet. Diskutiert werden die Einführung einer Datenbank für Strafzumessungsentscheidungen sowie die Gestaltung von fakultativen Strafzumessungsrichtlinien.


„Hate Speech im Internet“

Im Rahmen des vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz unterstützten Projekts werden die verschiedenen Facetten von Hate Speech aus kriminologischer, medienwissenschaftlicher, strafrechtlicher und strafprozessualer Perspektive beleuchtet. Das Projekt ist interdisziplinär angelegt und erfolgt in Kooperation mit Kollegen aus den Medien-, den Kommunikationswissenschaften und der Soziologie.


Auf der Basis von empirischen Untersuchungen werden Vorschläge für eine effektive strafrechtliche Bekämpfung von Hate Speech entwickelt. 


Es ist mein Ziel, den Studierenden in vorlesungsbegleitenden Veranstaltungen an aktuellen Entwicklungen in der Forschung partizipieren zu lassen und ihnen Einblicke in interessante Anwendungsprobleme und Forschungsfelder zu verschaffen. Daher veranstalte ich in jedem Semester die „Rechtspolitischen Gespräche“, in denen WissenschaftlerInnen und PraktikerInnen mit den Studierenden über aktuelle (straf-)rechtliche Fragen diskutieren.


Ich habe zudem das „Legal Lab Hate Speech“ gegründet, an dem Studierende aller Fachsemester teilnehmen können. Im Rahmen des Labs führen Studierende eigene Forschungsprojekte zum Thema Hate Speech durch und erhalten auf diese Weise einen Einblick in die rechtswissenschaftliche und kriminologische Forschung.


Im Jahr 2019 habe ich den bundesweiten Moot Court Strafrecht ins Leben gerufen. An dem Moot nahmen Teams aus 10 Fakultäten in Deutschland teil, das Finale wurde vor Richtern des 5. Strafsenats des BGH abgehalten. Der Moot Court wird von der Fakultät des Gewinner-Teams fortgesetzt und soll sich zu einer festen Institution entwickeln.

  • LEO Repetitorium Strafrecht - SoSe 2021

    Im Rahmen des universitätseigenen Repetitoriums übernimmt Frau Professorin Hoven den Allgemeinen Teil des Strafrechts.

    Mittels fallbezogener Wiederholung des Stoffs und Vertiefung prüfungsrelevanter Probleme werden die Studierenden auf die staatliche Pflichtfachprüfung vorbereitet.

  • Vorlesung Medienstrafrecht - SoSe 2021

    Die Veranstaltung widmet sich verschiedenen Aspekten des Medienstrafrechts. Phänomene wie „Hate Speech“ und „Fake News“ werden ebenso behandelt wie die Rolle der Medien im Strafprozess und ihre Bedeutung für die öffentliche Wahrnehmung von Kriminalität und Justiz.

  • Seminar zum Tierschutz- und Umweltstrafrecht - SoSe 2021

    Tierschutz- und Umweltverstöße erfahren in der Gesellschaft und in den Medien große Beachtung, werden in der Strafrechtswissenschaft aber bislang wenig diskutiert. Im Seminar beschäftigen sich die Studierenden mit aktuellen Fragen aus dem Tierschutzstrafrecht oder dem Umweltstrafrecht.

  • Vorlesung zum Tierschutzstrafrecht - SoSe 2021

    In der Vorlesung „Tierschutzstrafrecht“ erhalten Studierende einen Einblick in die ethischen Grundlagen und rechtlichen Rahmenbedingungen der Tierhaltung, in die Voraussetzungen der Strafbarkeit nach dem Tierschutzgesetz sowie in die aktuelle Forschung zur Strafverfolgung von Verstößen im Bereich der Nutztierhaltung. Eine Praktikerin wird über die Realitäten der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung berichten; zudem werden die Studierenden selbst Fallstudien bearbeiten.

  • Seminar zum Sexualstrafrecht - WiSe 2020/21

    Das Sexualstrafrecht spielt in den Medien und in der Öffentlichkeit eine erhebliche Rolle, wird an der Universität allerdings kaum gelehrt. Die SeminarteilnehmerInnen sollen sich mit aktuellen Fragen des Sexualstrafrechts befassen, etwa mit einer Erhöhung von Strafen für Kindesmissbrauch, dem Upskirting oder dem "Only Yes Means Yes"-Modell.

  • Legal Lab "Hate Speech im Internet" - WiSe 2020/21

    Das Legal Lab "Hate Speech im Internet" soll sich Fragen von Hate Speech auf wissenschaftliche Weise nähern. Im Rahmen des Projekts sollen Studierende unter Anleitung von Professorin Hoven das Phänomen Hate Speech näher beleuchten und den strafrechtlichen Umgang mit Hassreden im Internet untersuchen.

  • Moot Court 2020

    Nachdem der erste bundesweite Moot Court im Strafrecht (MCS) in Leipzig stattgefunden hat, wird die zweite Runde in Köln ausgerichtet. Die Aufgabe des MCS-Teams ist die Vorbereitung eines Abschlussplädoyers. Dafür erhalten die Teams einen Sachverhalt, der sich u.a. mit den strafrechtlichen Herausforderungen der Digitalisierung und dem Wirtschaftsstrafrecht befasst. Wie schon im letzten Jahr wird der MCS vor einer hochkarätig besetzten Jury von Praktikern aus der Justiz ausgetragen.