Der seit 1901 verliehene Nobelpreis gilt als höchste internationale Auszeichnung für herausragende wissenschaftliche Leistungen. Neunzehn namhafte Wissenschaftler, die mit unserer Universität durch Studium, Forschung oder Lehre eng verbunden waren, wurden mit Nobelpreisen für die Gebiete Physik, Chemie, Medizin, Literatur oder Friedensbemühungen geehrt.

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Wilhelm Ostwald (1853 – 1932)

1909 erhielt der Chemiker und Philosoph den Nobelpreis für Chemie für seine Forschung über „Katalyse und die Bedingungen des chemischen Gleichgewichtes und die Geschwindigkeiten chemischer Reaktionen“.

 

Wilhelm Ostwald

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Gustav Hertz (1887 – 1957)

1925 erhielt der Physiker zusammen mit James Franck den Nobelpreis für Physik für den Franck-Hertz-Versuch.

 

Gustav Hertz

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Werner Heisenberg (1901 – 1976)

1932 erhielt Werner Heisenberg den Nobelpreis für Physik für die Begründung der Quantenmechanik.

 

Werner Heisenberg

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Nobelpreise für Wissenschaftler unserer Universität

  • 1902 wird Theodor Mommsen mit dem Nobelpreis für Literatur für seine „Römische Geschichte“ geehrt.
    Theodor Mommsen (1817 – 1903) war ein deutscher Historiker und gilt als einer der bedeutendsten Altertumswissenschaftler des 19. Jahrhunderts. Er erhielt 1848 einen Ruf als außerordentlicher Professor für Rechtswissenschaft an der Universität Leipzig. Wegen seiner Beteiligung am sächsischen Maiaufstand 1849 wurde er 1851 aus dem Hochschuldienst entlassen.
  • 1903 erhält Svante August Arrhenius den Nobelpreis für Chemie für seine Ausarbeitung der Grundlagen der elektrolytischen Dissoziation.
    Svante Augustus Arrhenius (1859 – 1927) war ein schwedischer Physiker und Chemiker und sagte 1896 als Erster eine globale Erwärmung aufgrund der anthropogenen Kohlendioxid-Emission voraus. Er arbeitete von 1888 bis 1890 an der Universität Leipzig bei Wilhelm Ostwald.
  • 1904 erhält Iwan Petrowitsch Pawlow den Nobelpreis für Medizin für seine Arbeiten über die Verdauungsdrüsen.
    Iwan Petrowitsch Pawlow (1849 – 1936) war ein russischer Mediziner und Physiologe. Er widmete sich nach seiner Promotion von 1884 bis 1886 bei Carl Ludwig in Leipzig der Physiologie.
  • 1908 erhält Paul Ehrlich zusammen mit Ilja Metschnikow den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für seine auf dem Gebiet der Serumsforschung entwickelten Beiträge zur Immunologie.
    Paul Ehrlich (1854 – 1915) war ein deutscher Mediziner. Er wurde 1878 unter Julius Cohnheim an der Universität Leipzig promoviert.
  • 1909 erhält Wilhelm Ostwald den Nobelpreis für Chemie für seine Forschung über „Katalyse und die Bedingungen des chemischen Gleichgewichtes und die Geschwindigkeiten chemischer Reaktionen“.
    Wilhelm Ostwald (1853 – 1932) war ein deutsch-baltischer Chemiker und Philosoph und gilt als einer der Begründer der Physikalischen Chemie. Er wurde 1887 auf den Lehrstuhl für physikalische Chemie an der Universität Leipzig berufen und gründete 1898 das Physikalisch-chemische Institut, das er bis 1905 leitete.
  • 1920 erhält Walther Hermann Nernst den Nobelpreis für Chemie für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Thermochemie.
    Walther Hermann Nernst (1864 – 1941) war ein deutscher Physiker und Chemiker. Er nahm 1887 Wilhelm Ostwalds Angebot für eine Habilitation in Leipzig an und schloss diese 1889 an der Universität Leipzig ab.
  • 1923 erhält John James Rickard Macleod gemeinsam mit Frederick G. Banting den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für die Entdeckung des Insulins.
    John James Rickard Macleod (1876 – 1935) war ein schottisch-kanadischer Physiologe. Er studierte im Anschluss an sein Studium der Medizin in Aberdeen unter Carl Ludwig Biochemie in Leipzig.

