Das Projekt MOkuB untersucht die Motive und Orientierungen von Mitgliedern und Akteuren in Musikvereinen sowie Schnittstellen von Musikvereinen zu anderen Bildungseinrichtungen.
Leitung: Prof. Dr. Thade Buchborn & Prof. Dr. Wolfgang Lessing, Hochschule für Musik Freiburg
Fachrichtung: Musikpädagogische Forschung
Laufzeit: Dezember 2019 – Dezember 2022

Zu sehen sind drei Musiker in volkstümlicher Kleidung. Sie spielen Gitarre, Tuba und Akkordeon.
Foto: Colourbox

Kulturelle Teilhabe durch Musikvereine

In ländlichen Räumen sind Musikvereine zentrale Orte kultureller Bildung. Sie fördern die produktive Auseinandersetzung mit Musik und regen emotionale, gestalterische und soziale Bildungsprozesse an. Dabei eröffnen sie allen Einwohnern der Region die Möglichkeit, an Musik teilzuhaben. Musikvereine sind somit wichtiger Träger kultureller Bildung und prägen die kulturelle Identität von Gemeinden.

Musikvereine als Kulturträger

Das Projekt MOkuB untersucht die Motive und Orientierungen von Mitgliedern und Akteuren in Musikvereinen. Dabei wird auch die Wirkung des Wandels in ländlichen Räumen auf das kulturelle Selbstverständnis der Vereine berücksichtigt. Darüber hinaus betrachtet MOkuB insbesondere die Schnittstellen von Musikvereinen zu anderen Bildungseinrichtungen: Zum einen wird der Einfluss von Kooperationen mit allgemeinbildenden Schulen und zum anderen das Passungsverhältnis von Musikverein und Hochschulstudium näher untersucht. Die Akteur*innen aus dem Feld werden dabei im Sinne einer Community of Research aktiv in den Forschungsprozess eingebunden. An der Schnittstelle zwischen Schul- und Instrumentalpädagogik positioniert, beantwortet MOkuB die Frage, welche Rolle Musikvereine als zentrale Träger kultureller Bildung in ländlichen Räumen spielen (können).

Kurz und Knapp

Alles auf einen Blick: Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu uns und unserem Projekt.

Wir sind ein Team aus dem Bereich Musikpädagogik an der Hochschule für Musik Freiburg. Projektleiter sind Herr Professor Dr. Thade Buchborn und Herr Professor Dr. Wolfgang Lessing.

Zu sehen ist das Peojektteam von MOkuB.
Das Team von MOkuB

Wir untersuchen, welche Rolle Musikvereine als zentrale Träger kultureller Bildung in ländlichen Räumen spielen (können). Dabei interessieren wir uns für die Motive und Orientierungen der am Musikvereinsleben Beteiligten, sowie für die Konsequenzen, die sich für das kulturelle Selbstverständnis der Vereine aufgrund der aktuellen Wandlungsprozesse in ländlichen Räumen ergeben. Zudem untersuchen wir die Schnittstellen zu anderen Bildungseinrichtungen: Zum einen soll der Einfluss von Kooperationen mit allgemeinbildenden Schulen und zum anderen das Passungsverhältnis von Musikverein und Hochschulstudium näher untersucht werden.

Zu sehen ist ein Junge, der an einem Klavier sitzt und auf ihm spielt. Neben ihm sitzt eine Frau, die ihm Hilfestellungen gibt.
Foto: Colourbox

Um die Handlungsstrategien von Musikvereinen sowie die der Handlung zugrundeliegenden Orientierungen der Beteiligten rekonstruieren zu können, führen wir Gruppendiskussionen und narrative Interviews mit zentralen Akteursgruppen (beispielsweise Personen, die Instrumente erlernen, Nachwuchsgruppen, Vereinsmitglieder, Vorstandsmitglieder) durch. Ebenso interviewen wir Multiplikatoren und Multiplikatorinnen von Kultur- und Bildungsträgern im regionalen und überregionalen Raum (beispielsweise Landesblasmusikverband, Jugendmusikschulen, Landesblasorchesterleitende, Hochschullehrende für Blasinstrumente). Teilnehmende Beobachtungen von Proben und öffentlichen Auftritten bei beispielsweise Konzerten, Prozessionen und Vereinsfesten ergänzen unsere Forschung.

Zu sehen sind zwei Mitgleider eines Musikvereins. Einer von ihnen spielt auf dem Akkordeon, der andere spielt Euphonium.
Foto: Colourbox

Die Besonderheit unseres Projekts liegt in der Untersuchung von Schnittstellen zwischen Instrumental- und Gesangspädagogik und schulbezogener Musikpädagogik. Ungewöhnlich ist auch unsere soziologische Ausrichtung. Weiterhin werden Critical Friends (Feed­back-Me­tho­de) in den Forschungsprozess eingebunden und Strukturen zur Kommunikation von Forschungsschritten und -zwischenergebnissen mit Akteur/innen aus dem Praxisfeld geschaffen.