Hinter diesem Türchen öffnet sich die Schatzkammer im Paulinum: Der Paulineraltar erzählt von bewegter Geschichte, sorgfältiger Rekonstruktion und seiner heutigen Nutzung.
Am 8. Dezember stellen wir den Paulineraltar vor, ein bedeutendes Kunstwerk der Universität Leipzig. Der ursprünglich für die Dominikanerkirche St. Paul um 1480 geschaffene spätgotische Flügelaltar ging 1543 zusammen mit dem Dominikanerkloster in den Besitz der Universität über. Im Zuge von Kirchenrenovierungen und Umgestaltungen wurde der Altar mehrfach verändert, 1968 vor der Sprengung der Paulinerkirche geborgen und ab 1983 fachkundig rekonstruiert und restauriert.
Heute ist seine ursprüngliche Funktionalität als Wandelaltar wiederhergestellt. Im geschlossenen Zustand sind Szenen aus der Paulus-Vita zu sehen. Die erste Wandlung zeigt die Gemäldeseite mit acht Bildern zur Passion Christi. Die zweite Wandlung offenbart die Festtagsseite, deren Zentrum eine Paulus-Statue bildet, flankiert von teil-vergoldeten Reliefs mit Szenen aus den Leben Mariens und Christi. Darunter befindet sich auch die weihnachtliche Darstellung der Geburt Christi.
Seit Dezember 2017 steht der Altar im Paulinum – Aula und Universitätskirche St. Pauli, wo er im Rahmen der Universitätsgottesdienste und Andachten wieder liturgisch genutzt wird. Der Altar ist auch bei den Weihnachtskonzerten, den Veranstaltungen der Universitätsmusik sowie bei akademischen Veranstaltungen und Events mit Kooperationspartnern präsent. Das Paulinum ist ein lebendiger Ort für Universitätsangehörige, Einwohner:innen Leipzigs und Gäste aus aller Welt.
Gerade in der festlichen Jahreszeit lädt der Paulineraltar dazu ein, Kunst, Geschichte und Spiritualität in besonderer Atmosphäre zu erleben – ein Besuch lohnt sich ebenso für alle, die die Vielfalt der Kunstsammlung der Kustodie und die zahlreichen Ausstellungen und Veranstaltungen entdecken möchten.