Prof. Dr. Frank Michael Lütze

Prof. Dr. Frank Michael Lütze

Universitätsprofessor

Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterricht
Institutsgebäude Theologie
Martin-Luther-Ring 3-5, Raum 110
04109 Leipzig

Telefon: +49 341 97-35471

Kurzprofil

Frank Lütze ist Professor für Religionspädagogik u. Didaktik des Religionsunterrichts an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht sowohl die Ausbildung von zukünftigen Religionslehrkräften für Schule und Gemeinde, als auch die Erforschung religiöser Bildungs-, Lehr- und Lernprozesse allgemein. Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen dabei insbesondere in der Konfessionalität eines Religionsunterrichts in einem mehrheitlich konfessionslosen Kontext, in dem Phänomen von Religiosität als Thema des Religionsunterricht, als auch in der Ermöglichung religiöser Bildung für bildungsdistanzierte Jugendliche.

Aktuelle gesellschaftspolitische Themen möchte er dabei ebenso für den Religionsunterricht berücksichtigen, wie Themen der christlichen und biblischen Tradition. In seiner Dissertation hat er sich zudem intensiv mit der Predigtarbeit auseinandergesetzt, was seine Arbeit als Universitätsprediger an der Universitätskirche bis heute prägt.




Berufliche Laufbahn

  • seit 05/2020
    Universitätsprediger der Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig
  • seit 08/2013
    Professor für Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts an der Universität Leipzig.
  • 04/2013 - 07/2013
    Vertretung des Lehrstuhls für Religionspädagogik an der Universität Leipzig.
  • 02/2011
    Habilitation mit der Arbeit "Religionsunterricht im Hauptschuldbildungsgang" und Venia legendi für das Fach Praktische Theologie.
  • 01/2011 - 01/2013
    Stellvertretender Leiter der Forschungsstelle Religiöse Kommunikation- und Lernprozesse an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
  • 10/2006 - 10/2011
    Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
  • 07/2005
    Promotion zum Dr. theol. mit der Arbeit "Handlungsmuster der Predigt. Untersuchungen zur homiletischen Pragmatik".
  • 04/2001 - 04/2006
    Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
  • 01/1991 - 01/2001
    Vikariat in der Kirchengemeinde Girkhausen-Langewiese

Ausbildung

  • 10/1991 - 10/1998
    Studium der Theologie sowie der Altorientalistik in Heidelberg, Tübingen, Jerusalem und Münster
  • 01/1991 - 01/2001
    Vikariat in der Kirchengemeinde Girkhausen-Langewiese

Als in Leipzig lehrender Professor für Religionspädagogik, ist es sein Anliegen, die Besonderheiten und Gegebenheiten seines Arbeitsumfeldes zu berücksichtigen. In einem mehrheitlichen konfessionslosen Kontext, wie wir ihn in Sachsen vorfinden, sieht sich religiöse Bildung zahlreichen Schwierigkeiten, aber damit auch Chancen gegenüber. Neben empirischen Forschungen zu Schülerperspektiven im Religionsunterricht, beschäftigt ihn insbesondere das Thema der Konfessionslosigkeit und seine Auswirkungen auf die Praxis des Religionsunterrichts in Ostdeutschland.


Weiterhin ist ihm Religionsdidaktik ein großes Anliegen: Religionsunterricht kann nur dann aktuell sein und sich den Herausforderungen der heutigen Zeit stellen, wenn er sich stärker profiliert und wieder zu seinen Kernkompetenzen zurückkehrt. Von einer eher wissensorientierten „Versachkundlichung“ muss sich der Religionsunterricht entfernen und sich verstärkt auf die Fragen sowie die Suchbewegungen der Kinder und Jugendlichen konzentrieren. So kann der Religionsunterricht zur Sinnstiftung und Identitätsbildung beitragen. Phänomene von Religiosität als Unterrichtsthema sind dabei ebenso im Fokus, wie die religiöse Bildung bildungsdistanzierter Jugendlicher sowie das Lernen im Hinblick auf die Weltreligionen, insbesondere Islam und Judentum. 


