Aktuelles Programm  

Aktuelles Programm

DEMOKRATIE

DEMOKRATIE - Plakat

Was ist Demokratie? Die beste aller schlechten Regierungsformen? Eine Doktrin oder bloße Worthülse? Der Maßstab an dem sich moderne Staaten messen müssen? Sie ist, so urteilte etwa Bernard Crick, ein flatterhaftes Wort, beinahe unanständig und höchst unwiderstehlich. Wäre sie eine Geliebte, so laut Crick, eine von der Sorte, die ihren Reiz immer behielte, selbst dann, wenn sie ihre Gunst höchst unerlaubt und freizügig mit vielen anderen teile.Für große Teile der Bevölkerung hat die Demokratie, zumindest in ihrer derzeitigen, krisenhaften Form, viel von dem von Crick so sinnlich beschworenen Reiz verloren – was scheinbar übrig bleibt, ist bloße „Flatterhaftigkeit“. Deshalb ist es dem studium universale der Universität Leipzig eine besondere Verantwortung, sich in Form der Ringvorlesung am „Jahr der Demokratie“ der Stadt Leipzig zu beteiligen. Besonders mit Unterstützung der studentischen „Leipziger Debattier- & Disputations-Gesellschaft Streitpunkt e.V.” möchten wir einen sichtbaren Beitrag zur Streitkultur  liefern – wie immer intellektuell kritisch, reflektierend und mit der herzlichen Einladung zum Diskurs!

Ihr

Frank Gaunitz

Hinweis Raum

Alle unsere Veranstaltungen finden, so nicht anders angegeben, mittwochs im HS 1 des Hörsaalgebäudes um 19.00 Uhr statt (Universitätsstraße 1, 04109 Leipzig).

Übersicht


24.10.2018 (*Paulinum) „Braucht unsere Demokratie einen ÖRR im digitalen Informationszeitalter?“

Team PRO:

Boris Lochthofen (MDR)
Timo Meynhardt (HHL)
Nils Seidel (Streitpunkt e.V.)

Team CONTRA:

Christopher Franzen (FO Medien)
Alexander Fink (WiFa)
Sonja Ganguin (IfKMW)

In der Pro-Contra-Debatte streiten 6 Debatter*innen in vorbildlicher, demokratischer Manier über die Zukunft der Öffentlich-Rechtlichen Medien in der digitalen Informationswelt. Nach vier Reden folgt eine Aussprache mit dem Publikum. In zwei Schlussreden werden die Kontraste herausgearbeitet. Danach wählt das Publikum das Siegerteam.

An der Debatte beteiligen sich Vertreter von MDR, Universität Leipzig, Handelshochschule Leipzig, Leipziger Debattier- & Disputations-Gesellschaft e.V. und natürlich das Publikum!

07.11.208 Johannes Heinrichs „Evolution der Demokratie - ein Ausflug ins Mögliche“

DEMOKRATIE ALS UNBEWÄLTIGTE AUFGABE

Zu Unrecht löst das Thema Demokratie derzeit bei einer Mehrheit intensive Langeweile aus, während eine wachsende Minderheit in der deutschen Bevölkerung sie aus triftigen Gründen schon nicht mehr ernst nimmt. Der Referent sieht die Demokratie in großer Gefahr, angesichts des Mangels an durchgreifenden und realistischen Reformvorschlägen sowie populistischer und autoritärer Strömungen inmitten des herrschenden Neoliberalismus. Dabei stellt sie eine spannende geistige, weltweit noch lange nicht bewältigte Aufgabe dar. Der Sozialphilosoph Heinrichs wird sich nicht länger beim Klagen und Kritisieren aufhalten, sondern unterbreitet einen einmaligen, friedlich-revolutionären, konstruktiven und letztlich einfachen Vorschlag auf den Grundlagen seiner Reflexions-Systemtheorie. Für das sogenannte „Volk der Dichter und Denker“ bietet sich eine Gelegenheit zur Wiedergutmachung an die Welt.

Prof. Dr. a.D. Johannes Heinrichs ist Sozialphilosoph, er lehrte in Frankfurt, Bonn, Berlin und weltweit als Vortragsreisender. Er hat zahlreiche Publikationen zum Thema „Umbau der Demokratie“ vorgelegt.

