Kurzbeschreibung: Das Projekt DO_KiL untersucht künstlerische Residenzen in ländlichen Räumen.
Leitung: Prof. Dr. Wiebke Waburg, Universität Koblenz-Landau
Fachrichtung: Erziehungswissenschaften
Laufzeit: Dezember 2019 – November 2022

Drei Personen tanzen in bunten Tüchern auf einer Bühne. Man sieht nur ihre Beine
Foto: Colourbox

Das Projekt DO_KiL

Im Forschungsprojekt Do_KiL untersucht ein Team der Universität Koblenz-Landau sogenannte „künstlerische Residenzen“ in ländlichen Räumen als Spiel-, Versammlungs- und Kommunikationsorte. Während einer Residenz sind Kunstschaffende mehrere Wochen oder Monate zu Gast in einer Gemeinde. Gemeinsam mit den Menschen vor Ort und schulischen sowie außerschulischen Einrichtungen schaffen sie temporäre Begegnungsräume. Dies sind beispielsweise leerstehende Gebäude oder nicht genutzte Räumlichkeiten. Ausgehend von den individuellen Besonderheiten des Ortes entstehen künstlerische Arbeiten. Die Arbeiten verorten sich an der Schnittstelle von kultureller Bildung, neuen Theaterformen und Gemeinwesensentwicklung. Der künstlerische Schwerpunkt der von DO_KiL begleiteten Residenzen liegt auf zeitgenössischem Theater und Performance.

Eine künstlerische Residenz begleiten

Das Forschungsteam begleitet die Arbeit der Kunstschaffenden durch wiederholte Besuche. Diese finden beispielsweise zum Start sowie während und einige Monate nach Abschluss der Residenz statt. Während der Besuche führen die Forschenden teilnehmende Beobachtungen sowie Interviews und Gruppengespräche mit den Kunstschaffenden, weiteren Beteiligten und dem Publikum durch. Sie interessieren sich für zwei Dinge:

1. Wie greifen die Kunstschaffenden vorhandene ländliche Strukturen auf? Berücksichtigen sie dabei die migrationsgesellschaftliche Realität?

2. Gelingt es ihnen, nachhaltig auf die Qualität kultureller Bildung in ländlichen Räumen einzuwirken? Befähigen sie die Beteiligten und Einrichtungen vor Ort, diese eigenständig fortzusetzen?

Video: Das Projekt DO_KiL stellt sich vor

Video: Das Projekt DO_KiL stellt sich vor

Kurz und Knapp

Alles auf einen Blick: Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu uns und unserem Projekt.

Das Logo von Do_KiL ist grün. Ein mehrteiliger Pfeil verbindet die Teile "Do" und "KiL", Grafik: Do_KiL
Grafik: Do_KiL

Wir sind ein 5-köpfiges Projektteam der Universität Koblenz-Landau. Wir arbeiten im Bereich Migration und Heterogenität am Institut für Pädagogik auf dem Campus Koblenz.

Wir untersuchen die Wirkung von künstlerischen Residenzprogrammen in ländlichen Räumen. Die von uns begleiteten Kunstschaffenden beziehen in sogenannten „Residenzen“ für eine bestimmte Zeit in einer Gemeinde Quartier und arbeiten mit den Menschen, die dort leben. Das Ziel ist, herauszufinden, wie die Kunstschaffenden die Gegebenheiten vor Ort erschließen. Wir möchten beobachten, wie sie Kontakt zu den dort Lebenden aufbauen und mit ihnen zusammen künstlerische Projekte entwickeln. Zudem untersuchen wir, ob und wie das Thema Migration in diesem Rahmen eine Rolle spielt.

Zu sehen sind verschiedene Kunstschaffende, welche gemeinsam malen, Foto: colourbox.de
Foto: Colourbox

Wir begleiten die Kunstschaffenden während ihrer Residenz durch teilnehmende Beobachtung. In dieser Zeit führen wir vor Ort Gruppendiskussionen und Interviews mit allen Beteiligten durch. In die Untersuchung binden wir auch Fotos, Videos, Zeitungsartikel, Notizen und Tagebücher der Kunstschaffenden ein. Nach Beendigung der Residenz führen wir weitere Gruppendiskussionen und Interviews durch. Wir möchten dadurch herausfinden, welche Spuren und Eindrücke die künstlerische Arbeit in der Gemeinde hinterlassen hat.

Zu sehen ist ein Schauspieler auf einer Bühne, Foto: colourbox.de
Foto: Colourbox
Zu sehen sind vier Jugendliche, welche in eine Diskussion vertieft sind, Foto: colourbox.de
Foto: Colourbox

Unser stark fächerübergreifendes Team verbindet die Bereiche Kulturwissenschaft, Bildungswissenschaft und Migrationsforschung. Was wir jedoch gemeinsam haben ist, dass wir alle in ländlichen Regionen aufgewachsen sind. Dabei haben wir zum Teil sehr ähnliche, zum Teil auch ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Dadurch sind wir offen gegenüber den Möglichkeiten und Hindernissen bei der Umsetzung kultureller Bildungsprojekte in ländlichen Räumen.