Die Leipziger Journalistik

Die Lehrredaktion Campus (Print/Online) –
Journalismus im Zeitalter von Crossmedia

Recherchieren, Texten, Fotografieren, Redigieren, