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Veranstaltungsort: Schulmuseum - Werkstatt für Schulgeschichte Leipzig

Die Universität Leipzig zeigt eine Sonderausstellung zum Verlag von Otto Spamer im Schulmuseum. Er war einer der Erfinder des modernen Sachbuchs für Kinder und Jugendliche. Die Ausstellung stellt sein Wirken anlässlich seines 200. Geburtstages vor.

Über die Ausstellung

Am 6. Februar um 17 Uhr beginnt die Ausstellung „Otto Spamers Bücherfabrik. Sachbuchwelten für die Jugend“ im Schulmuseum mit einer Vernissage. Danach öffnet die „Bücherfabrik“ bis zum 4. September 2020 ihre Türen für Besucher. Die Ausstellung richtet sich insbesondere an Kinder und Familien sowie Buchinteressierte und wird von einem vielfältigen Rahmenprogramm begleitet.

Im Mittelpunkt stehen Sachbücher für Kinder und Jugendliche aus dem Verlag von Otto Spamer. Noch heute beeindrucken sie durch ihre vielen Illustrationen zu allen möglichen Themen.

Otto Spamer war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Schlüsselfigur der Buchstadt Leipzig. Wir stellen den Verleger vor, geben Einblicke in die Verlagsgeschichte und zeigen Bestseller und Fundstücke aus Archiven.

Rund um die Ausstellung

Den Rundgang des jungen Publikums begleitet der Laufbursche August. Die etwa 13-jährige Figur schuf der Leipziger Illustrator Felix Hille. „Sie beruht auf einem Botenjungen, der seinerzeit tatsächlich für Spamer arbeitete“, so Patricia Blume, Kuratorin und Buchwissenschaftlerin.

Zur Ausstellung gehört ein Kreativ-Bereich. Hier können junge Besucherinnen und Besucher aktiv werden. Außerdem wird für Kinder und Jugendliche sowohl im Winter als auch im Sommer ein Ferienprogramm angeboten.

Weitere Begleitveranstaltungen: Während der Leipziger Buchmesse gibt es eine Mitmachlesung und eine Familienführung. Zur Museumsnacht stehen Werkstattgespräche mit einer Leipziger Illustratorin auf dem Programm. Die Abschlussveranstaltung findet anlässlich des 200. Verlegergeburtstages während der Tage der Industriekultur am 3. September statt.

Das vollständige Programm finden Sie auf der Website der Leipziger Buchwissenschaft und auf den Seiten der Stadt Leipzig.

Ein Erfinder des modernen Sachbuchs für junge Leute

Die Ausstellung legt den Schwerpunkt auf Spamers beliebte Sachbücher für Kinder und Jugendliche. In ihnen geht es um Luftschiffe, Tiefseetaucher, ferne Inseln, Vulkane, Känguruhs, Nordlichter, Puppenspiele, Backanleitungen und vieles mehr. Von den Titeln verkaufte der Verlag Auflagen in Millionenhöhe.

Das Besondere der Spamer-Bücher: Der Text wird von vielen, teils farbigen Abbildungen begleitet. Außerdem beeindrucken die Aktualität und Bandbreite der behandelten Themen. Damit gelang dem Verleger eine neuartige, anschauliche Art der Wissensvermittlung. „Sie machte ihn zu einem der Erfinder des modernen Sachbuchs für Kinder und Jugendliche“, sagt Wiebke Helm, Kuratorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät.

Bücherfabrik

Heute ist kaum noch bekannt, dass die Firma von Otto Spamer zu den wichtigsten Verlagen im Kaiserreich zählte. Sie unterhielt europaweit Geschäftsverbindungen. Zum Unternehmen gehörten eine Buchbinderei, eine Druckerei und grafische Werkstätten.

Spamer nutzte technische Innovationen, um Bücher massenhaft herzustellen. In der Ausstellung können die Besucher einen Blick in den Verlag werfen und die Arbeitsschritte bis zum fertigen Buch interaktiv kennenlernen.

Otto Spamer (1820–1886)

2020 jährt sich der 200. Geburtstag von Otto Spamer. Der Buchhändler und Verleger wurde in Darmstadt geboren. Er absolvierte eine Ausbildung zum Buchhändler. Nach verschiedenen Stationen machte er sich in Leipzig selbstständig. Im März 1847 gründete er die Verlagsbuchhandlung Otto Spamer, die er bis zu seinem Tod führte.

Spamer entwickelte ein Gespür für Trends und die ansprechende Präsentation von Wissen. So verlegte er bald mit großem Erfolg und seine Firma konnte wachsen. Davon zeugt das noch heute erhaltene Unternehmensgebäude Spamers Hof in der Leipziger Littstraße.

Jahr der Industriekultur 2020

Die Ausstellung gehört zum Programm des Jahres der Industriekultur 2020 in Sachsen. Sie entstand in Zusammenarbeit mit dem Schulmuseum – Werkstatt für Schulgeschichte Leipzig. „Wir freuen uns, die Sonderausstellung beherbergen zu dürfen, weil das Thema besonders gut in unsere Präsentation von Schulgeschichte passt“, so der Leiter des Schulmuseums, Dr. Thomas Töpfer.

Die Ausstellung wird gefördert vom Dezernat Kultur der Stadt Leipzig und von der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Buchwissenschaft Leipzig. Patricia F. Blume und Wiebke Helm haben sie kuratiert. Das Projekt ist eine Kooperation der Buchwissenschaft und der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig. Die Ausstellung entstand gemeinsam mit Studierenden der Buchwissenschaft.

Ort, Öffnungszeiten & Eintritt

Schulmuseum – Werkstatt für Schulgeschichte Leipzig
Goerdelerring 20
04109 Leipzig

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Montag bis Freitag: 9–16 Uhr

Der Eintritt ist frei.

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Weitere Informationen zur Leipziger Buchwissenschaft:

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Erstellt von: Patricia Blume