Kurzbeschreibung: Das Projekt KuBiPaD_II untersucht in einer umfragebasierten Panelstudie die Kulturpartizipation der Bevölkerung Deutschlands ab 15 Jahren. Betrachtet werden die außerhäusliche und mediale Nutzung eines breiten Spektrums künstlerischer Angebote sowie die kreativen Aktivitäten der Menschen im Stadt-Land-Vergleich und im Vergleich verschiedener Bevölkerungsgruppen.
Leitung: Prof. Dr. Gunnar Otte, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Fachrichtung: Soziologie
Laufzeit: Dezember 2019 – Mai 2023

zu sehen ist eine Hand, welche mit einem Stift einen Fragebogen ausfüllt.
Foto: Colourbox

Von der Basisstudie zur Panelstudie

Im Jahr 2018 wurde die Basisstudie „Kulturelle Bildung und Kulturpartizipation in Deutschland“ durchgeführt. Sie untersuchte im gesamten Bundesgebiet, auf welche Weise die Bevölkerung an Kultur im Sinne der hohen und populären Künste teilnimmt. Um Veränderungen über die Zeit zu analysieren, befragte KuBiPaD II dieselben Personen im Jahr 2021 erneut. Ergänzend dazu wurde eine Stichprobe von weiteren Personen erstmals befragt. Dadurch können auch für das Jahr 2021 bevölkerungsrepräsentative Aussagen gemacht werden. Die standardisierten persönlichen bzw. telefonischen Interviews führte das Sozialforschungsinstitut infas durch.

Die Panelstudie KuBiPaD II

Das Projekt KuBiPaD II realisiert drei Ziele:

  1. Erstens erheben wir zusätzliche Informationen über dieselben Personen, um ihre Kulturpartizipation breiter abbilden und besser erklären zu können. Im Schwerpunkt untersuchen wir dazu die persönlichen sozialen Netzwerke sowie die Verankerung des Kulturverhaltens in der kulturellen Identität der Menschen.
  2. Zweitens ermitteln wir, wie sich das gegenwärtige Kulturverhalten unter den Bedingungen der Corona-Pandemie verändert hat. Dazu wird insbesondere ein genauerer Blick auf die mediale Kulturnutzung und den Umgang mit Videospielen geworfen.
  3. Drittens untersuchen wir über die Zeit, wie stabil Geschmackspräferenzen sind und inwieweit sie sich durch Lebensereignisse und das Älterwerden verändern.

Kurz und Knapp

Alles auf einen Blick: Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu uns und unserem Projekt.

Neben dem Projektleiter Professor Dr. Gunnar Otte gehören Holger Lübbe, Joschka Baum und Dave Balzer als wissenschaftliche Mitarbeitende sowie Marie Schlosser und Annalena Röser als wissenschaftliche Hilfskräfte zum Projektteam. Das Projekt ist am Arbeitsbereich Sozialstrukturanalyse des Instituts für Soziologie an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz angesiedelt.

 

Wir beschreiben Muster des Kulturverhaltens nach unterschiedlichen Lebensumständen und Prägungen der Menschen. Dabei untersuchen wir, wie Familie, Schule und andere Einflüsse zur Ausbildung von Hobbys beitragen. Mit der Studie finden wir heraus, welche Angebote für verschiedene Personengruppen attraktiv sind und wo es Barrieren und Benachteiligungen gibt. Die Studie leistet dadurch einen Beitrag zur Verbesserung des Kulturangebots und der gesellschaftlichen Teilhabe in Deutschland. Sie stellt Daten für die wissenschaftliche Grundlagenforschung und die Beobachtung von Kultur bereit.

Im Hintergrund sind verschwommen eine Frau und ein Mann zu sehen, die sitzend ein Gespräch führen. Im Vordergrund sieht man eine Kamera, die das Gespräch aufzeichnet.
Foto: Colourbox

In Zusammenarbeit mit dem infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft werden zufällig ausgewählte Personen der Bevölkerung im gesamten Bundesgebiet in Form von persönlich-mündlichen bzw. telefonischen Interviews nach einheitlichen Standards befragt. Der Großteil der Personen wurde von uns zum zweiten Mal in diesem Themengebiet befragt, andere waren erstmalig dabei. Wir sind stets auf eine hohe Teilnahmebereitschaft der ausgewählten Personen angewiesen, um verallgemeinerbare Aussagen für die Bevölkerung Deutschlands treffen zu können.

Zu sehen ist eine Frau am Schreibtisch, die Informationen aus einem Fragebogen in einen Computer überträgt.
Foto: Colourbox

Die Besonderheit des Projektes liegt in der wiederholten Befragung ausgewählter Personen der Bevölkerung Deutschlands im Alter ab 15 Jahren. Eine solche Panelbefragung zur kulturellen Teilhabe ist auch im internationalen Vergleich hoch innovativ. Auf diese Weise können einzigartige Erkenntnisse zu Veränderungen beziehungsweise zur Stabilität des ästhetischen Geschmacks und der kulturellen Aktivitäten der Menschen gewonnen werden.