  • 1925 erhält Gustav Hertz zusammen mit James Franck den Nobelpreis für Physik für den Franck-Hertz-Versuch.
    Gustav Hertz (1887 – 1957) war ein deutscher Physiker und maßgeblich an der Entwicklung der Kernphysik in der DDR beteiligt. Er war ab 1954 Direktor des physikalischen Instituts der Karl-Marx-Universität in Leipzig, Mitglied der Akademie der Wissenschaften der DDR und Gründungsmitglied des Forschungsrats der DDR. Er erhielt hohe Auszeichnungen wie den Nationalpreis der DDR und war Herausgeber eines dreibändigen Standardwerks zur Kernphysik.
  • 1926 erhält Gustav Ernst Stresemann gemeinsam mit Aristide Briand den Friedensnobelpreis für die Verbesserung der Beziehungen mit Frankreich.
    Gustav Ernst Stresemann (1878 – 1929) war ein bedeutender Staatsmann der Weimarer Republik: 1923 deutscher Reichskanzler und bis zu seinem Tod 1929 deutscher Außenminister. Er studierte ab 1899 Literatur und Geschichte und später Nationalökonomie an der Universität Leipzig. 1901 schloss er sein Studium unter Karl Bücher mit der Promotion ab.
  • 1930 erhält Nathan Söderblom den Friedensnobelpreis für seinen Einsatz für die Ökumene und den Weltfrieden.
    Nathan Söderblom (1866 – 1931) war ein schwedischer Religionswissenschaftler und Erzbischof von Uppsala. Er hatte von 1912 bis 1914 neben seiner Professur in Uppsala den ersten deutschen Lehrstuhl für Religionswissenschaft an der Universität Leipzig inne.
  • 1931 erhalten Friedrich Bergius und Carl Bosch den Nobelpreis für Chemie für ihre Verdienste um die Entdeckung und Entwicklung der chemischen Hochdruckverfahren.

    • Friedrich Bergius (1884 – 1949) war ein deutscher Chemiker und Unternehmer. Er  promovierte 1907 an der Universität Leipzig bei Arthur Hantzsch.

    • Carl Bosch (1874 – 1940) war ein deutscher Chemiker, Techniker und Industrieller. Er studierte ab 1896 an der Universität Leipzig Chemie und wurde hier unter Johannes Wislicenus 1898 promoviert.

  • 1932 erhält Werner Heisenberg den Nobelpreis für Physik für die Begründung der Quantenmechanik.
    Werner Heisenberg (1901 – 1976) gilt als einer der bedeutendsten Physiker des 20. Jahrhunderts. Er wurde 1927 als Professor an die Universität Leipzig berufen, wo er das Institut für theoretische Physik leitete. Gemeinsam mit Friedrich Hund entwickelte er die Universität Leipzig zu einem Zentrum der modernen theoretischen Physik, insbesondere der Kernphysik, das zahlreiche talentierte Physiker aus aller Welt anzog. 1942 ging Heisenberg als Direktor an das Kaiser-Wilhelm-Institut für Physik nach Berlin.

  • 1936 erhält Peter Debye den Nobelpreis für Chemie für seine Forschungen über Dipolmomente (Debye-Gleichung), über Beugung der Röntgenstrahlen und Elektronen in Gasen.
    Peter Debye (1884 – 1966) war ein niederländischer Physiker und theoretischer Chemiker. Er hatte von 1927 bis 1934 eine Professur für Theoretische Chemie an der Universität Leipzig inne.
  • 1952 erhält Felix Bloch den Nobelpreis für Physik für die Entwicklung neuer Methoden zur Kernspinresonanzspektroskopie.
    Felix Bloch (1905 – 1983) war ein österreichisch-schweizerisch-US-amerikanischer Physiker jüdischer Herkunft. Er studierte an der Universität Leipzig ab 1927 unter Werner Heisenberg Physik und wurde 1931 sein Assistent. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten ging er zurück in die Schweiz.

