Lesung/Aufführung am

Veranstaltungsort: Literaturhaus Leipzig

Am Dienstag, den 28. Juni 2022, 19:30 Uhr nimmt die jiddisch-deutsche Lesung im Literaturhaus Leipzig das Publikum mit auf den bewegten Lebensweg der sowjetisch jiddischen Literatur.

Am 12. August 1952 wurden unter Stalin in der so genannten »Nacht der ermordeten Dichter« – neben anderen führenden Intellektuellen – fünf der bedeutendsten sowjetisch jiddischen Autoren hingerichtet: Dovid Bergelson (geb. 1884), Dovid Hofstein (geb. 1889), Perets Markish (geb. 1895), Lejb Kvitko (geb. um 1890/1893) und Itsik Fefer (geb. 1900). Sie alle trugen in Lyrik und Prosa wesentlich zur Blüte der jiddischen Kultur und Literatur im östlichen Europa bei, die als »jüdische Kulturrenaissance« in die Geschichte einging. Ihre Wirkung zeigte sich in der gesamten jiddischsprachigen Welt, von Kiew bis Buenos Aires, von Moskau bis Berlin, Paris oder New York und damit weit über die Grenzen des Russischen Reiches und die spätere Sowjetunion hinaus.

Die jiddisch-deutsche Lesung nimmt das Publikum mit auf den bewegten Lebensweg der sowjetisch jiddischen Literatur. Durch vier Jahrzehnte hindurch, im Spannungsfeld von politisch-ideologischen Zwängen, historischen Katastrophen und künstlerische Freiheiten, werden Texte und die nur allzu verständlichen Hoffnungen von Menschen vorgestellt, die sich mit all ihrer Begabung, all ihrer Leidenschaft für eine jüdische kulturelle Autonomie einsetzten. Zu Gehör gebracht werden Gedichte und Prosaausschnitte der Lyriker Dovid Hofstein, Peretz Markisch, Lejb Kvitko und Itzik Fefer sowie des Prosaautors Dovid Bergelson, manche davon zum ersten Mal in deutscher Übersetzung. Die gelesenen Texte werden ergänzt um authentische Foto-, Audio- und Videomaterialien.

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen des von der Leibniz-Gemeinschaft geförderten Kooperationsprojekts »The Short Life of Soviet Yiddish Literature« zwischen dem Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow, Leipzig, dem Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Berlin, und der Professur für Slavisch-Jüdische Studien, Universität Regensburg.

Erstellt von: Julia Roos