Was ist eigentlich kulturelle Bildung? Und was eine dazugehörige Förderrichtlinie?
Wir Ihnen stellen die Förderrichtlinie zur kulturellen Bildung in ländlichen Räumen vor und erläutern, was es damit auf sich hat und welche Rolle das Bundesministerium für Bildung und Forschung einnimmt.

Zu sehen ist eine Grafik, die verschiedene beispielhafte Elemente der Kultur darstellt: Theatermasken, Mikrofone, Bühnen, Vasen, Staffelein, Kameras und Instrumente. Foto: colourbox.de
Foto: Colourbox

Die Förderrichtlinie zu kultureller Bildung in ländlichen Räumen

Kulturelle Bildung in ländlichen Räumen

Kulturelle Bildung, was ist das eigentlich? Die Bundeszentrale für politische Bildung schreibt dazu:  „Kulturelle Bildung bedeutet Bildung zur kulturellen Teilhabe. Kulturelle Teilhabe bedeutet Partizipation am künstlerisch kulturellen Geschehen einer Gesellschaft im Besonderen und an ihren Lebens- und Handlungsvollzügen im Allgemeinen. Kulturelle Bildung gehört zu den Voraussetzungen für ein geglücktes Leben in seiner personalen wie in seiner gesellschaftlichen Dimension. Kulturelle Bildung ist [...] Bestandteil von allgemeiner Bildung“. Mit ihr ist also nicht nur die persönliche Auseinandersetzung mit den Künsten gemeint, sondern auch die aktive Weitergabe und Aufnahme von Kunst und Kultur. Kulturelle Bildung trägt wesentlich zur Förderung emotionaler und sozialer Bildung bei und damit zur Teilhabe und Teilnahme an der Gesellschaft.

In der jüngeren Vergangenheit hat kulturelle Bildung vor allem in Metropolen an Bedeutung gewonnen. Das Angebot an kulturellen Einrichtungen, wie Museen oder Theatern, ist zunehmend gewachsen. In ländlichen Regionen ist das kulturelle Angebot jedoch noch eingeschränkt. Es stellt sich daher die Frage, welche Bedeutung kultureller Bildung auf dem Land zukommt. Aus diesem Grund fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziell Forschungsvorhaben, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen und kulturelle Bildung im ländlichen Räumen erforschen. Eingebettet ist die Förderrichtlinie ist das Rahmenprogramm Empirische Bildungsforschung.

Gegenstand der Förderung

Es werden Vorhaben gefördert, die kulturelle Bildung auf einer bildungswissenschaftlichen und diskursiven Basis erforschen. Die Projekte untersuchen das Forschungsfeld empirisch mithilfe von quantitativen sowie qualitativen Ansätze und entwickeln Theorien, um das Feld der kulturellen Bildung zu erfassen. Dabei werden unterschiedliche Disziplinen miteinander verbunden. Von besonderer Bedeutung ist in diesem Rahmen der aktive Einbezug von lokalen Akteuren in ländlichen Bereichen. In der Forschung werden besonders Regionen untersucht, die nach der vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) als „sehr peripher“ eingestuft werden.


Ziel ist die Beantwortung von Forschungsfragen zu u.a. den folgenden Themen:

  • Verhältnis und die Vermittlung zwischen Angeboten kultureller Bildung und kulturellen Ausprägungen
  • Einfluss des ländlichen Kontexts auf die Inhalte der dortigen kulturellen Bildung
  • Welche kulturellen Angebote sprechen welche Zielgruppen an?
  • Regionale, demographische, ökonomische, soziale und politische Unterschiede zwischen ländlichen Räumen
  • Situative, personelle, institutionelle und strukturelle Rahmenbedingungen für langfristige Kooperationen und Netzwerke
  • Begünstigende Faktoren für die Entstehung von Kooperationen und Netzwerken
  • Bedingungen für die Sicherung und Ausweitung kultureller Teilhabe
  • Bedeutung der Kooperation außerschulischer und schulischer Akteure für erfolgreiche kulturelle Bildungsarbeit
  • Inhaltliche Herausforderungen für die kulturelle Bildung durch den demographischen Wandel
  • Möglichkeiten zur Herstellung einer lokalen Identifikation durch kulturelle Bildung
  • Institutionen als Mittler kultureller Bildung
  • Chancen und Risiken durch die Digitalisierung für kulturelle Bildung

Wer wird gefördert?

Die Förderrichtlinie berechtigt Anträge von staatlichen und nicht staatlichen Hochschulen sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen, die im nicht-wirtschaftlichen Bereich arbeiten. Es werden sowohl Einzel- als auch Verbundprojekte gefördert. Die Förderung ist auf einen Zeitraum von bis zu vier Jahren ausgelegt. MetaKLuB bildet dabei eine Ausnahme und läuft über fünf Jahre.

Das BMBF

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ist primär für die Gesetzgebung in den Bereichen Bildung und Weiterbildung verantwortlich. Eine der zentralen Aufgaben des BMBF ist die finanzielle Förderung wissenschaftlicher Forschungsvorhaben. So unterstützt das Ministerium den wissenschaftlichen Nachwuchs und den internationalen Austausch zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.
Das BMBF hat als Projektträger das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) beauftragt, welches somit die Fördermaßnahmen abwickelt.

Quellen:
https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-2232.html
https://www.bpb.de/gesellschaft/bildung/kulturelle-bildung/59910/was-ist-kulturelle-bildung