  • 1962 erhält Lew Dawidowitsch Landau den Nobelpreis für Physik für seine richtungsweisenden Arbeiten zur Theorie der kondensierten Materie.
    Lew Dawidowitsch Landau (1908 – 1968) war ein sowjetischer Physiker. Er weilte 1929 im Rahmen eines Forschungsstipendiums bei Werner Heisenberg an der Universität Leipzig.

  • 1965 erhält Shin’ichirō Tomonaga zusammen mit Richard P. Feynman und J. Schwinger den Nobelpreis für Physik für ihre fundamentale Leistung in der Quantenelektrodynamik.
    Shin’ichirō Tomonaga (1906 – 1979) war ein japanischer Physiker. Er beschäftigte sich bei einem Forschungsaufenthalt von 1937 bis 1939 in Leipzig bei Werner Heisenberg mit der Quantenelektrodynamik und der Kernphysik.

  • 1967 erhält Haldan Hartline zusammen mit Ragnar Granit und George Wald den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für ihre Entdeckung auf dem Gebiet der primären physiologischen und chemischen Sehvorgänge im Auge.
    Haldan Hartline (1903 – 1983) war ein US-amerikanischer Mediziner, Physiologe, Biochemiker und Biophysiker. Er besuchte Anfang der 1930er-Jahre als Stipendiat die Universität Leipzig und bildete sich unter Werner Heisenberg ein Semester lang auf dem Gebiet der Physik weiter.

  • 1970 erhält Bernard Katz gemeinsam mit Ulf von Euler und Julius Axelrod den Nobelpreis für Medizin für ihre Arbeiten über die quantisierte Form der synaptischen Informationsübertragung.
    Bernard Katz (1911 – 2003) war ein deutsch-englischer Biophysiker und Neurophysiologe. Er studierte von 1929 bis 1933 an der Universität Leipzig Medizin und wurde im Fach Physiologie promoviert.

Weitere Nobelpreisträger

Darüber hinaus wurden Nobelpreise an Wissenschaftler verliehen, die an unserer Universität Leipzig eine Rede gehalten oder die Ehrendoktorwürde verliehen bekommen haben. Auch der Ig-Nobelpreis wurde an einen Wissenschaftler unserer Universität verliehen.

Gerhard Ludwig Ertl (geboren 1936) ist ein deutscher Physiker und Oberflächenchemiker, der die Entwicklung der Oberflächenchemie maßgeblich beeinflusst hat. 2007 wurde ihm für seine „Studien von chemischen Prozessen auf Festkörperoberflächen“ der Nobelpreis für Chemie zuerkannt.
Am 5. September 2003 hielt Gerhard Ertl im Arthur-Hantzsch-Hörsaal des Neubaus Chemie der Universität Leipzig einen Festvortrag anlässlich einer Gedenkveranstaltung zum 150. Geburtstag von Nobelpreisträger Wilhelm Ostwald.

Günter Grass (1927 – 2015) war ein deutscher Schriftsteller, Bildhauer, Maler und Grafiker. 1999 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.
Am 21. März 1961 las Günter Grass auf Einladung von Hans Mayer (1907 – 2001) im legendären Hörsaal 40 der Universität Leipzig aus seinem Roman „Die Blechtrommel“ (1959) und richtete vor versammeltem Auditorium „Grüße des aus dem Institut republikflüchtig gewordenen Uwe Johnson aus“, was einen Skandal nach sich zog.

Gerhart Hauptmann (1862 – 1946) war ein deutscher Dramatiker und Schriftsteller und gilt als der bedeutendste deutsche Vertreter des Naturalismus.1912 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.
Am 30. Juli 1909 erhielt Gerhart Hauptmann die Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät im Rahmen der 500-Jahr-Feier der Universität Leipzig. Am 23. November 1912 hielt Gerhart Hauptmann in der Aula der Universität eine Rede über das Verhältnis von Kunst und Wissenschaft.