14.11.2018 Ulrich Hörning "Du. Wir. Leipzig. Das Jahr der Demokratie 2018"

Am Internationalen Tag der Demokratie fährt eine Demokratiestraßenbahn durch Leipzig. Auf den Leipziger Wochenmärkten laden Schauspieler/-innen die Leipziger/-innen ein, ihre Sorgen und Wünsche dem großen Meckerwelttheater mitzuteilen und ins Gespräch zu kommen. Die Internetseite demokratie.leipzig.de präsentiert Sitzungen, Tagungen, Workshops – und mehr als 300 Veranstaltungen, Ausstellungen und Vorstellungen. Wie läuft das „Jahr der Demokratie“, was hat man bisher gelernt?

Ulrich Hörning, Bürgermeister und Beigeordneter für Allgemeine Verwaltung, Volkswirt und Verwaltungsfachmann mit Harvard-Abschluss, ist angetreten, die Abläufe in der Leipziger Stadtverwaltung zu modernisieren und zu digitalisieren. Er setzt den Beschluss des Stadtrates zum Jahr der Demokratie 2018 um.Ulrich Hörning studierte in Tübingen und Harvard. Er ist seit 2015 Bürgermeister für Allgemeine Verwaltung in Leipzig.

28.11.2018 Astrid Lorenz „Sieben Paradoxien der Demokratie“

Nur auf den ersten Blick ist klar, was mit "Volksherrschaft" gemeint ist. Demokratie ist aber mit Widersprüchen konfrontiert, die teilweise schon in ihrem Wesen angelegt sind, teilweise sich erst in der Praxis ergeben. Der Vortrag befasst sich mit einigen dieser Paradoxien und verbindet dies mit Beispielen aus Deutschland, Sachsen und Europa.

Prof. Dr. Astrid Lorenz ist Inhaberin des Jean-Monnet-Lehrstuhls Politisches System der Bundesrepublik Deutschland/Politik in Europa an der Universität Leipzig.

 

 

05.12.2018 Stefan Troebst „Anti-Totalitarismus als kleinster gemeinsamer Nenner der Demokratie? Zur "neuen" Geschichtspolitik der Europäischen Union“

Im Anschluss an die Osterweiterung von 2004 sowie im Zuge etlicher, zum Teil kontroverser Parlamentsdebatten hat die Europäische Union Ansätze zu einer eigenen Geschichtspolitik entwickelt, im Zuge derer 2009 Anti-Totalitarismus als kleinster gemeinsamer Nenner identifiziert wurde. Die Erinnerung an die Gesellschaftsverbrechen der Totalitarismen nationalsozialistischer, faschistischer, stalinistischer und kommunistischer Provenienz und an deren Opfer, so das Ziel, soll den Angehörigen der 28 EU-Nationalgesellschaften zum einen ein Gefühl bürgerschaftlicher Zusammengehörigkeit vermitteln und zum anderen mit Blick auf Gegenwart und Zukunft die EU-weit gemeinschaftliche aktive Ablehnung totalitarismusaffiner Ideologien und Haltungen befördern. Hauptkomponenten des neuen geschichtspolitischen Instrumentariums sind Parlamentsentschließungen, Gedenktage, Museen und thematische Förderprogramme, "Flaggschiff" ist das 2017 eröffnete Haus der europäischen Geschichte in Brüssel.

Prof. Dr. Stefan Troebst ist Professor für Kulturgeschichte des östlichen Europa an der Universität Leipzig. Er ist Stellvertretender Direktor des GWZO und Mitglied der Wissenschaftlichen Beiräte des Europäischen Netzwerks Erinnerung und Solidarität, der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung, der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

12.12.2018 Josef Focht "Demokratische Musikinstrumente?"

VERANSTALTUNGSORT: Zimeliensaal im GRASSI Museum für Musikinstrumente

Mit Anmeldung unter: studiumuniversale@uni-leipzig.de

Sofern etwa der gleichberechtigte Zugang aller Gesellschaftsgruppen zu bestimmten Musikinstrumenten oder deren Verbreitung in allen sozialen Schichten als maßgebliche Kriterien angelegt werden, lässt sich die Frage positiv beantworten. Doch vermochte erst die Katastrophe des Ersten Weltkriegs, den privilegierten Eliten die Musik als Medium ihrer ständischen Repräsentation abzutrotzen und als Gegenstand der allgemeinen Bildung zu vereinnahmen. Erstaunlich spät leiteten danach bewusste Traditionsbrüche in den Startphasen der demokratischen Systeme, also in der Weimarer Republik und in der Nachkriegszeit, auch instrumentale Moden eines demokratischen Musiklebens ein.

