Kurzbeschreibung: Das Verbundprojekt PaKKT erfoscht die infrastrukturellen Bedingungen für kulturelle Bildungsnetzwerke und untersucht diese Netzwerke tiefergehend.
Leitung: Prof. Dr. Saskia Bender (Universität Bielefeld), Prof. Dr. Nina Kolleck (Universität Leipzig)
Fachrichtung: Erziehungswissenschaft, Politische Bildung
Laufzeit: Dezember 2019 – Dezember 2022

Zu sehen sind verschiedene Kunstschaffende, welche gemeinsam malen, Foto: colourbox.de
Foto: Colourbox

Das Projekt PaKKT

Das Projekt PaKKT schließt an bedeutende Ergebnisse des Bildungsberichts 2018 an. Dieser bezeichnet den Ausbau des Zugangs zu Bildungsangeboten in ländlichen Räumen als zentral für die Garantie von Chancengleichheit. Dabei spricht der Bericht auch Phänomene sozialer Ungleichheit zwischen Städten und ländlichen Gegenden an. Vor allem Projekte Kultureller Bildung in ländlichen Räumen versprechen Entwicklungen, die zu mehr sozial-kultureller Teilhabe führen. Diese stoßen dabei Prozesse der Persönlichkeits-, Kompetenz- und Strukturentwicklung an.

Zwei Teilprojekte

In dem BMBF-Verbundvorhaben untersuchen wir Netzwerke kultureller Bildung in sehr abgelegenen ländlichen Räumen in zwei Teilprojekten.

  1. Im ersten Teilprojekt finden wir heraus, welche infrastrukturellen Bedingungen notwendig sind, damit kulturelle Bildungsnetzwerke in ländlichen Räumen erfolgreich sind.
  2. Im zweiten Teilprojekt betrachten wir diese Beziehungsnetzwerke vertiefend. In Gruppendiskussionen und anschließenden Analysen fragen wir danach, welche kulturellen Stile in ländlichen Räumen zu den Angeboten der Kulturellen Bildung passen. Dabei unterscheiden wir zwischen einer hohen, niedrigen oder entwicklungsorientierten Passung in Bezug auf beispielsweise das soziale Umfeld oder Traditionen und Gewohnheiten. Das Projekt zielt darauf ab, Potenziale der Integration und Entwicklung kultureller Bildungsnetzwerke in ländlichen Räumen zu identifizieren.

Unsere nächsten Schritte

02/2020  – Leipzig: Die ersten Entwürfe der Erhebungsinstrumente sind bereits abgeschlossen. Nun liegt, neben der Vorbereitung der Feldzugänge mit Hilfe der ausgewählten Kooperationspartner/innen, der Fokus auf der Testung des Leitfadens.

03/2020  Bielefeld: Derzeit bereiten wir die wissenschaftlichen Zugänge zu den ausgewählten abgelegenen ländlichen Räumen vor. Es folgt die Durchführung der Teilstudie sowie die Vorbereitung der Gruppendiskussionen mit den relevanten Beteiligten der ländlichen Räume.

Kurz und Knapp

Alles auf einen Blick: Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu uns und unserem Projekt.

Bielefeld

Unser Team besteht aus Forschenden der Erziehungswissenschaften der Universität Bielefeld. Uns verbinden die Forschungsschwerpunkte der kulturellen Bildung und sozialen Teilhabe im Kontext der Bildungs- und Inklusionsforschung. Über die gesamte Projektlaufzeit arbeiten wir mit einer sog. „Community of Research“ aus Kunstschaffenden, pädagogischen Fachkräften und Forschenden zusammen. Das Ziel der Zusammenarbeit im Gesamtverbund ist die Erstellung von Handlungsempfehlungen für die Gestaltung von Kultureller Bildung in ländlichen Räumen.

Leipzig

Unser Team ist an der Universität Leipzig am Lehrstuhl für Politische Bildung angesiedelt. Gemeinsam untersuchen wir Netzwerke kultureller Bildung in sehr abgelegenen ländlichen Räumen. Dabei verfolgen wir eine Betrachtungsweise, die unterschiedliche Fachbereiche einbezieht. Während des Projektzeitraums kooperieren wir mit der Universität Bielefeld sowie einer sog. „Community of Research“, einer Forschungsgemeinschaft, welche sich aus Kunstschaffenden und Experten und Expertinnen aus Pädagogik und Wissenschaft zusammensetzt.

