Kurzbeschreibung: Das Projekt BiDiPeri untersucht die Möglichkeiten, Bibliotheken in ländlichen Räumen zu digitalisieren.
Leitung: Prof. Dr. Benjamin Jörissen, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Fachrichtung: Allgemeine Pädagogik mit besonderem Fokus auf
Kulturelle und Ästhetische Bildung
Laufzeit: Dezember 2019 – November 2022

Zu sehen ist eine virtuell erstellte Bibliothek.
Foto: CreativeCommons

Das Projekt BiDiPeri

In ländlichen Gebieten herrscht im kulturellen Bereich ein digitaler Innovationsmangel. Dieser ist vor allem auf fehlende Strukturen zurückzuführen. Das Forschungsprojekt BiDiPeri geht der Frage nach, wie kulturelle und pädagogische Angebote diesen Mangel ausgleichen können. Es richtet die Aufmerksamkeit hierbei auf die Bibliothek als Kulturort und Einrichtung der kulturellen Bildung. Bibliotheken in Städten entwickelten sich in den letzten Jahren vielfach zu regionalen Innovationsstätten. Diese Potenziale will das Projekt beforschen und für ländliche Räume nutzbar machen.

Drei Forschungsphasen

BiDiPeri ermittelt, welche Angebote einer digital-kulturellen Bildung Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse herstellen und insbesondere regionale Stärken der ländlichen Gebiete fördern. Das Projekt erhebt in einer ersten Phase zunächst Wahrnehmungen und Bedarfe von Jugendlichen in ländlichen Räumen. In der zweiten Phase untersucht es die Erfolgsfaktoren von Bibliotheken mit digitalen Angeboten in Deutschland und Skandinavien. In der dritten Phase entwickelt und testet BiDiPeri ein Programm mit Workshops und Infrastrukturmaßnahmen für kleine ländliche Bibliotheken. Dieses Programm probieren dann vier kleine Gemeinden aus. Die Ergebnisse dieser Tests sowie die erfolgreichen Workshops werden auf einer Webseite veröffentlicht. Dadurch ermöglicht BiDiPeri über das Projektende hinaus den Austausch zwischen den Akteurinnen und Akteuren.

Kurz und Knapp

Alles auf einen Blick: Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu uns und unserem Projekt.

BiDiPeri ist ein Projekt der Universität Erlangen-Nürnberg. Professor Benjamin Jörissen ist der Leiter des Projekts und hat den Lehrstuhl für Pädagogik mit dem Schwerpunkt Kultur und Ästhetische Bildung inne. Ansprechpartnerin für die Projektarbeit ist Viktoria Flasche. Sie promoviert am Lehrstuhl im Bereich der Jugendforschung mit dem Fokus auf Subjektivierungsprozesse, insbesondere im Hinblick auf Social Media.

Zu sehen ist das Logo des Projektes BiDiPeri
Grafik: BiDiPeri

Ein Mangel an kulturellen Angeboten fördert Landflucht. Wir untersuchen, wie ländliche Räume entwickelt werden können, sodass sie ein kulturell attraktives Umfeld für „Digital Natives“ bilden. Als „Digital Natives“ bezeichnen wir Menschen, die seit dem Kleinkindalter mit Digitalität aufgewachsen sind. Besonders interessieren wir uns daher für digitale Innovation durch Bibliotheken in ländlichen Räumen. Das Ziel ist die Entwicklung eines (post-)digitalen Bildungsangebots in ländlichen Bibliotheken.

Zu sehen ist eine Grafik, in welcher eine Frau auf der Tastatur eines geöffneten Laptops steht und ein Buch aus dem Bildschirm zu ziehen scheint, als ob es ein Bücherregal wäre
Foto: Colourbox

Das Projekt BiDiPeri arbeitet mit Methoden der qualitativen Sozialforschung. Es ist in drei Phasen aufgeteilt. In der ersten Phase erheben wir mittels Gruppendiskussionen, wie sich digital-kulturelle Bildung für Jugendliche in ländlichen Räumen gestaltet. In der zweiten Phase erforschen wir Bibliotheken mit (post-)digitalem Bildungsangebot. Wir kombinieren dazu teilnehmende Beobachtungen und Experteninterviews. Aus den Ergebnissen entwickeln wir ein Modell, welches wir in der dritten Phase experimentell erproben. Dabei befragen wir begleitend die Beteiligten nach ihren Erfahrungen, Einschätzungen und Meinungen.

Das Projekt BiDiPeri geht bislang unbegangene Wege. Über die klassische Jugend- und Programmforschung hinaus entwickeln wir mithilfe unserer Ergebnisse ein eigenes, neuartiges Bildungsprogramm für Bibliotheken in ländlichen Räumen. Nach dem Test dieses Programms wird es weitere Entwicklungen anstoßen. Wir planen zudem eine Online-Plattform, die den Teilnehmenden eine Vernetzung untereinander, aber auch Zugang zu Angeboten, Workshops und Ideen bietet.

Zu sehen ist ein kleiner Junge, der an einem Tablet arbeitet.
Foto: CreativeCommons