Um herausragende Leistungen auf dem Gebiet des Wissens- und Technologietransfers zu würdigen, lobt unsere Universität seit dem Jahr 2020 Transferpreise aus. Damit zeichnen wir das herausragende Engagement unserer Wissenschaftler:innen aus, die im Rahmen von Forschung und Lehre gewonnenes Wissen anwenden und in Wirtschaft, Politik, Kultur oder Zivilgesellschaft übertragen.

Auszeichnungen für Wissens- und Technologietransfer

2020 wurden ein Preis des Hochschulbereichs, ein Preis der Medizinischen Fakultät und ein Sonderpreis verliehen. Die Preisgelder in Höhe von insgesamt 37.500 Euro werden zweckgebunden für die Initiierung und Unterstützung von Aktivitäten im Sinne des Wissens- oder Technologietransfers an unserer Universität eingesetzt.

Weitere Transferpreise für Mitarbeiter:innen und Studierende verleiht die Universitätsgesellschaft.

Transferpreis des Hochschulbereichs 2020

Transferpreisträgerin Prof. Dr. Almuth Einspanier, Foto: Swen Reichhold
Transferpreisträgerin Prof. Dr. Almuth Einspanier, Foto: Swen Reichhold

Professorin Dr. Almuth Einspanier

Professorin Almuth Einspanier erhält den Transferpreis der Universität Leipzig 2020 für die erfolgreiche Übertragung herausragender, wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Anwendung, die jenseits ihrer Tragweite für das Tierwohl in bemerkenswerter Weise Implikationen für Politik, Rechtsprechung sowie Verbraucherinnen und Verbraucher mit sich bringt.

Sie ist Universitätsprofessorin für Endokrinologie und geschäftsführende Direktorin des Veterinär-Physiologisch-Chemischen Instituts an der Veterinärmedizinischen Fakultät.

Das Preisgeld beträgt 15.000 Euro.

Transferpreis der Medizinischen Fakultät 2020

Transferpreisträger Prof. Dr. Thomas Arendt und Dr. Jens Stieler, Foto: Linus Stieler
Transferpreisträger Prof. Dr. Thomas Arendt und Dr. Jens Stieler, Foto: Linus Stieler

Professor Thomas Arendt und Dr. Jens Stieler

Professor Thomas Arendt und Dr. Jens Stieler erhalten den Transferpreis der Medizinischen Fakultät 2020 in Anerkennung  ihres außergewöhnlichen Engagements bei der Translation klinischer Forschung hin zum marktreifen Produkt und ihres Beitrags zur Bekämpfung der Alzheimerschein Krankheit.

Thomas Arendt ist Professor für Neurowissenschaft und Leiter des Paul-Flechsig-Institutes für Hirnforschung der Medizinischen Fakultät. Dr. Jens Stieler Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Paul-Flechsig-Institut.

Das Preisgeld beträgt 15.000 Euro.

Sonderpreis Transfer 2020

Transferpreisträger Prof. Dr. Ulrich-Johannes Schneider, Foto: Swen Reichhold
Transferpreisträger Prof. Dr. Ulrich-Johannes Schneider, Foto: Swen Reichhold

Professor Dr. Ulrich-Johannes Schneider

Mit dem Sonderpreis Transfer würdigt die Jury das Lebenswerk von Herrn Professor Ulrich-Johannes Schneider und dessen über viele Jahre erworbenen Verdienste als Wissens- und Wissenschaftskommunikator.

Ulrich-Johannes Schneider ist Direktor der Universitätsbibliothek und Professor für Kultur- und Sozialphilosophie am Institut für Kulturwissenschaften der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie.

Das Preisgeld beträgt 7.500 Euro.

Begründungen der Jury

Die Auswahl der Preisträger erfolgte entsprechend durch eine Jury unter dem Vorsitz des Prorektors für Entwicklung und Transfer, Professor Thomas Lenk, der neben Universitätsangehörigen auch Vertreter ebendieser Gesellschaftsbereiche angehörten.

Transferpreis des Hochschulbereichs 2020

Allein in Deutschland werden täglich mehr als 100 000 männliche Eintagsküken getötet, weil ihre Aufzucht gemeinhin als unwirtschaftlich gilt. Diese Praxis zu beenden ist eine von stetig wachsenden Gesellschaftsteilen vorgetragene Forderung und erklärtes Ziel der aktuellen Bundesregierung. Zuletzt erklärte das Bundesverwaltungsgericht die Praxis zwar für zulässig, jedoch nur bis Verfahren eingeführt wurden, die eine Geschlechtsbestimmung bereits im Hühnerei ermöglichen.

