Kurzbeschreibung: KuBiLa (Kulturelle Bildungs-Landkarten – Visuelle sozialräumliche Netzwerkanalyse kooperativer kultureller Bildung in ländlichen Räumen im Vergleich) untersucht Netzwerke kultureller Bildung in ländlichen Räumen.
Leitung: Prof. Dr. Ulrike Stutz, Universität Erfurt
Fachrichtung: Kunstpädagogik/Soziologie/Politikwissenschaft
Laufzeit: Dezember 2019 – November 2022

Zu sehen ist das Logo des Projektes KuBiLa
Logo: KuBiLa

Das Projekt KuBiLa

Im Projekt verorten wir Einrichtungen und Orte kultureller Bildung auf einer Online-Landkarte. Dazu beziehen wir uns zunächst auf drei Landkreise in Nordthüringen, die als „abgelegen“ oder „sehr abgelegen“ und somit als strukturell benachteiligt gelten. Parallel zu diesem „Mapping“ führen wir Workshops mit Agierenden kultureller Bildung, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, pädagogischen Fachkräften sowie mit Lernenden und Eltern als ausgewählte Nutzende durch. Wir untersuchen dabei Netzwerke kultureller Bildung aus der Perspektive der verschiedenen Beteiligten.

Herausforderungen und Kooperation

Im Gespräch mit den Anbietenden kultureller Bildung interessiert uns besonders, ob eine Zusammenarbeit oder zumindest ein Austausch zwischen verschiedenen Beteiligten besteht. Hier untersuchen wir, inwiefern die Befragten darin eher Herausforderungen oder eher Potentiale in der Bewältigung ihrer Aufgaben in der kulturellen Bildung erkennen.

Von den Lernenden, Eltern und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren möchten wir wissen, welche Einrichtungen und Orte kultureller Bildung sie für ihre eigene Nutzung bzw. für ihren Besuch mit Gruppen bevorzugen. Wir fragen sie nach ihren Gründen und versuchen abzulesen, ob die Vernetzung bestimmter Anbietender kultureller Bildung den Interessen von Nutzenden und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren entgegenkommt. Nicht einzelne Merkmale kultureller Bildung, sondern bereits geschaffene oder wünschenswerte Beziehungsnetzwerke stehen also im Fokus. Die drei Landkreise in Nordthüringen vergleichen wir mit zwei weiteren Regionen in Ostdeutschland und ermitteln überregional Unterstützungsbedarfe und Potentiale von Vernetzung.

Kurz und Knapp

Alles auf einen Blick: Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu uns und unserem Projekt.

Wir sind ein interdisziplinäres Team aus den Fachbereichen Kunstpädagogik (Professorin Dr. Ulrike Stutz, Jennifer Rossi (M. A.), Vanessa Rust (B. A.)), Politikwissenschaft (Fabian Hagedorn M. A. und LL.M.oec) und Soziologie (Dr. Dagmar Brand). Wir bringen unterschiedliche Forschungsmethoden und -perspektiven ein, um unseren Untersuchungsgegenstand mehrdimensional zu erforschen. Wir werden durch zwei Berater/innen aus den Bereichen Politische Bildung/Kulturpolitik (Dr. Michael Flohr) und Public Art/Kunstforschung (Susanne Bosch, PhD) unterstützt.

Wir untersuchen beispielhafte Herausforderungen kultureller Bildung in ostdeutschen ländlichen Räumen. Hierbei konzentrieren wir uns auf Zusammenarbeit und Kooperation als mögliche Bewältigungsstrategie. Wir arbeiten heraus, welche Unterstützung für diese Vernetzungen notwendig sind und fragen nach Potenzialen und Hemmnissen. Dabei interessieren uns besonders die Perspektiven der Beteiligten vor Ort, wie den Anbietenden, Nutzenden und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren kultureller Bildung. Ziel ist es, zu praxisrelevanten Forschungsergebnissen zu gelangen.

Zu sehen ist eine Grafik, die verschiedene beispielhafte Elemente der Kultur darstellt: Theatermasken, Mikrofone, Bühnen, Vasen, Staffelein, Kameras und Instrumente. Foto: colourbox.de
Foto: Colourbox
Zu sehen ist eine Grafik. Vor grünem Hintergrund sind die Köpfe von Menschen gezeichnet, welche gemeinsam ein Netzwerk bilden, Foto: colourbox.de
Foto: Colourbox

Zentral ist ein Online-Mapping von Einrichtungen und Orten kultureller Bildung mithilfe einer Projekt-Website. Mit der Präsenz eines mobilen „Forschungskiosks“ vor Ort wird die Online-Erhebung unterstützt. Hiermit werden persönliche Befragungen in öffentlichen Räumen in den Regionen ermöglicht. Es finden weitere persönliche Begegnungen in Workshops statt. In diesen führen wir Gruppendiskussionen, Interviews und Netzwerkerhebungen mit den unterschiedlichen Beteiligten kultureller Bildung durch. Rahmenbedingungen und „kulturelle Ausstattung“ der beforschten drei Landkreise bestimmen wir mittels eines im Projekt entwickelten Index „Kulturelle Bildung“. Mit diesem werden auch zwei ostdeutsche Vergleichsregionen bestimmt.

Unser Forschungsprojekt zeichnet sich besonders durch seine Interdisziplinarität aus: Wir arbeiten auf der Grundlage von Kunstpädagogik, Politikwissenschaften und Soziologie und bringen unsere unterschiedlichen disziplinären Perspektiven, Methoden und Fragestellungen ein. Dies erlaubt uns eine vieldimensionale Forschung.

Unser Projekt weist auch methodische Besonderheiten auf: Wir arbeiten mit einem Online-Mapping in Verbindung mit personalen Kontakten durch einen Forschungskiosk, der vor Ort kommunikative Räume entstehen lässt. Und wir führen Untersuchungen mit qualitativen visuellen Netzwerkanalysen durch, die wir in interaktiven Workshops mit den Beteiligten vor Ort entwickeln.

Zu sehen sind bunte Farben auf einer Landwand mit einem Pinsel, Foto: colourbox.de
Foto: Colourbox