Unsere neue Reihe „Wissenschaft kompakt“ bietet Ihnen die Gelegenheit, sich intensiv mit ausgewählten Fragestellungen der Wissenschaft und Praxis auseinanderzusetzen. Wir blicken im Rahmen von „Wissenschaft kompakt“ über den Tellerrand hinaus und bieten Ihnen gemeinsam mit kooperierenden Hochschulen und unterschiedlichen Netzwerkpartnern mehrere Perspektiven auf ein Thema.

Wissenschaft kompakt, Foto: Colourbox

Ein Thema – vier Veranstaltungen

In jeweils vier Veranstaltungen erhalten Sie eine vertiefende Auseinandersetzung zu einem spezifischen Thema. Diese sind im digitalen Format (Live- und Videovorlesung) geplant und ermöglichen Ihnen eine ortsunabhängige Teilnahme. Im Sommersemester stehen drei Themen im Fokus.

Die Teilnahme an "Wissenschaft kompakt" steht allen Interessierten offen. Eine Anmeldung ist jedoch erforderlich.

Wissenschaft kompakt im Sommersemester 2021

  • Industriekultur Sachsen / Leipzig
    29.04. – 10.05.2021
    Referierende:
    • Professor Markus Krabbes: Rückschau auf ein Jahrzehnt der Industriekultur in Leipzig und Sachsen
      Das Jahr der Industriekultur in Sachsen 2020 in Verbindung mit einer entsprechend gewidmeten 4. Landesausstellung bildete
      den vorläufigen Höhepunkt einer gesellschaftlichen Hinwendung zu diesem Thema im Freistaat Sachsen, die zehn Jahre zuvor
      mit der Verabschiedung von sächsischen Handlungsempfehlungen ihren Auftakt nahm. Zugleich war dies der Entwicklungszeitraum des Industriekultur Leipzig e. V. seit seiner Gründung im Jahre 2009, der in dieser Zeit ein ganz eigenes, Leipziger Verständnis einer neuen Industriekultur geprägt hat. Professor Krabbes war während der vergangenen sechs Jahre Vorsitzender dieses Vereins. Er zieht Resümee über das Erreichte und blickt voraus auf künftige Herausforderungen und Chancen für eine lebendige Industriekultur in Mitteldeutschland.
    • Dr. Johanna Sänger: Arbeit im Kombinat. Leipziger Großbetriebe in der DDR
      Die Industrie in Leipzig, wie sie bis zum Zusammenbruch der DDR bestand, hatte sich seit dem 19. Jahrhundert profiliert. Die Arbeit im Volkseigenen Betrieb bedeutete Planwirtschaft und die Bildung von Brigaden, aber auch die Organisation von Kultur und Freizeit bis zum Wohnen durch den Betrieb und schuf damit ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl. Der Vortrag zeigt in einem Überblick die Vielfalt der meist nicht mehr existenten Branchen. Er blickt dabei besonders auf die Entwicklung der beiden Kombinate TAKRAF und POLYGRAPH zwischen 1945 und 1990 zurück. Ausschnitte aus Filminterviews mit Zeitzeugen aus Leipziger Betrieben, die 2020 für die Ausstellung „WerkStadt Leipzig. 200 Jahre im Takt der Maschinen“ gedreht wurden, ergänzen die Fakten.
    • Dr. Mark Lehmstedt: Gutenberg in Leipzig. Die Anfänge des Leipziger Buchgewerbes im 15. Jahrhundert
      Die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern bedeutete nicht nur eine Medienrevolution, sondern ebenso eine technologische und wirtschaftsorganisatorische. Erstmals wurden Produkte serienmäßig hergestellt, und diese serienmäßige Produktion setzte Präzision im Zehntel-Millimeter-Bereich ebenso voraus wie marktstrategisches Denken. Der Vortrag zeigt, wie diese Elemente modernen Produzierens und Wirtschaftens in Leipzig eingeführt wurden, lange bevor sie zu Grundlagen der industriellen Revolution des 18. und 19. Jahrhunderts wurden. Johannes Gutenberg ist nie in Leipzig gewesen, aber seine Bücher waren es, und zwar sofort nach Erfindung des Buchdrucks.
    • Professor Markus A. Denzel: Von der Industriemetropole zur wirtschaftlich resilienten Stadt? Leipzig vom späten 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart
      Der Beitrag versucht, eine solche neue Untersuchungsperspektive zur Wirtschafts- und speziell Industriegeschichte der Stadt Leipzig anzuregen. Der Blick auf das Forschungsparadigma der Resilienz bietet – so die Eingangsthese – eine Möglichkeit, die Aufschwünge und Niedergänge einer der interessantesten Stadtwirtschaften Deutschlands mit einer über Jahrzehnte breit diversifizierten Industrie neu und innovativ zu interpretieren – und verstehen zu lernen, warum gerade Leipzig erfolgreich darin war, Disruptionen aller Art – von allgemeinen Wirtschafts- und branchenspezifischen Strukturkrisen bis hin zu Systembrüchen – zu bewältigen, ja sogar besser zu bewältigen, als viele andere Städte sowohl in den alten als auch in den neuen Bundesländern.
