An die Erteilung eines Rufs schließen verschiedene weitere Verwaltungs- und Verhandlungsschritte an. Inhaberinnen und Inhaber eines Rufs stimmen mit der Kanzlerin zunächst Rahmenbedingungen ihrer Professur ab. Wenn ein Ruf nach erfolgreichen Verhandlungen angenommen wird, beginnt die Vorbereitung der Berufung.

Von der Ruferteilung zur Berufung

Mit der Erteilung eines Rufs auf eine W3- oder W2-Professur bietet Ihnen die Rektorin die Aufnahme von Berufungsverhandlungen an.

Zur Vorbereitung bittet die Rektorin darum, ein Konzept der zukünftigen Lehr- und Forschungstätigkeiten und der dafür benötigten Ausstattung vorzulegen. Die Berufungsverhandlungen führt die Kanzlerin gemeinsam mit der Rektorin.

Frau Betzold und Frau Pfannschmidt vom Dezernat 3, Sachgebiet 36, organisieren die Vor- und Nachbereitungen der Verhandlungen und sind gern Ihre Ansprechpartnerinnen. Bei gemeinsamen Berufungen erfolgt die Berufung durch das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst. Das Ministerium führt in diesen Fällen auch die Berufungsverhandlungen in Abstimmung mit der Universität Leipzig und der Forschungseinrichtung.

Bereits mit der Ruferteilung stellt Ihnen die Rektorin die Ernennung in das Beamtenverhältnis auf Zeit in Aussicht, die erfolgt, sofern die rechtlichen und persönlichen Voraussetzungen dazu vorliegen.

Sie bittet darum, die zur Einstellung notwendigen Unterlagen einzureichen, sobald Sie die Annahme des Rufs gegenüber der Rektorin erklärt haben.

Bei einer Juniorprofessur werden keine Ausstattungsverhandlungen geführt. Stattdessen informiert Sie die Dekanin oder der Dekan der jeweiligen Fakultät über die für Sie vorhandenen Ressourcen.

Die Besoldung für Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren ist mit zwei Grundgehaltsstufen festgelegt, die sich auf die jeweilige Phase vor bzw. nach der Evaluation beziehen. Die Möglichkeit der Verhandlung von Leistungsbezügen sieht das Sächsische Besoldungsgesetz nicht vor.

Grundgehalt (in Euro / SächsBesG, § 34; Anlage 5)

Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren mit Tenure-Track erhalten grundsätzlich die Zusage zur Gewährung von Umzugskosten für den privaten Hausstand, sofern sie nicht bereits in Leipzig wohnhaft sind. Näheres regelt das Sächsische Umzugskostengesetz.

Frau Betzold oder Frau Pfannschmidt vom Dezernat 3, Sachgebiet 36, bereiten Ihre Einstellung vor und stimmen mit Ihnen den Dienstbeginn ab. Sie stehen Ihnen für Fragen rund um Ihre Einstellung gern zur Verfügung.

Wir streben für Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren die Übernahme im Beamtenverhältnis auf Zeit für insgesamt sechs Jahre an. Dabei beträgt die Phase vor der Evaluation in der Regel drei Jahre. Nach positiver Evaluation schließt sich die zweite Phase mit einer Dauer von weiteren drei Jahren an.

Berufungsverhandlungen

Zur Vorbereitung und Abstimmung Ihres Konzepts für die zukünftigen Lehr- und Forschungsaktivitäten Ihrer Professur werden Sie durch die Dekanin oder den Dekan der jeweiligen Fakultät beraten und unterstützt.

In den Berufungsverhandlungen wird unter Berücksichtigung der Sächsischen Rahmenbedingungen über die personelle, sächliche und räumliche Ausstattung der zu besetzenden Professur, über fachliche und persönliche Belange sowie über die persönlichen Bezüge verhandelt.

In der Regel nehmen an den Ausstattungsverhandlungen neben Ihnen und der Dekanin bzw. dem Dekan der zuständigen Fakultät auch die Rektorin und die Kanzlerin sowie Frau Betzold bzw. Frau Pfannschmidt teil. Die Verhandlungen über persönliche Bezüge finden – wenn gewünscht – in einem kleineren Kreis statt.

Während der Verhandlungen werden − falls dies für Sie von Interesse ist – auch Dual Career-Fragen angesprochen. Eine detaillierte Darstellung der wesentlichen Verhandlungspunkte finden Sie im Leitfaden für Berufungsverhandlungen.

Die Ergebnisse der Berufungsverhandlungen werden protokolliert und dem Rektorat zur Beschlussfassung vorgelegt. Danach erhalten Sie sowie die Dekanin bzw. der Dekan der zuständigen Fakultät das Ergebnis in Form eines Ausstattungs- und Besoldungsangebots der Kanzlerin übersandt.