Frau Professorin Almuth Einspanier ist es durch ihre richtungsweisende, endokrinologische Forschung und ihr großes Engagement gelungen, ein solches Verfahren zur Bestimmung des Geschlechts von Hühnerembryonen mittels Hormonanalyse zu entwickeln und maßgeblich zu dessen Marktreife und ökonomischer Verwertung beizutragen. Die sogenannten „respeggt -Eier“ sind heute flächendeckend im Einzelhandel erhältlich.

Der gemeinsam mit Partnern und Förderern in Wirtschaft und Politik beschrittene Weg von der Grundlagenforschung über die Patentierung bis hin zur Markteinführung der In-Ovo-Geschlechtsbestimmung von Küken steht mustergültig für das Anliegen der Universität Leipzig, akademisches Wissen auch außerhalb der Wissenschaft nachhaltig wirksam zu machen.

Der Weg dorthin Weg ist sicherlich kein einfacher gewesen. Und doch zeigt der Erfolg, dass Ausdauer und Beharrlichkeit sich auszahlen. Neben monetären Mehrwerten durch die Patentverwertung haben die gewürdigten Leistungen maßgeblich zur Sichtbarkeit des Transfers an der Universität beigetragen und dienen zudem in besonderer Weise ihrem Ziel, sich als Treiberin für gesellschaftliche Innovationen zu profilieren und ihre Angehörigen für ähnliche Aktivitäten zu begeistern.

Frau Professorin Einspanier erhält den Transferpreis der Universität Leipzig für die erfolgreiche Übertragung herausragender, wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Anwendung, die jenseits ihrer Tragweite für das Tierwohl in bemerkenswerter Weise Implikationen für Politik, Rechtsprechung sowie Verbraucherinnen und Verbraucher mit sich bringt.

Transferpreis der Medizinischen Fakultät 2020

Nicht zuletzt aufgrund der stetigen Zunahme betagter und hochbetagter Menschen stellt die Alzheimersche Krankheit unsere Gesellschaft vor große medizinische, gesundheitsökonomische und pflegerische Herausforderungen. Etwa 1,2 Millionen Menschen in Deutschland leben mit der Erkrankung, täglich kommen rund 500 Neuerkrankungen hinzu. Ihre Früherkennung stellt einen wichtigen Schritt auf dem Weg hin zu erfolgreichen Strategien der Prävention und der Therapie dar.

Herrn Professor Thomas Arendt und Herrn Dr. Jens Stieler ist es in langjähriger, im Falle von Herrn Professor Arendt über zwanzigjähriger Forschungstätigkeit gelungen, einen Blut-Test zur Frühdiagnose der Alzheimerschen Erkrankung zu entwickeln, die Methode patentrechtlich schützen zu lassen und klinisch zu validieren. In Zusammenarbeit mit einem als Lizenznehmer der Universität Leipzig agierenden US-amerikanischen Unternehmen ist die Markteinführung des Tests in greifbare Nähe gerückt.

Herr Professor Arendt und Herr Dr. Stieler erhalten den Transferpreis der Medizinischen Fakultät 2020 in Anerkennung  ihres außergewöhnlichen Engagements bei der Translation klinischer Forschung hin zum marktreifen Produkt und ihres Beitrags zur Bekämpfung der Alzheimerschein Krankheit.

Sonderpreis Transfer 2020

In ungezählten Vorträgen, Ausstellungen und anderen öffentlichkeitswirksamen Formaten weckt Herr Professor Ulrich-Johannes Schneider unermüdlich und weit über die fachlichen Grenzen von Philosophie und Bibliothekswesen hinaus Interesse, sensibilisiert für die Relevanz akademischen Wissens und macht dieses Wissen außerhalb akademischer Kontexte zugänglich und wirksam.

Beispielhaft für seine Verdienste steht Herrn Professor Schneiders Engagement um den Leipziger Wissenschaftstalk „Thomasius-Club“. Für das regelmäßige Stattfinden und den Erfolg dieses öffentlichen, ein diverses Publikum einbeziehenden Formats der transparenten Wissenskommunikation zwischen Academia und Stadtgesellschaft zeichnet er – unter anderem als Ko-Moderator – seit den Anfängen der Veranstaltungsreihe 2006 maßgeblich verantwortlich.

Nicht zuletzt spiegelt sich Herrn Professor Schneiders Anliegen, den an der Universität Leipzig tradierten und stetig erweiterten Wissensschatz weiten Gesellschaftsteilen zugänglich zu machen, auch in seinen richtungsweisenden Bemühungen wider, die Universitätsbibliothek zunehmend als Ort des Austauschs und der Begegnung zu kultivieren, wobei er sich Mitteln der Innenarchitektur ebenso wie Mitteln der Digitalisierung bedient.

Mit dem Sonderpreis Transfer würdigt die Jury das Lebenswerk von Herrn Professor Ulrich-Johannes Schneider und dessen über viele Jahre erworbenen Verdienste als Wissens- und Wissenschaftskommunikator.

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