Um mit den heutigen Erfahrungen von Bildung, Medien und individualisierter Selbstverwirklichung den zugrundeliegenden Wertewandel überhaupt nachvollziehen zu können, ist der Rückblick auf das privilegierte System der Musik und ihrer verwandten auditiven Kommunikationsformen notwendig, das die frühe Neuzeit entscheidend prägte.

Prof. Dr. Josef Focht ist Professor für Organologie und Direktor des Museums für Musikinstrumente der Universität Leipzig.

19.12.2018 OBM Burkhard Jung "Kommunale Demokratie. Mein Rückblick und Ausblick"

VERANSTALTUNGSORT: Paulinum

FORMAT: townhall debate

Leipzig 2006: 18% Arbeitslosigkeit, fast kleinste Haushaltlücke, Viertelfinalspiel der Fußball-WM, Ansiedlung von Amazon, der erste Panamera bei Porsche und – im Mai begann die Amtszeit des Oberbürgermeisters Burkhard Jung. Von Demokratie und Kommunalverwaltung berichten die Chroniken nicht viel. Doch um Demokratie muss es gehen, wenn das Gemeinwesen funktionieren soll.

Burkhard Jung, seit 2006 Oberbürgermeister in Leipzig, vertritt die Stadt in nationalen und europäischen Gremien, leitet die Stadtverwaltung als Dienstvorgesetzter von rund 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sitzt dem Stadtrat und dem Verwaltungsausschuss wie auch mehreren Aufsichts-, Verwaltungs- und Stiftungsräten vor und bei.

09.01.2019 Daniela Demko „Kosmopolitismus und Demokratie“

Der Vortrag geht der Frage nach dem Zusammenhang zwischen Kosmopolitismus und Demokratie nach. Untersucht werden verschiedene Aspekte im Zusammenhang zwischen Kosmopolitismus und Demokratie, z.B. mit Bezugnahme auf die Globalisierung, auf die internationale Gerechtigkeit, auf einen weltweiten Schutz universaler Menschenrechte, auf eine Weltgesellschaft und ein Weltrecht.

Prof. Dr. Daniela Demko ist Inhaberin des Lehrstuhls für Strafrecht, Strafprozessrecht, Internationales Strafrecht, Strafrechtsvergleichung und Rechtsphilosophie an der Universität Leipzig.

16.01.2019 Hans-Georg Ebert „Islam und Demokratie“

Die Vorlesung fokussiert ein zentrales Problem islamischen Denkens: Das Verhältnis von Staat und Religion. Ausgehend von der Entstehung des Islam wurde und wird die Auffassung vertreten, dass beide Seiten untrennbar miteinander verbunden seien. Einige muslimische Rechts- und Religionsgelehrte, so etwa Alî Abd ar-Râziq (gest. 1966) stellen diese These jedoch infrage. Auf dieser Grundlage wird die Frage untersucht, ob demokratische Strukturen mit der Vorherrschaft des Islam vereinbar sind. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die islamische Welt bislang kaum Erfahrungen mit Demokratie sammeln konnte und daher Zweifel an der Umsetzung bestehen.

Prof. Dr. Hans-Georg Ebert hat den Lehrstuhl für Islamisches Recht an der Universität Leipzig inne.

23.01.19 Gunther Schnabl „70 Jahre nach der Wirtschafts- und Währungsreform: Herausforderungen für Soziale Marktwirtschaft und Demokratie“

Die Währungsreform am 20. Juni 1948 bildete zusammen mit einer umfassenden Liberalisierung der Preise und einer Monopolkontrolle die Grundlage für das westdeutsche Wirtschaftswunder, das das Rückgrat für große Wohlstandsgewinne in einem vereinigten Europa bildete. 70 Jahre später ist von den Grundpfeilern der Sozialen Marktwirtschaft wenig übriggeblieben. Eine zunehmend expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank begleitet sinkendes Wachstum und wachsende Ungleichheit in Europa. Die Demokratien in Europa sind gefährdet.

Prof. Dr. Gunther Schnabl ist Direktor des Instituts für Wirtschaftspolitik an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig.