Jean-Marie Pierre Lehn (geboren 1939) ist ein französischer Chemiker. Zusammen mit Donald Cram und Charles Pedersen wurde er 1987 für seine Arbeit im Forschungsfeld der Supramolekularen Chemie mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet.
Am 21. März 1997 hielt Jean-Marie Lehn an der Universität Leipzig eine Vorlesung zum Thema „Supramolekulare Chemie: von molekularer Erkennung zur Selbstorganisation“.

Sir Peter Mansfield (1933 – 2017) war Professor für Physik an der University of Nottingham. 2003 wurde er gemeinsam mit Paul Christian Lauterbur mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für ihre Entdeckungen im Zusammenhang mit der Magnetresonanztomographie ausgezeichnet.
Die Fakultät für Physik und Geologie der Universität Leipzig verlieh ihm 2006 die Ehrendoktorwürde.

Karl Alexander Müller (geboren 1927) ist ein Schweizer Physiker, der 1987 zusammen mit Georg Bednorz den Nobelpreis für Physik für ihre bahnbrechende Entdeckung von Supraleitung in keramischen Materialien erhielt.
Die Fakultät für Physik und Geologie der Universität Leipzig verlieh Karl Alexander Müller 2000 die Ehrendoktorwürde.

Linus Pauling (1901 – 1994) war ein US-amerikanischer Chemiker und zweifacher Nobelpreisträger. 1954 erhielt er für seine Forschungen über die Natur der chemischen Bindung und ihre Anwendung bei der Aufklärung der Struktur komplexer Substanzen den Nobelpreis für Chemie. 1963 erhielt er rückwirkend für das Jahr 1962 für seinen Einsatz gegen Atomwaffentests den Friedensnobelpreis.
Linus Pauling weilte auf Einladung des Rektors und des Akademischen Senats der Karl-Marx-Universität sowie des Friedensrats der DDR 1964 in Leipzig. Am 7. Juli hielt er vor weit über tausend Zuhörern, unter ihnen ein großer Teil der Professorenschaft, im überfüllten Hörsaal des Physiologischen Instituts eine Vorlesung zum Thema „Für eine Welt ohne Waffen und Krieg“.

Kai Siegbahn (1918 – 2007) war ein schwedischer Physiker. Für seinen Beitrag zur Entwicklung der hochauflösenden Elektronenspektroskopie wurde er 1981 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet.
Im Herbst 1984 hielt Kai Siegbahn einen Vortrag an der Universität Leipzig im Rahmen einer internationalen Tagung.

James Dewey Watson (geboren 1928) ist ein US-amerikanischer Molekularbiologe. Zusammen mit Francis Crick und Maurice Wilkins erhielt er 1962 den Medizin-Nobelpreis für die Entdeckung der Molekularstruktur der Desoxyribonukleinsäure (DNA).
Genau 50 Jahre später, am 23. Mai 2003 hielt James Watson zur Eröffnung der Bio City Leipzig einen Vortrag über die wissenschaftliche Pionierarbeit auf dem Gebiet der Genetik.

Edward Teller (1908 – 2003) war ein ungarisch-amerikanischer Physiker, der einer breiten Öffentlichkeit als „Vater der Wasserstoffbombe“ bekannt wurde. 1991 wurde er als einer der ersten Preisträger mit dem satirisch gemeinten Ig-Nobelpreis für „lebenslange Bemühungen, die Bedeutung des Begriffs Frieden zu verändern“, ausgezeichnet.
Edward Teller ging 1928 an die Universität Leipzig und promovierte 1930 unter Werner Heisenberg mit einer Abhandlung über das Wasserstoffmolekülion.
1998 gab die Universität Leipzig die Broschüre „Ein Atomphysiker erzählt. Edward Teller zwischen Leipzig und Livermore“ heraus, in der sein Lebensweg und sein Lebenswerk, insbesondere die Leipziger Jahre zwischen 1928 und 1931, nachgezeichnet werden.

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