Kurzbeschreibung: KUMULUS erforscht das kulturelle Interesse von Jugendlichen und die Zugänge, Möglichkeiten und Bedingungen kultureller Bildung und Aktivitäten außerhalb des schulischen Unterrichts.
Leitung: Prof. Dr. Cathleen Grunert (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) und Prof. Dr. Birgit Reißig (Deutsches Jugendinstitut Halle)
Fachrichtung: Bildungs- und sozialwissenschaftliche Jugendforschung
Laufzeit: Dezember 2019 – Dezember 2022

Zu sehen sind Jugendliche, die gemeinsam in einem Kunstraum malen. Im Hintergrund sieht man, wie eine Lehrerin Anweisungen gibt.
Foto: Colourbox

Kultur im Interesse der Jugendlichen

KUMULUS erforscht Zugänge zu kultureller Bildung für Jugendliche in stark ländlich geprägten Regionen. Kultur wird hier aus einer gestalterisch-künstlerischen Perspektive gesehen. Untersucht werden Möglichkeiten und Bedingungen kultureller Aktivitäten außerhalb des schulischen Unterrichts. Das schließt auch Projekte und Vorhaben ein, die von den Jugendlichen selbst initiiert werden. Insgesamt bezieht sich die Untersuchung damit auf das Verhältnis zwischen Besonderheiten ländlicher Regionen und kulturellen Aktivitäten sowie Interessen von Jugendlichen.

Erweiterte Kulturangebote

Geforscht wird im Altmarkkreis Salzwedel und dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Hier werden die Kulturangebote erhoben und Jugendliche und Verantwortliche zu diesen Angeboten befragt. Zudem wird untersucht, welche Bedeutung kulturelle Bildung für Jugendliche hat. Dadurch setzt das Projekt die kulturellen Angebote mit dem Interesse der Jugendlichen und den lokalen Strukturen ins Verhältnis. Die Ergebnisse ermöglichen eine Weiterentwicklung der lokalen Angebotslandschaft. Dies fördert die Nachhaltigkeit kultureller Jugendbildung in ländlichen Räumen.

Video: Das Projekt KUMULUS stellt sich vor

Video: Das Projekt KUMULUS stellt sich vor

Kurz und Knapp

Alles auf einen Blick: Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu uns und unserem Projekt.

KUMULUS ist ein Verbundprojekt des Forschungsschwerpunkts Übergänge im Jugendalter am Deutschen Jugendinstitut in Halle (Saale) und des Arbeitsbereichs Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt soziokulturelle Bedingungen von Erziehung und Bildung am Institut für Pädagogik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Die beiden Teams sind relativ klein gefasst, sodass eine enge Zusammenarbeit möglich ist.

Wir untersuchen die Bedingungen und Gestaltungsräume kultureller Bildung von Jugendlichen in sehr abgelegenen ländlichen Gebieten. Dabei stellen wir die Frage, wie sich kulturelles Engagement von Jugendlichen auf ihre Bindung an die Region und ihren Heimatort auswirkt. Wir untersuchen zum einen die Einbindung von Jugendlichen in kulturelle Aktivitäten und Angebote, zum anderen deren Möglichkeiten, eigene kulturelle Aktivitäten zu gestalten als mögliche Haltefaktoren in den Regionen. Die Erkenntnisse sollen zur Weiterentwicklung der kulturellen Bildungsarbeit mit Jugendlichen beitragen.

Zu sehen ist eine Jugendliche mit einer Kamera. Sie stellt den Fokus ein.
Foto: Colourbox

Wir untersuchen die beiden Regionen auf mehreren Ebenen und nutzen dazu sowohl qualitative als auch quantitative Erhebungen. Eine Onlinerecherche der Angebote kultureller Bildungsmöglichkeiten erfasst, was die Regionen den Jugendlichen zur kulturellen Auseinandersetzung anbieten, bzw. welche selbstinitiierten Projekte es gibt. Die Nutzung der Angebote wird in Schulbefragungen untersucht. In Gruppendiskussionen und Interviews werden die Perspektiven von Jugendlichen und Akteuren und Akteurinnen der kulturellen Bildungsarbeit erhoben.

Zu sehen ist ein kleiner Junge, der sich auf das Bild, das er gerade malt, konzentriert.
Foto: Colourbox

Das Besondere an unserem Verbundprojekt ist die enge Verbindung mit den Regionen und damit einhergehend die Untersuchung der beiden Regionen in einer doppelten Blickweise: Zum einen erlangen wir grundlegende Erkenntnisse im Bereich kultureller Jugendforschung in ländlichen Räumen. Diese fließen in die universitäre Lehre und wissenschaftliche Auseinandersetzung ein. Zum anderen erarbeiten wir im Sinne einer anwendungsorientierten Forschung gemeinsam mit den Beteiligten im Feld Vorschläge für die Weiterentwicklung kultureller Bildungsarbeit.

Auf dem Bild sieht man eine Jugendliche, die sich eine Filmrolle ansieht.
Foto: Colourbox