Kurzbeschreibung: Das Verbundprojekt KUBILARI beschäftigt sich mit dem Einfluss kultureller Bildung auf gesellschaftliche Umbrüche, regionale Identitäten und das öffentliche Bild von ländlichen Räumen.
Leitung: Prof. Dr. Stephan Beetz (Hochschule Mittweida), Prof. Dr. Steffen Kolb (Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin)
Fachrichtung: Soziale Arbeit, Wirtschaftskommunikation
Laufzeit: Dezember 2019 – November 2022

Zu sehen sind die Rücken von sieben Kindern, welcher auf dem Ast eines Baumes sitzen.
Foto: Colourbox

Kulturelle Bildung als Spiegel ländlicher Wandlungsprozesse

Entgegen früherer Annahmen besitzen ländliche Räume eigene Entwicklungspfade mit Brüchen, Unterbrechungen und Verfremdungen. Das Forschungsprojekt KUBILARI untersucht, ob und wie kulturelle Bildung die besonderen Wandlungsprozesse ländlicher Räume aufnimmt, auf die Entwicklungen reagiert und das Ländliche neu repräsentiert. Die zentrale Frage lautet, wie kulturelle Bildung mit künstlerisch-ästhetischen Methoden lokale oder regionale Themen erleb- und bearbeitbar macht sowie Selbstwirksamkeitserfahrungen stärken kann.

Die Teilprojekte

Das interdisziplinäre Verbundprojekt setzt sich aus zwei Teilprojekten zusammen:

  • Teilprojekt I ist an der Hochschule Mittweida verortet und wird von Prof. Dr. Beetz geleitet. Er lehrt an der Fakultät Soziale Arbeit und forscht im Themenfeld der Entwicklung ländlicher Räume. Dieses Projekt beschäftigt sich mit dem Einfluss kultureller Bildung auf gesellschaftliche Umbrüche und regionale Identitäten in ländlichen Gesellschaften.
  • Teilprojekt II ist an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin angesiedelt und analysiert kulturelle Bildung und das öffentliche Bild von ländlichen Räumen. Prof. Dr. Kolb ist Leiter des Teilprojektes II. Er ist im Fachgebiet Wirtschaftskommunikation tätig und arbeitet auf dem Gebiet der Themenzyklusanalyse.

Kurz und Knapp

Alles auf einen Blick: Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu uns und unserem Projekt.

Unser Forschungsprojekt umfasst unterschiedliche Fachbereiche und besteht aus zwei Teams. Die Projektleitenden sind Professor Stephan Beetz als Lehrender in den Bereichen Gemeinwesenarbeit, Sozialforschung und soziologische Grundlagen Sozialer Arbeit an der Fakultät Soziale Arbeit an der Hochschule Mittweida und Professor Steffen Kolb als Lehrender der Wirtschaftskommunikation mit Schwerpunkt auf empirischer Markt- und Kommunikationsforschung an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Professor Beetz beforscht die Entwicklung ländlicher Räume und Professor Kolb arbeitet auf dem Gebiet der Themenzyklusanalyse. Die wissenschaftlichen Mitarbeitenden Ulf Jacob und Maren Irmer unterstützen die Projektleitung bei der Organisation und Durchführung. Daneben arbeiten studentische Hilfskräfte sowie eine Reihe externer Beteiligter am Projekt mit.

Entwicklungen in ländlichen Räumen verlaufen nicht nach dem Muster von Großstädten. Es erfolgt beispielsweise ein anderer öffentlicher Umgang mit Brüchen, Verwerfungen und Verfremdungen. Das Verbundprojekt untersucht, wie kulturelle Bildung die besonderen Wandlungsprozesse ländlicher Räume aufnimmt, auf die Entwicklungen reagiert und neue Repräsentationen des Ländlichen hervorbringen kann. Daher lautet unsere Forschungsfrage, wie kulturelle Bildung mit künstlerisch-ästhetischen Methoden lokale oder regionale Themen erfahr- und bearbeitbar macht. Uns interessiert auch, wie kulturelle Bildung Selbstwirksamkeitserfahrungen stärken kann.

Zu sehen ist ein junges Paar, das sich in einer Galerie gemeinsam Bilder ansieht.
Foto: Colourbox

Im Teilprojekt I geht es um die kollektive Bewältigung von Umbrüchen und die Auswirkungen von kultureller Bildung auf regionale Identität. Der Fokus liegt auf den ländlichen Regionen Sachsens. Nach der Sondierung von ungefähr acht Bildungsangeboten werden diese mittels Befragung, Gruppendiskussion und teilnehmender Beobachtung empirisch untersucht und die Ergebnisse mit Kontextdaten abgeglichen.

Teilprojekt II besteht aus zwei Arbeitspaketen. Im ersten Arbeitspaket konzentrieren wir uns auf die sich verändernde Kommunikation der sächsischen Gemeinde Neusalza-Spremberg als Fallstudie. Mithilfe von Experteninterviews und einer Analyse der lokalen Themenzyklen arbeiten wir diese heraus. Das zweite Arbeitspaket untersucht die regionenübergreifende mediale Berichterstattung über ländliche Räume. Ziel ist, herauszufinden, ob sich die Berichterstattung insgesamt noch immer an den Aspekten „Heimat“, „Naturidyll“, und „Landwirtschaft“ orientiert. Abschließend führen wir die Arbeitspakete und die beiden Verbundprojekte zusammen.

Zu sehen sind gelbe Sonnenblumen in einem grünen Feld vor blauem Himmel, Foto: colourbox.de
Foto: Colourbox

Unser Forschungsvorhaben zeichnet sich durch die Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachbereiche und ein dialogbasiertes Vorgehen aus. Der Fokus liegt auf dem direkten Kontakt mit Personen aus dem Bereich kulturelle Bildung und auf dem Austausch mit Personen aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Kultur. Die beiden Teilprojekte tragen dazu bei, die künftige Profilierung, Ausgestaltung und Förderung von kultureller Bildung herauszuarbeiten. Die Zielstellung lautet, ländliche Infrastruktur, individuelle Teilhabechancen und gesellschaftliche Teilhabe zu sichern.