  • Kriminalität
    01.07. – 12.07.2021
    Referierende:
    • Professorin Annette Beck-Sickinger: „Kompass im Teppich“ – Biochemie am Tatort
      Frau Prof. Dr. Annette Beck-Sickinger ist dem Verbrechen auf der Spur. Sie spricht über „Biochemie am Tatort“ – die zahlreichen Spuren, die ein Mensch am Tatort eines Verbrechens hinterlässt: Blut, Haare, Speichel, Fingerabdrücke oder abgebrochene Fingernägel. Deshalb nimmt die Spurensicherung einen Tatort erst einmal „haargenau“ unter die Lupe. Anschließend werden die Beweismittel im Labor aufwändig und mit verschiedensten Techniken biochemisch durchleuchtet, um sie analysieren und einordnen zu können. Prof. Beck-Sickinger erklärt in dieser Vorlesung, wie biologische Spuren untersucht werden und mit welchen Methoden die Biochemie einen Täter oder eine Täterin überführen kann.
    • Professor Kurt Mühler: Wahrnehmung von Unordnung und Sicherheitsempfinden
      Das Sicherheitsempfinden (Kriminalitätsfurcht) ist Teil der Kriminalitätseinstellung einer Person. Vor circa 60 Jahren wurde Kriminalitätsfurcht erstmalig in den USA empirisch erhoben und spielt heute sowohl medial als auch in der (Kriminal-)politik eine beachtete Rolle. Das Sicherheitsempfinden ist allerdings komplizierter als es auf den ersten Blick scheint. Es ist kein bloßer Reflex auf das Kriminalitätsniveau. Sinkende Kriminalitätsbelastung hat zum Beispiel nicht zwingend steigendes Sicherheitsempfinden zur Folge. Auch eine andere Plausibilität erklärt nicht das Niveau des Sicherheitsempfindens. Opferwerdung (Viktimisierung) senkt ebenfalls nicht unbedingt das Sicherheitsempfinden. Auch das Ausbleiben von Viktimisierung steigert nicht automatisch das Sicherheitsempfinden. Das Kriminalitätsfurchtparadox verleiht diesem komplizierten Verhältnis einen Ausdruck. Mithilfe der Theorien der sozialen Desorganisation geht der Vortrag diesem Phänomen nach und unternimmt den Versuch einer komplexen Erklärung für das Sicherheitsempfinden.
    • Professor Gerd Schwerhoff: Verbrechen und Strafen vom Mittelalter bis zur Gegenwart – Kontinuität und Wandel im Blick der historischen Kriminalitätsforschung
      Auch Kriminalität hat eine Geschichte. Die Ansichten darüber, was als Verbrechen und wer als Verbrecher gilt, handelten sich im Laufe der Jahrhunderte stark, ebenso die Auffassungen über die angemessenen Strafen. Dass jemand, der einen Menschen getötet hatte, lange Zeit lediglich mit einer Geldbuße davonkam, während schon kleine Diebstähle mit dem Galgen geahndet werden konnten und auch der Ehebruch als schweres Verbrechen galt, erscheint uns heute befremdlich. Der Vortrag gibt einen Überblick zur Erforschung von Kriminalität, Kriminalitätswahrnehmung und Strafen in der Vergangenheit. Er zeigt, dass die Beschäftigung mit Kriminalitätsgeschichte nicht nur den Blick auf damalige Lebenswelten und Konflikte eröffnet, sondern auch unsere eigenen Wahrnehmungen und Bewertungsmaßstäbe herausfordert.
    • Assessor Philipp Ehlen: Die Grundlagen der Strafzumessung: Wie findet ein:e Richter:in die richtige Strafe?
      Strafrechtliche Gerichtsentscheidungen stoßen häufig auf ein großes Medienecho. Insbesondere Entscheidungen über die Sanktionsart und das Strafmaß polarisieren wie kaum ein anderes juristisches Thema und sind häufig Gegenstand von Diskussionen und Kritik. Oftmals sind nicht nur die Entscheidungen selbst, sondern auch deren Gründe schwer verständlich und nachvollziehbar. Der Vortrag gibt einen Einblick in die rechtlichen Grundlagen der Strafzumessung und die deutsche Strafzumessungspraxis. Es wird erläutert an welchen rechtlichen Maßstäben die Richter:innen ihre Sanktionsentscheidung orientieren und wie der Strafzumessungsvorgang in der Praxis erfolgt. Außerdem wird ein Ausblick in die Zukunft der deutschen Strafzumessungspraxis gewagt.

Angebote, für die Sie sich im Sommersemester 2021 jederzeit anmelden können:

  • Depression im Alter
    Referierende:
    • Professor Konrad Reschke, Psycho- und Traumatherapeut: Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion oder schon depressive Episode? – Depressionen im Alter erkennen, verstehen und bewältigen
    • Professor Ulrich Hegerl, Stiftung Deutsche Depressionshilfe: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Altersdepression
    • Professor Stephan Mühlig, TU Chemnitz: Bewegung als Therapieansatz gegen Depression im Alter
    • Diplom-Psychologin Janine Quittschalle, Universität Leipzig: Gesundheit aus dem Netz – Auch für Ältere Menschen?
  • Bauhaus
    Referierende:
    • Professorin Regina Bittner, Akademie der Stiftung Bauhaus Dessau: Zwischen Schiff und Haus: Vom leichten Gepäck des Bauhauses
    • Dr. Walter Prigge, Kultur- und Stadtsoziologe: Bauhaus-Spuren in Sachsen
    • Uwe Ramlow, Bauhaus Weiterbildungsakademie Weimar: Das Bauhaus. Gestaltungsutopien im politischen Spannungsfeld der Weimarer Zeit
    • Beáta Hock, Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa: Das Bauhaus – Laboratorium der Moderne und Sprungbrett in die Welt
  • Ägypten
    Referierende:
    • Dr. Dietrich Raue, Universität Leipzig: Ägypten in Leipzig. Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft
    • Professor Reinhold Scholl, Universität Leipzig: Der Papyrus Ebers: Ein Unikat in vielerlei Hinsicht
    • Dr. Heidi Köpp-Junk, Ägyptologin, Universität Trier: Gott und die Welt im Alten Ägypten – altägyptische Religion im Spannungsverhältnis zwischen Gottheit, Glauben, Maat und Jenseits
    • Dr. Franziska Naether, Universität Leipzig: Aller guten Dinge sind drei – Der Stein von Rosette und die Entzifferung des Ägyptischen
  • Region: Mitteldeutschland
    Referierende:
    • Professor Stefan Keym, Universität Leipzig: Musikstadt Leipzig – Schlagwort, Phänomen, Mythos?
    • Dr. Anselm Hartinger, Stadtgeschichtliches Museum: Zwischen Geschichte und Lebensgefühl: Überlegungen zur gewachsenen Identität Leipzigs
    • Professor Felix Müsgens, BTU Cottbus: Energiewende in Deutschland und die Auswirkungen auf die Lausitz
    • Professor Andreas Berkner, Universität Leipzig: Herausforderung Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung. Das mitteldeutsche Revier zwischen "Ende des Braunkohlezeitalters", Industriekultur und "Landschaften nach der Kohle"

Eine Themenwoche besteht aus vier digitalen Veranstaltungen, die Sie ortsunabhängig abrufen können. Die erste und letzte Veranstaltung werden als Live-Stream zur Verfügung stehen, die zweite und dritte als aufgezeichnete Videoveranstaltung.

Sollten Sie für eine Live-Stream-Veranstaltung verhindert sein, so steht Ihnen die Aufzeichnung zu einem späteren Zeitpunkt in unserem Weiterbildungsmoodle zur Verfügung.

  • Die Kosten pro Themenwoche betragen 50 Euro.

Für die Anmeldung haben Sie folgende Möglichkeiten:

Online-Buchung

Anmeldung per Formular

Aufgrund der derzeitigen Zugangsbeschränkungen können Sie uns das Formular nur per Post, Fax oder E-Mail zusenden. Eine persönliche Abgabe im Sachgebiet Wissenschaftliche Weiterbildung ist nicht möglich.

Anmeldeformular
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Anmeldung per Vollmacht

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