Eröffnung der digitalen Ausstellung „Leningradski Feminism 1979“
Das GWZO Leipzig lädt ein zur Eröffnung der digitalen Ausstellung Leningradski feminism 1979!
Im Herbst 1979 veröffentlichten einige Frauen in Leningrad illegal die erste feministische Zeitschrift der Sowjetunion im Samisdat. In ihrem „Journal für Frauen über Frauen“ berichteten sie über den Alltag, die Situation von Alleinerziehenden, Gewalt in Geburtskliniken, Schwangerschaftsabbrüche, Frauen in Gefängnissen und häusliche Gewalt. Das waren Tabuthemen. Die Autorinnen wurden des Landes verwiesen oder kamen ins Lager. Westliche Feministinnen reagierten begeistert auf die Zeitschrift und übersetzten sie in viele Sprachen. Erstmals präsentiert die Ausstellung nach mehr als 40 Jahren die Texte, fragt nach den Hintergründen und Folgen. In Video- und Audiointerviews haben die Akteurinnen selbst das Wort.
2019 wurde die Ausstellung zur Leningrader Frauenbewegung der 1970er und 1980er Jahre gemeinsam von deutschen und russischen Nachwuchswissenschaftler:innen, Aktivist:innen und Künstlerinnen erarbeitet und seither in Russland, Deutschland und Österreich gezeigt. Die digitale Version der Ausstellung macht diesen wichtigen Teil der sowjetischen Geschichte nun online zugängig und wirkt so dem Fehlen einer sowjetischen beziehungsweise russischen Überlieferung von Erfahrungen feministischen Engagements nachhaltig entgegen.
Kurator:innen:
- Olessja Bessmeltsewa
- Philipp Venghaus
- Digitale Umsetzung: Philipp Venghaus, Tim Grützner
Grafik-Design: Tim Grützner (GRUETZNER TRIEBE)
Wissenschaftliche Betreuung: Christine Gölz (†), GWZO
Koordination: Susanne Jaeger, GWZO
Fotografien mit freundlicher Genehmigung der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen.
Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
Autor: Virginie Michaels