 

Bielefeld

Wir untersuchen im Schwerpunkt die soziale Teilhabe in ländlichen Räumen und wie sie sich in Angeboten kultureller Bildung darstellt. Wir reagieren somit nicht nur auf die Frage, wie sich Angebote kultureller Bildung ausgestalten, sondern interessieren uns auch dafür, wie sich diese zumeist in Städten entwickelten Ansätze zu Kulturen in ländlichen Räumen verhalten. Wir möchten sozial-kulturelle Verhältnisse, Stile und Kulturen herausarbeiten und in Hinblick auf Eigenschaften, die die Erweiterung und Sicherung von Teilhabe fördern, untersuchen.

Leipzig

In unserem Teilprojekt erarbeiten wir eine Typologie von Netzwerken kultureller Bildung in ländlichen Räumen. Vor diesem Hintergrund untersuchen wir, welche ökonomischen, sozialen, regionalen, demographischen und politischen Faktoren die Bildung von kulturellen Netzwerken beeinflussen. Als Verbundprojekt möchten wir gemeinsam mit der Universität Bielefeld Handlungsempfehlungen für die Gestaltung kultureller Bildung in ländlichen Räumen erstellen.

Zu sehen ist eine Grafik mit verschiedenen Begriffe, die mit Kultur verbunden werden.
Foto: Colourbox

Bielefeld

Über eine Teilstudie, die sich mit Merkmalen verschiedener sozialer Gegebenheiten befasst, nehmen wir zunächst ländliche Kulturen in den Blick. Im Anschluss daran erfolgen Gruppendiskussionen mit regionalen Akteuren und Akteurinnen, die beispielsweise Angebote wahrgenommen oder gestaltet haben, sowie Vertretungen von relevanten Institutionen, Vereinen und Einrichtungen. Im Gespräch können wir Haltungen zur Region sowie zu Angeboten kultureller Bildung herausarbeiten. Unser Ziel ist eine Darstellung typischer Merkmale von Passungsverhältnissen, die uns die Formulierung von praxisorientierten Handlungsempfehlungen erlaubt.

Leipzig

Für die Beantwortung der zentralen Forschungsfragen verwenden wir ein qualitatives Forschungsdesign. Im Rahmen der Feldphase wählen wir insgesamt 24 Akteure und Akteurinnen aus vier Regionen aus, um diese mithilfe halbstandardisierter Interviews und Netzwerkkarten zu befragen. Die erhobenen Daten werten wir anhand einer Kombination aus qualitativer Netzwerk- und Inhaltsanalyse aus. Ziel ist eine Typologie sozialer und institutioneller Beziehungen in Netzwerken kultureller Bildung in ländlichen Räumen.

Bielefeld

Wir reagieren mit unserer Fokussierung auf das Integrationspotenzial kultureller Bildungsnetzwerke in strukturschwachen ländlichen Räumen auf die starken regionalen Unterschiede. Vor diesem Hintergrund füllen wir eine bislang bestehende Wissenslücke: Empirisch bestimmen wir das Potenzial und die Anschlussfähigkeit von kultureller Bildung für regionale Teilhabemöglichkeiten und Entwicklungsprozesse.

Leipzig

Innerhalb des Projektes werden drei unterschiedliche Forschungsmethoden (Fokussierte Ethnographie, Qualitative Netzwerkkarten, Halbstandardisierte Interviews) miteinander verbunden. Dies ermöglicht uns umfassende Einsichten in die Lebenswelt der Teilnehmenden sowie in die Vernetzungsstrukturen innerhalb der jeweiligen ländlichen Regionen.

Zu sehen sind verschiedene dickflüssige Farben, Foto: colourbox.de/#952
Bunte Farben zum Malen - ein wesentlicher Bestandteil kultureller Bildung, Foto: Colourbox