Kurzbeschreibung: FAkuBi vergleicht drei Regionen in Hinblick auf ihre Felder und Konstellationen von Agierenden in der kulturellen Bildung.
Leitung: Prof. Dr. Werner Thole (Universität Kassel), Prof. Dr. Alexandra Engel (HAWK Hildesheim/Holzminden/Göttingen), Prof. Dr. Alexandra Retkowski (BTU Cottbus-Senftenberg)
Fachrichtung: Soziale Arbeit und Kulturwissenschaften
Laufzeit: Dezember 2019 – September 2023

Man sieht einen Chor aus jungen Menschen singen
Junge Menschen singen im Chor, Foto: colourbox.de

Das Projekt FAkuBi

Das Forschungsprojekt FAkuBi untersucht Felder und Konstellationen von Agierenden in der kulturellen Bildung. Der Schwerpunkt liegt auf dem Vergleich von Angeboten für Kinder und Jugendliche in jeweils einer nord-, ost- und mitteldeutschen Region. Die Studie beforscht die Regionen in mehreren Arbeitsschritten. Dabei werden beispielsweise standardisierte Befragungen, Netzwerkanalysen und Beobachtungen angewendet.

Die Forschung

Die Forschenden identifizieren die Besonderheiten, Triebfedern und Gelingensbedingungen, aber auch die Herausforderungen für kulturelle Angebote in ländlichen Räumen. Sie stellen die Formen und die Praxis der Kultur und kulturpädagogischer Programme regionalspezifisch dar. Darüber hinaus nehmen sie die Interaktionsprozesse und Netzwerke in den Blick. Sowohl allgemeine Merkmale ländlicher Kulturbildung als auch spezielle Angebote werden aus dem Blickwinkel der Beteiligten beobachtet und analysiert. Insbesondere interessieren die Sinn- und Deutungsmuster, die sich während der Schaffung von Kultur entwickeln.

Die Erkenntnisse von FAkuBi werden in die Konzeptualisierung, Planung, Durchführung sowie Weiterentwicklung kommunaler und regionaler Kulturprojekte und -angebote einfließen. Damit trägt FAkuBi zur Bildung von Netzwerken der kulturellen Bildung in den Regionen bei.

Die Teilprojekte

FAkuBi ist ein Verbundprojekt, welches sich aus drei Teilprojekten zusammensetzt. Diese sind an der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Holzminden, der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg und der Universität Kassel angesiedelt. Das Team in Kassel koordiniert das Verbundvorhaben.

Kurz und Knapp

Alles auf einen Blick: Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu uns und unseren Projekten.

Holzminden

Das Teilprojekt FAkuBi an der HAWK Holzminden besteht aus der Projektleiterin Professorin Alexandra Engel und der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Dr. Katja Drews. Es ist angesiedelt am Zukunftszentrum Holzminden-Höxter (ZZHH) der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen in Holzminden. Das ZZHH wird in Kooperation mit der Hochschule Ostwestfalen-Lippe geführt.

Cottbus

Unser dreiköpfiges Team besteht aus Professorin Alexandra Retkowski, der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Claudia Arndt und der studentischen Mitarbeiterin Sandra Kuckel. Das Projekt ist am Institut für Soziale Arbeit an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg angesiedelt.

Kassel

Das Teilprojekt „Südwestvorharz“ wird von Professor Werner Thole geleitet und unter Mitarbeit der wissenschaftlichen Beschäftigten Heike Gumz und Julian Trostmann sowie der studentischen Mitarbeitenden durchgeführt. Die Forschenden der Erziehungswissenschaft, Sozialpädagogik und Sozialarbeit koordinieren von Kassel aus den Regionalvergleich der drei Teilprojekte und untersuchen selbst die Region Südwestvorharz. Diese Region ist historisch wie aktuell mit infrastrukturellen, sozialen und kulturellen Herausforderungen konfrontiert.

Holzminden

Das Teilprojekt ermittelt die Angebote und Netzwerke der kulturellen Bildung für Kinder und Jugendliche in der Region Weserbergland. Mit einem qualitativen Forschungsansatz untersuchen wir Interpretationen und Deutungen der Beteiligten. Wir möchten dadurch den Zusammenhang zwischen Angeboten kultureller Bildung und regionaler Identität, Haltungen oder Lebensentwürfen ermitteln. Darüber hinaus ist es unser Ziel, regional einzigartige und übergeordnete Faktoren sichtbar zu machen, welche die Netzwerkarbeit der kulturellen Bildung in ländlichen Regionen gelingen lassen.

Cottbus

Wir untersuchen die Angebote und Netzwerke der kulturellen Bildung für Kinder und Jugendliche in der Region Lausitz. Uns interessiert besonders, welche Angebote bestehen, wo sie stattfinden, wer sie anbietet, wie sie entstanden sind und wie die Anbietenden sie interpretieren. Wir fragen: Entsteht oder verändert sich durch kulturelle Bildung in der Region die regionale Identität? Beeinflusst sie altersgruppenbezogene Haltungen, regionaltypische Traditionen oder geschlechtertypische Lebensentwürfe? Darüber hinaus interessiert uns, wie Netzwerkarbeit der kulturellen Bildung in ländlichen Regionen gelingen kann. Wir möchten aufzeigen, welche Bedeutung die Angebote der kulturellen Bildung für den Strukturwandel in der Lausitz haben.