Im Bereich der Praktischen Theologie haben ihn Überlegungen zur Homiletik und ihrer Vermittlung an Studierende über längere Zeit beschäftigt.







In seiner Lehre an der Universität ist es ihm ein Anliegen, Fragen der Religionspädagogik und -didaktik möglichst praxisnah anzugehen, ohne aber die theologische Reflexion, die auch ein religionspädagogisches Studium selbstverständlich mitbringt, außen vor zu lassen.

Insbesondere in den Seminaren soll es darum gehen, theologische und biblische Themen im Hinblick auf den Religionsunterricht zu durchdenken und dabei sowohl für die Studierenden, als auch für die Schülerinnen und Schüler fruchtbar zu machen. Es sollte darum gehen, Bezüge zwischen der religiösen Tradition und den Lebensthemen der Kinder und Jugendlichen herzustellen und dabei Grundfragen des Menschseins zu reflektieren. Als Religionspädagogen muss einem bewusst sein, dass auch Lehrkräfte nicht "fertig" sind mit dem Nachdenken über Gott und es muss ein Anliegen sein, offen zu bleiben für die Fragen und Antworten der Kinder und Jugendlichen.

In den Vorlesungen hingegen geht es primär um Grundlagen religionspädagogischen Handelns und Denkens. Neben einem historischen Bewusstsein über die Geschichte und die verschiedenen Konzepte des Religionsunterrichts, soll auch eine gewisse Sicherheit in Rechtsfragen und Begründungen den konfessionellen Religionsunterricht betreffend, herausgebildet werden.

Als Mitinitiator und fester Bestandteil der Leipzig Jerusalem Summer School, möchte er zudem den interreligiösen Dialog stärken und Einblicke verschaffen in authentisch gelebte Religion in einer dafür idealen Umgebung.


  • Leipzig Jerusalem Summer School (zusammen mit Prof. Dr. Dr. Schüle, Prof. Dr. Deeg und Prof. Dr. Angelika Neuwirth)

    Interreligiöse Begegnung und Reflexion an einem einzigartigen Ort: Diese Möglichkeit bietet seit 2015 regelmäßig die LJSS, ein zweiwöchiges intensives Studienprogramm der Theologischen Fakultät Leipzig in Zusammenarbeit mit der Hebrew University Jerusalem. In der Heiligen Stadt, in der Judentum, Christentum und Islam auf dichtestem Raum und in verschiedensten Facetten präsent sind, geht es darum sich auf verschiedenen Ebenen ausführlich mit Christentum, Islam und Judentum auseinanderzusetzen.



  • Alttestamentliche Gestalten in der Grundschule (Sommersemester 2019)

    Alttestamentliche Gestalten gehören zum Standardrepertoire in der religionspädagogischen Arbeit mit Kindern in Gemeinde und Schule. Doch was lässt sich von ihnen im Rahmen des Religionsunterrichts lernen? In Auseinandersetzung mit aktuellen bibeldidaktischen Ansätzen fragen wir nach Lernchancen und Lernwegen zu alttestamentlichen Erzählungen.

  • Religion. Gesellschaft. Politik. Gegenwartsfragen im Horizont der Religionsdidaktik (WS 2018/19, zusammen mit Prof. Dr. Gert Pickel

    Gesellschaftliche u. politische Fragen tangieren Religionsunterricht und Gemeindeleben. Sie werden inhaltlich zum Thema, wenn es um Integration und Migration, Gerechtigkeit und Frieden, um Ethik am Lebensanfang u. -ende, um politischen Extremismus und Fundamentalismus oder um historische Fragen von Kirche geht. Grund genug, sich in einer Kombination religionssoziologischer, politikwissenschaftlicher und religionsdidaktischer Zugänge ausgesuchten Schnittfeldern von Religion und Politik zu widmen

  • Gott als Thema im Religionsunterricht (WS 2018/19)

    Die Frage nach Gott spielt eine erhebliche Rolle im Religionsunterricht. Fast in jedem Schuljahr ist eine Einheit vorgesehen, die den Gottesbegriff in unterschiedlichen Facetten beleuchtet – Gottesbilder und -vorstellungen, Gottes Eigenschaften, Gott als dreieiniger Gott, Gottes Gerechtigkeit angesichts der Übel der Welt, Gottesbeweise etc. Wir untersuchen an ausgewählten Themenkomplexen, welche Relevanz sie für Jugendliche haben u. auf welchen Wegen sie im RU fruchtbar gemacht werden können.

