Tagung/Symposium am

Veranstaltungsort: Bibliotheca Albertina, Vortragssaal

Welche Bedeutung haben die Ereignisse von 1989 für gegenwärtige Deutungen von Gesellschaft und für politische Orientierungen? Dieser Frage geht die Tagung „Erbe '89. Politisierung der Erinnerung“ nach.

Blick auf das Gästehaus der Universität (Ritterstr. 12) sowie die Nicolaisäule

Die Nikolaisäule erinnert an den Gedanken der Revolution von 1989. Foto: Randy Kühn

Symbolhaft wurde in den letzten 30 Jahren immer wieder auf ’89 Bezug genommen: im Rahmen der „Montagsdemonstrationen“ gegen die HARTZ-IV-Gesetzgebung, auf den „Montagsmahnwachen“ während des russisch-ukrainischen Krieges, auf den Demonstrationen von PEGIDA (und Ablegern), die sich unter dem Ruf „Wir sind das Volk“ versammelten und zuletzt im Rahmen der Landtagswahlkämpfe in Sachsen und Thüringen, die unter dem Slogan „Vollende die Wende“ antraten. Die Erinnerung und symbolische Bezugnahme auf 1989 dient hier als historische Selbstlegitimation für Protest und Widerstand gegen eine sogenannte „Meinungs- und Gesinnungsdiktatur“ im gegenwärtigen Deutschland.

Diese irritierenden, teilweise rivalisierenden Wiedergänger müssen als Hinweise auf tieferliegende Entwicklungen und Konfliktlinien verstanden werden. Offenbar existieren unterhalb der bekannten erinnerungskulturellen Differenzen weitere, ebenfalls konkurrierende Vorstellungen von Demokratie, die sich ausdrücklich auf die Ereignisse von 1989 beziehen.

Die Tagung macht die verschiedenen Formen von Re-Aktualisierung und Politisierung der Erinnerung an ’89 zum Ausgangspunkt. Sie greift damit ein aktuell viel diskutiertes, zugleich weithin unverstandenes Phänomen auf. Ausgehend von unterschiedlichen disziplinären Perspektiven werden sozialwissenschaftliche Deutungs- und Erklärungsansätze, erinnerungs- und geschichtskulturelle Kontextualisierungen sowie Perspektiven auf die Implikationen konkurrierender Demokratieverständnisse für die historische-politische Bildung diskutiert.

Tagungsprogramm
PDF ∙ 918 KB

 

  • Die Teilnahme an Tagung und Abendveranstaltung ist kostenfrei.
    Wir bitten um Anmeldung bis zum 31. Oktober 2019

 

Anmeldung

 

zum Seitenanfang