Annahme oder Ablehnung des Rufs

Das Angebotsschreiben der Kanzlerin gilt als Ausstattungszusage und soll sowohl durch Sie als auch durch die Fakultät auf Vollständigkeit und Richtigkeit überprüft werden.

Nach Erhalt des Ausstattungs- und Besoldungsangebots der Kanzlerin (und ggf. vorgenommenen Änderungen) bitten wir Sie, sich in einem angemessenen Zeitraum zu entscheiden, ob Sie den Ruf an die Universität Leipzig annehmen. Ihre Entscheidung teilen Sie der Rektorin schriftlich mit. Dafür wird in der Regel eine Frist von vier Wochen gesetzt.

Vorbereitung der Berufung

Entscheiden Sie sich durch Rufannahme für die Fortsetzung Ihrer wissenschaftlichen Karriere an der Universität Leipzig, bereiten wir gemeinsam Ihre Berufung als Professorin bzw. Professor vor.

Liegen die rechtlichen und persönlichen Voraussetzungen dazu vor, streben wir die Übernahme im Beamtenverhältnis auf Lebenszeit an. Nach Rufannahme benötigen wir für die Vorbereitung Ihrer Ernennung ca. drei Monate.

Mit unseren Neuberufenen starten wir vorzugsweise zu Semesterbeginn (01. April bzw. 01. Oktober) den gemeinsamen wissenschaftlichen Weg.

Sächsische Rahmenbedingungen

In Sachsen ist die Besoldung der Professorinnen und Professoren in den Besoldungsgruppen W3 und W2 jeweils in vier Erfahrungsstufen mit einem Stufenaufstieg alle fünf Jahre durch das Sächsische Besoldungsgesetz (SächsBesG) festgelegt.

Leistungsbezüge können im Rahmen der Berufungsverhandlungen befristet oder unbefristet vergeben werden. Die individuelle Qualifikation, vorliegende Evaluationsergebnisse, die Bewerberlage und die Arbeitsmarktsituation in dem jeweiligen Fach beeinflussen dabei die Entscheidung.

Unbefristete Berufungsleistungsbezüge

  • sind gemäß § 8 Abs. 2 LBezO (Link) bis zur Höhe von 30 Prozent des jeweiligen Endgrundgehalts ruhegehaltsfähig, wenn sie mindestens zwei Jahre bezogen worden sind
  • nehmen gemäß § 8 Abs. 1 LBezO (Link) an den allgemeinen linearen Besoldungsanpassungen teil

 

Befristete Berufungsleistungsbezüge

  • können mit dem Abschluss einer Zielvereinbarung verknüpft werden
  • werden in der Regel befristet für drei Jahre gewährt, sind nicht ruhegehaltfähig und nehmen nicht an den allgemeinen linearen Besoldungsanpassungen teil

In den Berufungsverhandlungen wird nicht über besondere Leistungsbezüge und Funktionsleistungsbezüge verhandelt, da sich diese immer auf erbrachte Leistungen bzw. auf die Ausübung einer besonderen Funktion im Rahmen der Hochschulselbstverwaltung beziehen.

Als Professorinnen und Professoren der Universität Leipzig können Sie sich um besondere Leistungsbezüge (§§ 5 und 7 der Leistungsbezügeordnung der Universität Leipzig) (Link) bewerben. Bei der Vergabe wendet die Universität Leipzig einen einheitlichen Vergabezyklus an (Dreijahreszeitraum).

In Sachsen ist die Lehrverpflichtung in der Sächsischen Dienstaufgabenverordnung an Hochschulen (DAVOHS) festgelegt. Sie beträgt für Professorinnen und Professoren regelmäßig (§ 7 Abs. 1 Nr. 1 der DAVOHS) acht Lehrveranstaltungsstunden (LVS).

Eine Reduktion der Lehrverpflichtung unterliegt den Regelungen des § 8 DAVOHS, d.h. einem Antragsverfahren.

Für Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren beträgt die Lehrverpflichtung in der ersten Phase vier LVS. Positiv evaluiert sind in der zweiten Phase sechs LVS zu erbringen (vgl. § 7 Abs. 1 Nr. 2 DAVOHS).

Zwei Menschen sitzen an einem Tisch und sprechen miteinander. Zu sehen sind die Hände. Eine Person schreibt, die andere gestikuliert.
Im Rahmen eines Berufungsverfahrens können viele Fragen entstehen. Unsere FAQ sollen Ihnen eine kleine Hilfestellung geben. Foto: Nik MacMillan / Unsplash

Häufig gestellte Fragen – FAQ

Werden Umzugskosten erstattet?