  • Die Bibel im Spiegel der Kunst (SS 2018, zusammen mit Prof. Dr. Dr. Schüle)

    Die bildende Kunst gehört seit jeher zu den wichtigsten Wirkungszeugnissen biblischer Texte. In diesem Seminar soll es insofern nicht darum gehen, zu beschreiben, wie biblische Stoffe bebildert wurden, sondern zu welchen eigenständigen Aussagen sie im Bereich der Kunst geführt haben. Dabei beschäftigen wir uns vor allem mit modernen Arbeiten, u.a. auch aus der sog. "Leipziger Schule" (z.B. W. Tübke, W. Mattheuer, A. Rink, U. Hachulla).

  • Religiöse Bildung im konfessionslosen Kontext (WS 2017/18)

    Religiöse Bildungsangebote in Schule und Gemeinde, aber auch Religionsbücher und Lehrpläne gehen häufig davon aus, dass die Teilnehmer, basale Erfahrungen mit Religion und Religiosität mitbringen. Das ist aber längst nicht mehr der Fall. Welche Herausforderungen für die Religionspädagogik sich daraus ergeben und wie Religionsunterricht und religiöse Bildungsangebote in der Gemeinde für Teilnehmer ohne religiöse Sozialisation geöffnet werden können, wird im Seminar ausführlich durchdacht.

  • "Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin!" - Körperkonzepte im Religionsunterricht (WS 2016/17)

    Zur oft unterschätzten Herausforderung des Kindes- und Jugendalters gehört die Entwicklung eines körperbezogenen Selbstkonzepts. Damit sind Identitätsfragen angesprochen. Die religiöse Traditionen stellt eine Fülle unterschiedlicher Zugänge bereit, die das Verhältnis zum Leib fokussieren. Der heterogene Befund, der keineswegs ins schlichte Klischee der "Leibfeindlichkeit" passt, macht es zu einer lohnenden Herausforderung, nach dem Beitrag des Religionsunterrichts zu diesem Thema zu fragen.

  • Vorlesung Religionsdidaktik I und II

    Die Vorlesungen führen ein in grundlegende Konzepte der Religionspädagogik und -didaktik. Neben zentralen Fragen im Zusammenhang mit der Durchführung von Religionsunterricht, werden relevante Grundlagen über Geschichte, Konzepte sowie rechtliche Fragen vermittelt und kritisch reflektiert. Aktuelle religionspädagogische Konzepte, wie Kinder- und Jugendtheologie oder Lernen im Hinblick auf Weltreligionen sind ebenso Thema, wie konkrete Reflexionen zur Unterrichtsvorbereitung im Fach Religion.

  • Fachpraktisches Seminar im Fach Religion am Gymnasium

    Im Fachpraktischen Seminar werden Studierende in grundlegende Formen der Unterrichtsplanung im Fach evangelische Religion eingeführt und führen anschließend in Begleitung und mit Unterstützung der Dozenten eigene Unterrichtsversuche in Schulen durch. Diese werden ausführlich reflektiert und ausgewertet, um religionspädagogische und -didaktische Analysefähigkeiten zu schulen. Am Ende des Seminars steht das Verfassen eines ausführlichen Unterrichtsentwurfs.

  • Ökumenisch sensibler Religionsunterricht (WS 2015/16)

    Das Grundgesetz sieht einen konfessionellen Religionsunterricht vor. Gleichzeitig aber gilt es, im evangelischen Religionsunterricht Grundzüge des Christentums ohne konfessionelle Engführung zu erschließen. Das Seminar wird exemplarisch zeigen, dass sich die Frage nach dem konfessionelle bzw. ökumenischen Profil des Faches nicht erst bei der Einheit „Evangelisch - Katholisch“ stellt, sondern fast alle Themen von ihr berührt sind.