Kurzbeschreibung: Das Projekt untersucht die Rolle der Begriffe „Heimat“, „Welt“ und „Bühne“ im Kontext von Amateurtheatervereinen und Kulturzentren.
Leitung: Prof. Dr. Günther Heeg, Universität Leipzig
Fachrichtung: Theaterwissenschaft
Laufzeit: Dezember 2019 – November 2022

Das Bild zeigt eine Frau, die Regieanweisungen bei einer Theaterprobe gibt. Im Hintergrund sieht man Schauspieler, die einen Schwertkampf proben.
Foto: Colourbox

Das Projekt

Im Rahmen des Forschungsprojekts HeimatWeltBühne. Amateurtheater in peripheren Räumen Ostdeutschlands untersuchen wir sechs Amateurtheater oder Kulturzentren in Brandenburg und Sachsen. Wir schauen, welche Rolle diese als Mittler transkultureller – also Kulturen übergreifender – Bildung in ländlichen Räumen einnehmen. Dabei spielen die drei Begriffe Heimat, Welt und Bühne eine zentrale Rolle: Wir beobachten, in welche Beziehungen die drei Begriffe in der Praxis der Amateurtheater/Kulturzentren treten.

Die Verbindung von Heimat und Welt auf der Bühne

Dazu untersuchen wir die Strukturen vor Ort und die Intentionen der Akteure und Akteurinnen. So erforschen wir, was notwendig ist, damit sich durch das Spiel auf der Bühne Heimat und Welt offen begegnen. Wir wollen fragen: Wie kann transkulturelle Theaterarbeit zur Stärkung demokratischen Verhaltens beitragen? Wie begünstigt sie den Umgang mit Fremden und der Welt?

Das Ziel: eine offene Heimat

Wir möchten zeigen, dass Theaterarbeit die Vorstellung von Heimat verändert: weg von einem Raum, der den Zusammenhalt von „Einheimischen“ stärkt, indem er die Exklusion von allem Fremden betreibt und sich gegenüber der Welt abschottet. Hin zu einem Begriff der Heimat, der eine reflektierte Vorstellung von der eigenen Heimat mit der Offenheit für die Welt und das Fremde verbindet.

Unsere nächsten Schritte

01/2020  – Wir organisieren erste Treffen mit örtlichen Verantwortlichen der Kulturpolitik, Mitarbeitenden in Kulturbüros und Kulturbeigeordneten im Rathaus und Landkreis. Auch wird es Treffen mit den Amateurtheater-Vereinsvorsitzenden, den Spielleitenden und den Mitarbeitenden geben. Wir beginnen mit der empirisch-quantitativen Erfassung der materiellen und sozialen Strukturen und analysieren die Mitarbeitenden des lokalen Amateurtheaters, sowie weitere Mittelspersonen kultureller Bildung. Dabei konzentrieren wir uns auf die institutionellen, strukturellen, strategischen und personellen Rahmenbedingungen. Wichtig ist es für uns, dabei die spezifischen geographischen, ökonomischen und politischen Einflüsse zu berücksichtigen.

Kurz und Knapp

Alles auf einen Blick: Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu uns und unserem Projekt.

Unser Team besteht aus dem Projektleiter Prof. Dr. Günther Heeg, Claudius Baisch, Sophia-Charlotte Reiser, Felix Rusch, Henrike Schmidt, Stephan Schnell, PhD. und Helena Wölfl, PhD. Angesiedelt sind wir am Centre of Competence for Theatre (CCT) an der Universität Leipzig.

Wir untersuchen sechs Amateurtheatervereine beziehungsweise Kulturzentren in ländlichen Räumen Ostdeutschlands. Dabei stellen wir die Frage, wie Amateurtheater mit kultureller Bildung zur Stärkung von Demokratie, zum gelingenden Umgang mit Fremden und zu Weltoffenheit beitragen können. Wir schauen, in welche Beziehung die Begriffe Heimat und Welt auf der Bühne treten.

Foto: Colourbox

Unsere Forschung verbindet quantitative und qualitative Forschungsmethoden. Wir erkunden Bedingungen, Praktiken und Perspektiven transkultureller Bildung in ländlichen und sehr abgelegenen Räumen. Dabei arbeiten wir eng mit sechs Amateurtheatern und Kulturzentren in Brandenburg und Sachsen zusammen. Dazu erheben wir quantitativ die Bedingungen und Strukturen kultureller Bildung durch Theater. Auch untersuchen wir die Vorstellungen, Absichten und Strategien von Theater-Aktiven und Beschäftigten in der Kulturpolitik mithilfe von narrativen Interviews und werten diese im Anschluss aus. Auf Basis einer teilnehmenden Beobachtung untersuchen wir außerdem die Prozesse der Produktion und Auffassung von Theaterarbeit als kulturelle Bildung.

Zu sehen sind Schauspielende in tüchernen Gewändern während einer Probe oder Aufführung, Foto: colourbox.de
Foto: Colourbox

Mit dem Projekt knüpfen wir an das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Forschungsprojekt Fremde spielen. Amateurtheater als non-formales und informelles Medium transkultureller Bildung an. Wir festigen damit unsere Zusammenarbeit mit dem Bund Deutscher Amateurtheater e. V. Auf dem Gebiet transkultureller Bildung verfügen wir über langjährige theoretische und praktische Erfahrung im lokalen Bereich und internationalen Vergleich.