Sofern die Inhaberin bzw. der Inhaber eines Rufs auf eine W3- oder W2-Professur oder auf eine Juniorprofessur (W1) mit Tenure-Track nicht in Leipzig wohnhaft ist, wird die Zusage zur Gewährung von Umzugskosten gemäß Sächsischem Umzugskostengesetz für den privaten Hausstand grundsätzlich erteilt, um ihr/ihm die ordnungsgemäße Wahrnehmung ihrer/seiner Dienstgeschäfte zu ermöglichen.

Gibt es Unterstützung bei Dual Career und der Suche nach Kinderbetreuungseinrichtungen oder Schulen?

Die Universität Leipzig unterstützt die Partnerinnen und Partner der neuberufenen Professorinnen und Professoren, damit auch sie erfolgreich eine Karriere in und um Leipzig beginnen oder fortführen können. Soweit gewünscht, unterstützen wir Sie gern bei der Aufnahme von Kindern in Leipziger Kindereinrichtungen oder Schulen. Als Ansprechpartner steht Ihnen unser Personalentwickler Herr Arndt zur Verfügung.

Default Avatar

Thomas Arndt

Personalentwickler

SG 35/Sachgebiet Personalgrundsatzangelegenheiten, Personalentwicklung, Hilfskräfte, Werkverträge und Verträge nach Honorarordnung
Goethestr. 6, Raum 506
04109 Leipzig

Telefon: +49 341 97-30086
Telefax: +49 341 97-33099

Werden vorhergehende Lehrsemester an anderen Hochschulen bei der Gewährung eines Forschungsfreisemesters an der Universität Leipzig angerechnet?

Zwischen zwei Freistellungsphasen ist ein zeitlicher Abstand von vier Jahren zu beachten (§ 68 Abs. 1 Sächsisches Hochschulfreiheitsgesetz). Im Rahmen der Berufungsverhandlungen wird hierzu keine Entscheidung getroffen, da die Organisation eines Forschungsfreisemesters in erster Linie mit den Kolleginnen und Kollegen der zukünftigen Einrichtung abgestimmt sein muss. Die an der Universität Leipzig geltenden Grundsätze senden wir den Inhaberinnen und Inhabern eines Rufs zu. Sie sehen eine gesondert begründete Antragstellung vor, worüber das Rektorat im Einzelfall nach Rufannahme entscheidet.

Wie kann ich meine Lehrverpflichtung reduzieren?

Die regelmäßige Lehrverpflichtung einer Professorin bzw. eines Professors beträgt in Sachsen acht LVS. Über eine befristete Reduzierung der Regellehrverpflichtung wird vom Rektorat im Einzelfall entschieden. Hierfür sieht § 8 Abs. 5 Sächsische Dienstaufgabenverordnung an Hochschulen (DAVOHS) ein Antragsverfahren einschließlich einer umfänglichen Begründung vor.

Muss ich eine Zielvereinbarung abschließen, um zu einem späteren Zeitpunkt besondere Leistungsbezüge erhalten zu können?

Der Abschluss einer Zielvereinbarung ist freiwillig. Die Universität Leipzig hat für den Abschluss einer Zielvereinbarung in den Bereichen Forschung und Nachwuchsförderung sowie Lehre Standardziele festgelegt, die sich an den jeweiligen Durchschnittswerten des Statistischen Bundesamtes in den jeweiligen Fächern oder Fachbereichen orientieren. Für Neuberufene an der Universität Leipzig kann dies eine Orientierungshilfe sein.

Die Vergabe besonderer Leistungsbezüge beruht jedoch auf einer Gesamtschau aller im Bewertungszeitraum erbrachten Leistungen. Die Grundlage für die Entscheidung des Rektorats bilden ein Selbstbericht (der ggf. auch auf die Zielvereinbarung Bezug nimmt) sowie die Einschätzung der jeweiligen Dekanin bzw.des jeweiligen Dekans (vgl. LBezO).

Ihre Ansprechpartnerinnen

Sie haben Fragen zur Organisation der Verhandlungen, zur W-Besoldung, dem Beamtenrecht und zur Vergabe von Leistungsbezügen an der Universität Leipzig? Sprechen Sie uns an.

 Carsta Betzold

Carsta Betzold

Personalsachbearbeiterin

Goethestr. 6, Raum 504
04109 Leipzig

Telefon: +49 341 97-33012
Telefax: +49 341 97-33099

 Andrea Pfannschmidt

Andrea Pfannschmidt

Personalsachbearbeiterin

Goethestr. 6, Raum 529
04109 Leipzig

Telefon: +49 341 97-30088
Telefax: +49 341 97-33099

Das könnte Sie auch interessieren

Informationen für Bewerberinnen und Bewerber

mehr erfahren

Stellenausschreibungen

mehr erfahren

Stabsstelle Berufungs­angelegenheiten

mehr erfahren

Die Universität Leipzig als Arbeitgeber

mehr erfahren
zum Seitenanfang