Kurzbeschreibung: Das Projekt KuBiPaD_II untersucht in einer Panelstudie die Kulturpartizipation, die sozialen Netzwerke und die Wahrnehmungen der daran Teilnehmenden in Hinblick auf kulturelle Bildung.
Leitung: Prof. Dr. Gunnar Otte, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Fachrichtung: Soziologie
Laufzeit: Dezember 2019 – Dezember 2022

zu sehen ist eine Hand, welche mit einem Stift einen Fragebogen ausfüllt.
Foto: Colourbox

Von der Basisstudie zur Panelstudie

Im Jahr 2018 wurde die Basisstudie „Kulturelle Bildung und Kulturpartizipation in Deutschland“ durchgeführt. Sie untersuchte, auf welche Weise die Bevölkerung an Kultur im Sinne der hohen und populären Künste teilnimmt. Nun, etwa zweieinhalb Jahre später, befragt KuBiPaD II in einer Panelstudie die damals teilnehmenden Personen erneut. Dies geschieht mit standardisierten persönlichen Interviews, welche das Sozialforschungsinstitut infas durchführt.

Die Panelstudie KuBiPaD II

Unser Projekt KuBiPaD II realisiert drei Ziele:

  1. Erstens erheben wir zusätzliche Informationen über dieselben Personen, um ihre Kulturpartizipation noch besser zu verstehen. Im Schwerpunkt untersuchen wir dazu soziale Netzwerke. Zudem analysieren wir die Wahrnehmungs- und Entscheidungsprozesse bei der Kulturpartizipation genauer. Hierbei beziehen wir die Wahrnehmung der kulturellen Infrastruktur in städtischen und ländlichen Räumen ein.
  2. Zweitens ermitteln wir, wie vorhersagekräftig die 2018 gemessenen kulturellen Kompetenzen für das gegenwärtige Kulturverhalten sind.
  3. Drittens untersuchen wir über die Zeit, inwieweit regelmäßig an Kultur teilgenommen wird und Lebensereignisse die Teilnahme verändern. Zusätzlich zur erneuten Befragung, planen wir eine Stichprobe mit erstmals Befragten zu untersuchen. Dies erlaubt es uns, Aussagen über die zweite Welle zu festigen und die Voraussetzungen für eine Weiterführung des Panels zu schaffen.

Kurz und Knapp

Alles auf einen Blick: Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu uns und unserem Projekt.

Neben dem Projektleiter Professor Gunnar Otte gehören Holger Lübbe und Joschka Baum als wissenschaftliche Mitarbeitende sowie Hannah Bolten und Marie Schlosser als wissenschaftliche Hilfskräfte zum Projektteam. Das Projekt ist am Arbeitsbereich Sozialstrukturanalyse des Instituts für Soziologie an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz angesiedelt.

 

Wir beschreiben Muster des Kulturverhaltens nach unterschiedlichen Lebensumständen und Prägungen der Menschen. Dabei untersuchen wir, wie Familie, Schule und andere Einflüsse zur Ausbildung von Hobbys beitragen. Mit der Studie finden wir heraus, welche Angebote für verschiedene Personengruppen attraktiv sind und wo es Barrieren und Benachteiligungen gibt. Die Studie leistet dadurch einen Beitrag zur Verbesserung des Kulturangebots und der gesellschaftlichen Teilhabe in Deutschland. Sie stellt Daten für die wissenschaftliche Grundlagenforschung und die Beobachtung von Kultur bereit.

Im Hintergrund sind verschwommen eine Frau und ein Mann zu sehen, die sitzend ein Gespräch führen. Im Vordergrund sieht man eine Kamera, die das Gespräch aufzeichnet.
Foto: Colourbox

In Zusammenarbeit mit einem professionellen Umfrageinstitut werden zufällig ausgewählte Personen der Bevölkerung im gesamten Bundesgebiet in Form von persönlich-mündlichen Interviews nach einheitlichen Standards befragt. Der Großteil der Personen wird von uns zum zweiten Mal in diesem Themengebiet befragt, andere sind erstmalig dabei. Wir sind auf eine hohe Teilnahmebereitschaft der ausgewählten Personen angewiesen, um verallgemeinerbare Aussagen für die Bevölkerung Deutschlands treffen zu können.

Zu sehen ist eine Frau am Schreibtisch, die Informationen aus einem Fragebogen in einen Computer überträgt.
Foto: Colourbox

Die Besonderheit des Projektes liegt in der wiederholten Befragung ausgewählter Personen der Bevölkerung Deutschlands im Alter ab 15 Jahren. Eine solche Panelbefragung zur kulturellen Teilhabe ist auch im internationalen Vergleich nahezu eine Neuheit und hoch fortschrittlich.

Wir erhoffen uns, einzigartige Erkenntnisse zu Veränderungen, beziehungsweise zur Stetigkeit des ästhetischen Geschmacks und der kulturellen Aktivitäten der Menschen zu gewinnen.