Führung/Rundgang am

Veranstaltungsort: Paulinum, Aula und Universitätskirche St. Pauli

Die Führung schildert die historischen Hintergründe, die zur Sprengung der Universitätskirche St. Pauli führten, erklärt die Ereignisse in der Woche vor dem Abriss und erläutert die Bergungsarbeiten der Kunstwerke und ihr weiteres Schicksal.
Es führt: Konstantin Groß, Kulturwissenschaftler

Das Paulinum − Aula und Universitätskirche St. Pauli − erinnert heute durch Architekturzitate an die historische Universitätskirche St. Pauli. Sie wurde im 13. Jahrhundert als Klosterkirche der Dominikaner erbaut. Nach der Übereignung des Klostergeländes an die Universität im Zuge der Reformation im Jahr 1544 erfolgte ihre Umwidmung zur Universitätskirche. Seit der Klosterzeit führte man im Innenraum Bestattungen durch, die Kirche wurde eine beliebte Grablege für die Universitätselite, und auch wohlhabende Kaufmannsfamilien ließen sich dort bestatten. So entstanden Gedächtnismale, die aus dem 16. bis 18. Jahrhundert stammen und aus Stein, Holz oder Metall gefertigt sind. Die Kirche erfuhr im Laufe der Jahrhunderte immer wieder Veränderungen an Fassade und Innenausstattung. Zu Zeiten der DDR musste sie dann schließlich den Plänen für einen sozialistischen Campus weichen und wurde am 30. Mai 1968 gesprengt. Ein Großteil der Kunstwerke konnte vor der Zerstörung aus der Kirche gerettet werden. Nach einer Odyssee durch verschiedene Lagerstätten kamen sie 2004 an die Universität zurück, wurden Stück für Stück restauriert und für die Anbringung im Paulinum vorbereitet. Seit 2017 können die geretteten Kunstwerke im Paulinum besichtigt werden.