Ausstellung am

Veranstaltungsort: Bibliotheca Albertina (Beethovenstr. 6, 04107 Leipzig), Ausstellungsraum

Ausstellung in der Universitätsbibliothek mit Plakaten aus der Sammlung des Leipziger Tanzarchivs. Die über 1.600 Plakate, darunter 78 von Rudolf von Laban, dokumentieren bildgewaltig insbesondere das staatlich organisierte Tanzschaffen in der DDR.

Das Tanzarchiv Leipzig verfolgte seit seiner Gründung 1957 das Ziel, den immateriellen Gegenstand Tanz zu dokumentieren und zu vermitteln. Das anfangs aus einer Sammlung traditioneller Folklore bestehende Tanzarchiv wurde von dem Musikwissenschaftler Kurt Petermann schrittweise zu einer Dokumentationsstelle für „alle Gebiete des Tanzes“ erweitert. An dem 1952 in Leipzig installierten „Zentralhaus für Laienkunst“ (seit 1954 „Zentralhaus für Volkskunst“, seit 1962 „Zentralhaus für Kulturarbeit der DDR“) war das Tanzarchiv in die Entwicklung der Volkskunst und des künstlerischen Laienschaffens eingebunden. 

Mit der 1975 erreichten Angliederung an die Akademie der Künste in Ostberlin als „Tanzarchiv der DDR“ wurde es zu einer anerkannten Institution für die Auseinandersetzung mit Tanz als kulturellem Phänomen. Nach dem Ende der DDR verpflichtete sich der Freistaat Sachsen zur Weiterführung dieser Einrichtung, wofür 1993 der Tanzarchiv Leipzig e. V. gegründet wurde. 2011 wurden die Bestände in die Verantwortung der Universitätsbibliothek Leipzig übergeben. 

Die Plakatsammlung wurde Mitte der 1990er Jahre zusammengetragen. Ihren Kern bilden Plakate aus den Archiven des Staatlichen Tanzensembles und des Staatlichen Folkloreensembles der DDR, die 1996 als Depositum des Bundesarchivs nach Leipzig kamen. In den folgenden Jahren wurde die Sammlung mit Neuzugängen und aus Nachlässen auf einen Bestand von über 1.600 Plakaten erweitert, darunter 78 Exemplare aus dem Nachlass von Rudolf von Laban. 

Die Plakatsammlung dokumentiert insbesondere das staatlich organisierte Tanzschaffen in der DDR: den ideologischen Stellenwert von Folklore ebenso wie die bis in die 1970er Jahre anhaltende Abwertung des modernen Tanzes als ‚mystisch‘ und ‚formalistisch’; die Bedeutung von Tanz in Betrieben und die mit dem Tanz verknüpfte Festkultur ebenso wie die Funktion von Tanz bei der ‚Völkerverständigung‘ und als Spitzensport im Wettstreit der politischen Systeme.

  • 08.11. 2022 – 26.02.2023, täglich 10 – 18 Uhr
    im Ausstellungsraum der Bibliotheca Albertina, Eintritt frei


weitere Informationen

Erstellt von: Caroline Bergter