Selbständige Abteilung Sozialmedizin

Die Selbständige Abteilung Sozialmedizin entwickelte sich 1998 mit der Berufung von Prof. Dr. med. Reinhold Schwarz † aus dem Institut für Arbeitsmedizin und Sozialmedizin der medizinischen Fakultät heraus. Psychosoziale Onkologie und Lebenswelten von Menschen mit Behinderung und chronischen Erkrankungen bilden die zwei Hauptschwerpunkte in Forschung und Lehre.

 

Kurzer historischer Abriß

Auf der Basis des SMAD-Befehls 234 vom 9.10.1947 über „Maßnahmen zur Steigerung der Arbeitsproduktivität und zur weiteren Verbesserung der materiellen Lage der Arbeiter und Angestellten in der Industrie und im Verkehrswesen“ wurde an der medizinischen Fakultät der Universität Leipzig im Jahr 1952 das Institut für Sozialhygiene unter Leitung von Prof. Dr. med. K. Gelbke gegründet. Seine Nachfolge trat im Jahr 1959 Prof. Dr. med. Dietrich Tutzke an. Er leitete von 1959 bis 1969 das Institut. Nach seiner Berufung als Professor für Allgemeine Medizingeschichte an der Berliner Charité blieb der Lehrstuhl für Sozialmedizin in Leipzig vakant. Sozialmedizinische Forschungsarbeiten gab es in dieser Zeit vor allem zur Organisation des Gesundheitsschutzes. Mit der Übernahme des Lehrstuhls durch Prof. Dr. med. Alexander Lengwinat 1973 standen sozialgerontologische Forschungsthemen im Vordergrund. Nach seiner vorzeitigen Emeritierung leitete Prof. Dr. med. Franz Erpenbeck den Lehrstuhl von 1988 bis 1994. Forschungsschwerpunkt blieb auch in dieser Zeit die Soziale Gerontologie. 1993 erfolgte die Zusammenlegung des Instituts für Sozialmedizin mit dem Institut für Arbeitsmedizin unter der Leitung von Prof. Dr. med. Gert Schreinicke. Sozialmedizinischer Forschungsschwerpunkt wurde die Lebenssituation von Menschen mit Handicaps. 1997 erhielt die Sozialmedizin den Status einer selbständigen Abteilung, deren Leitung übernahm 1998 Prof. Dr. med. Reinhold Schwarz. In den 10 Jahren seines Wirkens gelang es ihm, die Abteilung von 3 Mitarbeitern 1998 auf 30 im Jahr 2008 auszubauen. Schwerpunkte der Forschung bildete die Psychoonkologie, die von Reinhold Schwarz mit hohem ärztlichen Ethos und wissenschaftlichem Engagement in Leipzig etabliert wurde in der Einheit von Forschung, Lehre und Patientenbetreuung. Zur Bilanz seines Wirkens in der Abteilung gehört der Aufbau der psychosozialen Beratungsstelle für Tumorpatienten und Angehörige, die Etablierung der psychoonkologischen Forschung mit zahlreichen anspruchsvollen Forschungsprojekten, der Aus- und Weiterbildung zu psychoonkologischen Themen, der Ausbau der Forschung zum Schwerpunkt Leben mit Handicaps und zu gesellschaftlich brisanten Themen. Am 20. November 2008 verstarb Prof. Dr. med. Reinhold Schwarz für alle seine Kollegen, Freunde und Wegbegleiter unerwartet und unfassbar.

Mit Beschluss der Medizinischen Fakultät vom 16. Dezember 2008 wurde Frau Prof. Dr. med. Steffi Riedel-Heller MPH zur kommissarischen Leiterin der Selbständigen Abteilung Sozialmedizin ernannt. Die Psychoonkologischen Forschungsprojekte sowie die Psychosoziale Beratungsstelle für Tumorpatienten und Angehörige wurden mit gleichem Beschluss in der Selbständigen Abteilung für medizinische psychologie und medizinische Soziologie unter Leitung von Prof. Dr. med. Elmar Brähler weitergeführt.

Selbständige Abteilung Sozialmedizin
Philipp-Rosenthal-Str. 55
04103 Leipzig
Tel.: 0341 - 97 15 406
Fax: 0341 - 97 15 409
E-Mail: Diana Schumann

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