Linguistik, die moderne Form der Sprachwissenschaft, untersucht Funktion und Struktur aller menschlichen Sprachen, ihre Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Linguisten und Linguistinnen dokumentieren Sprachen auf der ganzen Welt (Feldforschung), führen psychologische Experimente durch (Psycholinguistik), vergleichen Sprachen (Sprachtypologie) und entwickeln formale Modelle (Grammatiktheorie und Computerlinguistik) für ein umfassendes Verständnis menschlicher Sprachfähigkeit.

Geänderte Bewerbungsfristen für Erstsemester

Aufgrund der Corona-Pandemie gelten für Erstsemester-Bewerbungen zum Wintersemester 2021/2022 veränderte Fristen.
Bitte informieren Sie sich auf unserer Seite „Bewerbungsfristen“ über die aktuellen Daten.

Die unten stehenden Bewerbungsfristen für Erstsemester sind derzeit nicht gültig.

Auf einen Blick

  • Studienrichtung

    Geistes- und Sprachwissenschaften
  • Studientyp

    grundständig
  • Abschluss

    Bachelor of Arts
  • Lehrsprache

    Deutsch
  • Studienform

    Vollzeit, Teilzeit
  • Studienbeginn

    Wintersemester
  • Zulassungsbeschränkung

    örtlich zulassungsbeschränkt
  • Regelstudienzeit

    6 Semester

  • Leistungspunkte

    180

  • NC

    Im letzten Auswahlverfahren erhielten alle Studienbewerberinnen und -bewerber einen Studienplatz.

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Video "Das sagen die Studierenden"

Zugangsvoraussetzungen

Allgemeine Hochschulreife, Fachgebundene Hochschulreife

  • Englisch auf der Niveau B2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens
  • weitere Fremdsprache auf Niveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens oder Lateinkenntnisse

Fachspezifische Anforderungen sind ein Interesse an Sprachen überhaupt, darunter insbesondere auch an außereuropäischen Sprachen, eine ausgeprägte Fähigkeit zur Abstraktion sowie sehr gute bis gute Schulkenntnisse in Grammatik und Mathematik.

Inhalte

Die Linguistik untersucht die Sprache als wichtigstes Kommunikationsinstrument des Menschen und Ausdrucksmittel seines Denkens. Dabei interessiert sie sich nicht für eine einzelne, konkrete Sprache, sondern für die Vielfalt der natürlichen Sprachen, für deren innere Struktur, ihre Verarbeitung, ihre kognitiven Voraussetzungen, ihre Funktion und historische Veränderung. Die Linguistik befindet sich damit im Überschneidungsbereich von Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften und betreibt ihre Untersuchungen in enger Verbindung mit zahlreichen anderen Disziplinen wie etwa den Einzelphilologien, der Informatik, Psychologie, Neurowissenschaft, Philosophie und Ethnologie. Die Studierenden werden befähigt, mit unterschiedlichen formalen, empirischen und technischen Verfahren zur Beschreibung und Erklärung von sprachlichen Daten zu arbeiten. Die Studieninhalte gliedern sich in die drei Bereiche Grammatiktheorie, Sprachtypologie und Computationelle/experimentelle Zugänge zur Grammatik:

  • Grammatiktheorie

Die Grammatiktheorie umfasst die Kerndisziplinen der theoretischen Linguistik. Ziel ist die Analyse der grammatischen Prinzipien, Regeln und Strukturen auf den einzelnen Ebenen des Sprachsystems – von den Lauten bis zu den Bedeutungen – sowie die Erklärung des Zusammenwirkens dieser Ebenen. Dabei befasst sich die Phonologie mit den Lautmustern als kleinsten bedeutungsunterscheidenden Bestandteilen der Sprache. Die Morphologie untersucht, wie Morpheme als kleinste Spracheinheiten zu Wörtern zusammengesetzt werden, und die Syntax, wie sich aus Wörtern Wortgruppen und Sätze bilden lassen. Gegenstand der Semantik und Pragmatik schließlich sind die Bedeutungen der unterschiedlichen Spracheinheiten und deren Verwendungsbedingungen. Neben einem Überblick über Grundbegriffe und Voraussetzungen der einschlägigen grammatiktheoretischen Richtungen erwerben Sie zugleich Fertigkeiten in der konkreten Grammatikanalyse. Die Beherrschung von formalen Beschreibungs- und Erklärungsverfahren, darunter insbesondere von Methoden der mathematischen Logik und Mengentheorie ist dazu unabdingbar.

  • Sprachtypologie

Ziel der Sprachtypologie ist die Erfassung und Erklärung der Variation unter den Sprachen der Welt. In der qualitativen Typologie geht es um die Bestimmung, Analyse und theoretische Interpretation von Parametern der Variation; in der quantitativen Typologie steht die Beschreibung, Statistik und Erklärung der vorgefundenen Variationen im Vordergrund. Untersucht werden dabei besonders geographische Distributionsmuster, historische Entwicklungen, Korrelationen zwischen Variationsparametern sowie Korrelationen der sprachstrukturellen Variation mit ethnographischen und kognitiven. Vorausgesetzt wird die Fähigkeit, auch aus großen und komplexen Datenmengen Muster, Prinzipien und Tendenzen abstrahieren und sich effizient in viele verschiedene unbekannte Sprachsysteme hineindenken zu können. Dabei empfehlen wir Ihnen dringend, mindestens eine außereuropäische oder nichtindogermanische Sprache praktisch zu erlernen. Neben dem unmittelbar sprachbezogenen Wissen spielen in der Lehre auch eine Vielfalt allgemeinerer Kenntnisbereiche eine wichtige Rolle, insbesondere Statistik, Datenbanktechnologie und Methoden der Feldforschung.

  • Computationelle / experimentelle Zugänge zur Grammatik

Die Untersuchung der Verarbeitung von natürlicher Sprache durch den Menschen oder den Computer ist Gegenstand dieses Teilbereichs. Der computationelle Zugang besteht in der Entwicklung von so genannten Parsingalgorithmen, mittels derer sprachlichen Signalen / Ausdrücken eine Struktur zugewiesen wird, die vom Computer interpretiert werden kann. Ein weiteres Ziel ist die Bestimmung der formalen Komplexität von natürlichen Sprachen und den sie beschreibenden Grammatikformalismen. Hier gibt es teilweise Überschneidungen zur theoretischen Informatik. Deshalb sind ein solides mathematisches Grundverständnis und das Interesse, kleinere Programme zu schreiben, eine gute Grundvoraussetzung für eine Schwerpunktsetzung in diesem Bereich. Der experimentelle Zugang besteht in der Durchführung von Sprachproduktions- oder Sprachverstehensexperimenten zu ausgewählten Fragestellungen der Grammatik. Solide Grammatik- sowie gute Methodenkenntnisse sind hier sehr wichtig; dazu zählen neben allgemeinen methodischen Paradigmen der Sozialwissenschaften auch statistische Analyseverfahren.

Das Studium besteht aus dem Kernfach, das sich in

  • einen Pflichtbereich,

  • einen Wahlpflichtbereich und

  • die Bachelorarbeit

gliedert, sowie aus

  • einem Wahlbereich und

  • einem Bereich der berufsfeldbezogenen Schlüsselqualifikationen.

Der Pflichtbereich umfasst 8 Module mit je 10 LP, der Wahlpflichtbereich umfasst 30 LP und der Wahlbereich umfasst 30 LP, die in frei wählbaren Modulen zu erwerben sind. Der Bereich der berufsfeldbezogenen Schlüsselqualifikationen umfasst 30 LP. Davon sind 10 LP in dem Bereich Sprachkompetenz (fachnahe Schlüsselqualifikation) und 10 LP in Modulen der fakultätsübergreifenden Schlüsselqualifikation zu erwerben. Weitere 10 LP werden in Modulen der fakultätsinternen und fakultätsübergreifenden Schlüsselqualifikation, in Form eines Praktikums, im Rahmen eines Auslandsaufenthaltes u.ä. erbracht.

Die Bachelorarbeit wird studienbegleitend im 6. Semester im Umfang von 10 LP angefertigt.

  • breites Wahlbereichsangebot für Einzelsprachen (z. B. Deutsch, Englisch, Russisch, Hausa) und Informatik
  • enge Anbindung an aktuelle sprachwissenschaftliche Forschung
  • Verbindung von geisteswissenschaftlichen und naturwissenschaftlichen Methoden

Nach dem Studium können Sie beispielsweise folgende Tätigkeiten übernehmen:

  • weitere Ausbildung, Promotion und Karriere in der linguistischen Forschung,
  • kommerzielle computerbasierte Verarbeitung von Sprache, z.B. in der Spracherkennung und beim Entwerfen und Anpassen von Dialogsystemen,
  • sprach- und kommunikationsorientierte Tätigkeiten in der Wirtschaft, z.B. in der Werbung, bei Verlagen, digitalen Medien und in der Öffentlichkeitsarbeit,
  • Diagnose und Therapie von Sprachstörungen.

Nach erfolgreichem Abschluss des Bachelorstudiengangs Linguistik können Sie ein Masterstudium anschließen.

  • Praktika können ggf. als Schlüsselqualifikation angerechnet werden.
  • Ein Auslandsaufenthalt wird grundsätzlich empfohlen.

Bewerbung

Studienbeginn: Wintersemester
Zulassungsbeschränkt (NCU): ja
Bewerbungsfrist: 02.05.-15.07.
Bewerbungsportal: AlmaWeb

Beachten Sie unbedingt unsere weiteren Hinweise auf der Seite "Online-Bewerbung".

Internationale Studierende finden Informationen zu den Bewerbungsfristen und zum Bewerbungsverfahren auf der Seite "International".

Studienangebot im Wintersemester: 3. FS und 5. FS - jeweils zulassungsfrei
Studienangebot im Sommersemester: 2. FS, 4. FS und 6. FS - jeweils zulassungsfrei
Bewerbungsfrist: 02.05.-15.09. für Wintersemester; 01.12.-15.03. für Sommersemester
Bewerbungsportal: AlmaWeb
besondere Immatrikulationsvoraussetzungen: Anrechnungsbescheid

Weiterführende Informationen finden Sie auf unserer Seite "Bewerbung für höhere Fachsemester".

Internationale Studierende finden Informationen zu den Bewerbungsfristen und zum Bewerbungsverfahren auf der Seite "International".

 

Studierende verschwommen im Hintergrund im Seminarraum, Foto: Christian Hüller
Studentin vor Wand mit Glühbirne über dem Kopf, Foto: Christian Hüller
Studierende verschwommen im Hintergrund im Seminarraum, Foto: Christian Hüller
Blick auf den Fahrstuhl im Geisteswissenschaftlichen Zentrum, Foto: Christian Hüller
Etagenblick im Inneren des Geisteswissenschaftlichen Zentrums, Foto: Christian Hüller
Blick durch ein orange gefärbtes Fenster im Geisteswissenschaftlichen Zentrum, Foto: Christian Hüller