Kassel

Das Projekt basiert auf der Forschungsfrage, wie sich Kultur und kulturelle Bildung in ländlichen Räumen entwickelt und gestaltet. Dabei liegt ein besonderer Schwerpunkt auf Angeboten für Kinder und Jugendliche. Doch anstatt Defizite aufzudecken oder Möglichkeiten mit denen in Städten zu vergleichen, untersuchen wir die Besonderheiten ländlicher Räume. Dabei rekonstruieren wir die Sinn- und Deutungsstrukturen und nehmen Chancen und potenzielle Herausforderungen in den Blick. Unsere Erkenntnisse können dann in Konzepte zur Planung und Durchführung regionaler Kulturprojekte und -angebote einfließen.

Das Bild zeigt ein Kind, das auf ein weißes Blatt Papier mit Buntstiften malt
Foto: Colourbox

Holzminden

Mit einem quantitativ-qualitativen Forschungsansatz erfassen wir die regionalen Angebote kultureller Bildung. Aus den Ergebnissen dieser statistischen Erhebung erstellen wir mit humangeographischen Methoden Netzwerkkarten. Vertieft wird diese Arbeit durch regionale Workshops, Interviews und Gruppendiskussionen mit den Beteiligten. Ziel ist es, in der Region die kulturellen Bildungsangebote der sozialen Träger, des Bildungssystems und der kultur- und zivilgesellschaftlichen Sektoren aufzufinden. Die Zusammenhänge in beispielsweise ihrer Entstehung sollen aus Interviews mit den Beteiligten heraus deutlich werden.

Cottbus

Unsere quantitativ-qualitative Forschung besteht aus statistischen Erhebungen, der Kartierung der Angebote und der Erstellung von Netzwerkkarten der Beteiligten kultureller Bildung. Hierzu nutzen wir humangeographische Methoden. Des Weiteren führen wir Regionalworkshops, Interviews und Gruppendiskussionen durch. Unser Ziel ist es, die – nicht immer öffentlich präsenten – kulturellen Bildungsangebote der sozialen Träger, des Bildungssystems und der kulturellen sowie zivilgesellschaftlichen Sektoren der Region aufzufinden. Gespräche mit den Ausführenden bringen Auskunft über die Zusammenhänge des Zustandekommens von kulturellen Bildungsangeboten.

Kassel

Um die Komplexität der kulturellen Bildung empirisch umfassend abzubilden, nähern wir uns unserer Fragestellung mithilfe quantitativer und qualitativer Zugänge. Wir erheben beispielsweise standardisierte Daten, nutzen aber auch humangeografische Methoden zur Identifikation von Netzwerken und führen teilnehmende Beobachtungen, Interviews und Diskussionen durch. Diese verschiedenen Perspektiven erlauben es uns, die Sinn- und Deutungskonstruktionen zu beleuchten. Darüber hinaus möchten wir auch implizite und – so eine Annahme – stark informelle Netzwerke und Angebote sichtbar machen und betrachten.

Auf dem Bild sieht man zwei jugendliche Mädchen, die in einem Tanzstudio vor Spiegeln eine Choreographie einüben.
Foto: Colourbox

Holzminden

FAkuBi erhebt als erstes Projekt systematisch die kulturelle Bildung in der Region Weserbergland. Ziel der Studie ist es, herauszufinden, welche Konsequenzen die Zugehörigkeit zu verschiedenen Bundesländern für die kulturellen Bildungseigenschaften benachbarter ländlicher Räume hat. Das Projekt ergänzt bereits bearbeitete Fragestellungen zu Faktoren, die junge Menschen in ländlichen Regionen bleiben lassen.

Cottbus

Das Besondere ist unsere Forschungsregion Lausitz und ihr natur- und kulturräumlicher Strukturwandel. Die Region ist einerseits geprägt vom Braunkohleabbau mit seinen Tagebaulöchern, andererseits vom UNESCO Weltnaturerbe „Spreewald“.

Gleichzeitig bilden die sorbisch-wendischen Bräuche und Traditionen, die hier noch immer gepflegt werden, eine Besonderheit der Region. Auch die sorbische Sprache ist im regionalen öffentlichen Raum, beispielsweise auf Verkehrsschildern und in der Verwaltung, präsent.

Kassel

Das Teilprojekt ist das erste seiner Art, das die kulturellen Landschaften und Netzwerke der Region Südwestvorharz systematisch darstellt. Der Südwestvorharz selbst ist durch Zweierlei als besonders zu kennzeichnen: Die Region liegt in drei Bundesländern und war zeitweise durch die innerdeutsche Grenze geteilt. Zudem ist sie davon geprägt, eine katholisch-christliche Enklave inmitten evangelisch-christlich geprägter Regionen zu sein. Die Forschungsergebnisse werden sowohl für die kulturelle Bildung als auch die Soziale Arbeit in Theorie und Praxis gewinnbringend sein.

Man sieht einen jungen Mann, der konzentriert Gitarre spielt.
Foto: Colourbox