Das 1938 nach seinem Gründer
benannte Karl-Sudhoff-Institut ist das älteste medizinhistorische
Institut der Welt, und seine beiden ersten Direktoren haben der heutigen
professionellen Medizingeschichte den Weg gewiesen. Der Wiener Medizinhistoriker
Theodor Puschmann (1844-1899) vermachte der Universität Leipzig testamentarisch
ein nicht unerhebliches Stiftungskapital zur Förderung medizinhistorischer
Forschung, das nach längerem Rechtsstreit mit den Erben schließlich
1904 zur Verfügung stand. 1905 wurde der als Arzt in freier Praxis
tätige Sanitätsrat Karl Sudhoff (1853-1938), bereits durch vielfältige
einschlägige Arbeiten ausgewiesen und seit der Gründung der Deutschen
Gesellschaft für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften
im Jahr 1901 deren Vorsitzender, zunächst als Extraordinarius für
Geschichte der Medizin berufen. Am 01. 04. 1906 wurde das Institut in der
Talstraße 35 eröffnet. |
In den nicht leichten Jahren bis 1950 wurde das Institut von Walter von Brunn (1876-1952) geleitet. Ihm folgten als Direktoren: |
| Felix Boenheim (1890-1960) | 1950-1957 |
| Gerhard Harig (1899-1966) | 1957-1966 |
| Stanislaw Schwann (1912-1982) | 1969-1977 |
| Hans Wußing ( 1927-2011) | 1977-1982 (bereits 1966-1969 kommissarisch) |
| Achim Thom (1935-2010) | 1982-1996 |
| Ortrun Riha | seit 1996 |
| Dem Wissenschaftsverständnis seines Gründers folgend, wird traditionellerweise am Karl-Sudhoff-Institut außer der Geschichte der Medizin auch die Geschichte der Naturwissenschaften und der Mathematik betrieben; die Leitung wechselte dementsprechend zwischen den verschiedenen Richtungen. |
| Literatur: Thom, A.; Riha, O. (Hgg): 90 Jahre Karl-Sudhoff-Institut an der Universität Leipzig. Leipzig 1996 Riha, O. (Hg.): 100 Jahre Karl-Sudhoff-Institut für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften. Aachen: Shaker, 2006. Riha, O. (Hg.) Medizin - Naturwissenschaft - Geschichte. Begleitheft zur Ausstellung anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Karl-Sudhoff-Instituts für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften an der Universität Leipzig- Aachen: Shaker, 2006 (Objekte, 3) |