30.01.19 Christian Saehrendt „Attacke auf die Kunst. Im Namen des Volkes? Die Gegenwartskunst im Visier populistischer Parteien“

In Kassel agitiert die AfD gegen den Ankauf eines documenta-Kunstwerks, in Berlin entlässt der linke Kultursenator den Volksbühnen-Intendanten, den Kunstkurator Chris Dercon, und in Österreich gibt Nicolaus Schafhausen, Kurator der Kunsthalle Wien, seinen Posten auf, frustriert von der „nationalistischen Politik“. Künstler und Kuratoren beklagen, die Gegenwartskunst sei einem massiven Roll-Back rechtspopulistischer Politik ausgesetzt.

Im Vortrag soll eine Einschätzung gegeben werden, welchen Umfang dieser Angriff auf die Gegenwartskunst tatsächlich hat und wie er historisch einzuordnen ist. Dabei werden die Traditionslinien einer kunstfeindlichen Haltung bis in die Zeit der 1920er Jahre zurückverfolgt, wo der Kunstbetrieb sowohl von rechts als auch von links mit populistischen Argumenten attackiert wurde. Damals, in den 1920er Jahren, wie heute, gab der Kunstmarkt mit seinen schwer zu verifizierenden Qualitätsstandards und seinen opaken Geschäftsmodellen den Außenstehenden Rätsel auf. Nicht nur das Spekulative des Kunstmarktes, der zum Symbol eines übersteigerten Kapitalismus schlechthin wurde, stand im Mittelpunkt der Kulturkritik der 1920er und 1930er Jahre, sondern auch die wachsende Isolation der Künstler vom „Volk“, Künstler erschienen als Protagonisten eines übersteigerten Individualismus.

Der Vortrag versucht sich an einer Anatomie der kunstfeindlichen Ressentiments, die nunmehr seit 100 Jahren wirksam sind und öffnet den Ausblick auf aktuelle Fragestellungen. Sind „antielitäre“ populistische Angriffe gegen den Kunstbetrieb gerechtfertigt oder pure Verleumdung?

Dr. Christian Saehrendt ist Kunsthistoriker und Publizist populärwissenschaftlicher Bücher, bekannt u.a. durch seine Veröffentlichung „Ist das Kunst oder kann das weg? Vom wahren Wert der Kunst“ (Köln, 2016).

06.02.2019, 18 Uhr (*Aula der VHS Leipzig, mit Anmeldung!) „Demokratie ist, wenn man trotzdem lacht… Gesprächsrunde zur (Ohn-)Macht des politischen Witzes“

VERANTSALTUNGSORT: Aula der Volkshochschule Leipzig, 18 Uhr!!!

Mit Anmeldung unter: studiumuniversale@uni-leipzig.de

Wo ist er geblieben, der beißende Spott, der schonungslos Missstände anprangert? Werden Politiker heutzutage unterschieds- und inhaltlos im Minutentakt durch den medialen Kakao gezogen, oder gibt es doch noch Orte für eine profunde satirische Auseinandersetzung mit brennenden Zeitfragen? Vielleicht ist das politische Weltgeschehen ja auch überhaupt nur mit einer Prise Humor zu ertragen? Zum Schluss der Reihe laden studium universale und die VHS Leipzig Satiriker, Kabarettisten, Blogger ein, unter der Leitung von Katja Kanzler mit Ihnen darüber ins Gespräch zu kommen, was einen guten politischen Witz ausmacht. Beispiele erwünscht!

Prof. Dr. Katja Kanzler hat den Lehrstuhl für Amerikanische Literatur am Institut für Amerikanistik der Universität Leipzig inne.


letzte Änderung: 18.10.2018 

Kontakt

Leiter des Arbeitskreises
Prof. Dr. Frank Gaunitz
Leiter der Forschungslabore
Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie
Universitätsklinikum Leipzig
Liebigstraße 20
04103 Leipzig

Telefon: +49 341 97-17953
E-Mail

Koordination studium universale, Kinderuni, Sonntagsgespräch
Dominik Becher
Ritterstraße 12
04109 Leipzig

Telefon: +49 341 97-37395
E-Mail

Studentische Hilfskraft
Alexandra Bär

Sprechzeiten

Sprechzeiten
Dominik Becher:

Sprechzeiten nach Vereinbarung.

Ritterstraße 12, Raum 405

(Während der vorlesungsfreien Zeit findet keine Sprechstunde statt.)

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