Kurzbeschreibung: Das Verbundprojekt PReTuS untersucht die musikalischen Praxen in ländlichen Räumen und welche Rolle Schulen dabei spielen (können).
Leitung: Prof. Dr. Sonja Nonte (Universität Osnabrück), Prof. Dr. Andreas Lehmann-Wermser (Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover)
Fachrichtung: Erziehungswissenschaften, Musikpädagogik
Laufzeit: Januar 2020 – Januar 2023

Man sieht Kinder, die gemeinsam verschiedene Instrumente spielen.
Foto: Colourbox

Fehlendes Angebot auf dem Land

Kulturelle und insbesondere musikalische Bildung findet im Schwerpunkt in Städten statt. Hier gibt es die dazu notwendigen Infrastrukturen, Institutionen und Einrichtungen. In ländlichen Regionen hingegen fehlen diese Strukturen für musikalische Angebote. Diesen Umstand untersucht PReTuS näher.

Musikalische Bildung in Schulen

Das Projekt PReTuS findet im südlichen Harz und im Kyffhäuser-Raum statt. Dort interessiert uns, welche Formen musikalischer Praxen wir antreffen und welche Rolle die Schule und andere Anbieter dabei spielen. Dabei geht es auch um die Bedeutung kultureller und musikalischer Angebote für die Entwicklung von Schulen.

Mit einem Team von Erziehungswissenschaftlerinnen und Musikpädagogen befragen wir Schülerinnen und Schüler verschiedener Jahrgänge, aber auch die Verantwortlichen unterschiedlicher Angebote. Das Projekt kombiniert qualitative und quantitative Methoden.

Unsere nächsten Schritte

02/2020  – Aktuell werden die Datenerhebungen vorbereitet. Dazu gehören die Klärung der datenschutzrechtlichen Anforderungen, die Erfassung der Ansprechpersonen in den Regionen sowie die Zusammenstellung der Fragebögen.

03/2020  – Der Fortgang des Projektes wird von den weiteren Maßnahmen zur Bekämpfung des Corona-Virus abhängen. Die theoretischen Vorarbeiten und die Arbeit an den Erhebungsinstrumenten gehen derweil weiter.

Kurz und Knapp

Alles auf einen Blick: Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu uns und unserem Projekt.

Zum Team von PReTuS gehören Erziehungswissenschaftlerinnen der Universität Osnabrück und Musikpädagogen der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Die Projektleitung hat die Erziehungswissenschaftlerin Professorin Dr. Sonja Nonte inne. In Hannover ist Professor Dr. Andreas Lehmann-Wermser vom Institut für Musikpädagogische Forschung beteiligt. Sie werden von den wissenschaftlichen Mitarbeitenden Johanna Brauns und Julius Kopp unterstützt.

Uns interessiert musikalische Arbeit in den sehr abgelegenen ländlichen Räumen. Dafür stellen wir uns mehrere Forschungsfragen: Auf welche Weise sind Kinder und Jugendliche musikalisch aktiv? In welchen Gruppen oder Ensembles musizieren sie? Rückt die Schule zunehmend in den Blick, gerade weil es weniger Angebote und Institutionen gibt? Welche Angebote musikalischer Bildung kann sie bereitstellen? Mit wem kann sie kooperieren? Welche neuartigen und fortschrittlichen Formen sind unter Umständen anzutreffen? Umgekehrt interessiert uns auch, in welcher Weise Schulen von Kooperation und anderen Ressourcen profitieren. Wie verändern sich Schulen in ihrer Kultur und als Organisation durch aktive oder fehlende Kooperationen?

Man sieht Kinder, die in einem Chor singen. Sie werden von einer Chorleiterin dirigiert.
Foto: Colourbox

Die Studie ist als sogenannte Mixed-Methods-Studie angelegt. Neben quantitativen Befragungen mit Lernenden unterschiedlicher Altersstufen führen wir Interviews mit ausgewählten Lernenden und Verantwortlichen der beteiligten Schulen durch. Eine Herausforderung besteht darin, ausreichend Beteiligte für die Befragungen zu finden und die Strukturen musikalischer Bildung in diesen speziellen Räumen zu verstehen.

Man sieht Kinder, die mit ihren Instrumenten posieren.
Foto: Colourbox

Das Besondere an unserem Projekt ist die intensive Zusammenarbeit von unterschiedlichen Fachdisziplinen. Dass die Musikpädagogik und die Erziehungswissenschaften viele Gemeinsamkeiten haben, konnte dabei in früheren Projekten der Partner (MUKUS, SIGrun) gezeigt werden.