Die Lehrsammlung des Altorientalischen Instituts Leipzig
Das Altorientalische Institut verfügt über eine Lehrsammlung von
58 Keilschrifttafeln und einem Rollsiegel. Die Geschichte der
Sammlung beginnt nach der Gründung des Semitistischen Instituts der Universität Leipzig im Jahre
1900 durch Heinrich Zimmern. Durch Ankäufe und Schenkungen
entstand eine Sammlung von über 300 Tontafeln und Rollsiegeln. Bei der Zerstörung des ehemaligen Instituts in der Schillerstraße 7,
beim Bombenangriff in der Nacht vom 3. zum 4. Dezember 1943, ging jedoch ein Großteil der Sammlung, darunter sämtliche Rollsiegel,
einchließlich der Sammlungsdokumentation verloren; lediglich ein
kleiner ausgelagerter Teil überlebte.
Nur vier Keilschrifttafeln der Sammlung waren im Lauf des 20.
Jh. durch Heinrich Zimmern, Herbert Petschow und Manfred Müller
publiziert worden. Der heutige Gesamtbestand wurde im Jahr 2011 als erster Band der Reihe
Leipziger Altorientalistische Studien unter Mitarbeit von Hans
Neumann, Carsten Tardi, Walther Sallaberger, Takayoshi Oshima,
Vincent Walter, Suzanne Herbordt und Michael P. Streck
veröffentlicht. Eine Auswahl der Tafeln wird im Ägyptischen Museum Georg Steindorff ausgestellt. Eine Anzahl Fotos der Leipziger Keilschriftsammlung sind auf der
Website veröffentlicht. Zu den Fotos.
Abgußsammlung des Altorientalischen Instituts
Das Altorientalische Institut der Universität
Leipzig besitzt 22 hervorragende Gipsabgüsse neuassyrischer (9. und 7. Jh. v.
Chr.) und späthethitischer (10.–8. Jh. v. Chr.) Reliefs, einer Statue des
Herrschers Gudea von Lagasch (21. Jh. v. Chr.) und des berühmten Kodex
Hammurapis, eines der ältesten Gesetzeswerke der Menschheit (17. Jh. v. Chr.);
die Originale befinden sich im Vorderasiatischen Museum in Berlin, im British
Museum in London sowie im Louvre in Paris. Diese Sammlung wurde zu Beginn des 20. Jh., kurz nach der
Gründung des damaligen Semitistischen Instituts im Jahr 1900, angelegt, um
Studierenden einen unmittelbaren Zugang zu den Denkmälern des Alten Orients zu
gewähren. Bis zum zweiten Weltkrieg waren alle Reliefs und Statuen in den
Räumen des Instituts ausgestellt und dienten ihrer Bestimmung. Die Zerstörung
des Instituts im Jahr 1943 überlebten sie ausgelagert, konnten in den
Jahrzehnten der DDR jedoch nicht wieder angemessen präsentiert werden und
wurden in Kellerräumen und Magazinen der Universität unter zum Teil schlechten
Bedingungen (Feuchtigkeit) aufbewahrt. Im 1993 neugegründeten Altorientalischen
Institut, das bis 2009 in unterschiedlichen Räumen, zuletzt seit 2001 in der
Klostergasse 5 untergebracht war, konnten lediglich die beiden Rundplastiken
ausgestellt werden. Nach dem Umzug des Instituts 2009 in die Goethestr. 2 wurden
mehrere Reliefs u. a. mit Fördermitteln der Vereinigung von Förderern und
Freunden der Universität Leipzig e.V. restauriert und teils in
einem Schaufenster in der Passage unter dem Krochhochhaus und
teils in den Institutsräumen ausgestellt.
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| Assurbanipal in der Gartenlaube |
Assyrischer Beamter, Assurnasirpal II |
Löwenjagd, Assurbanipal |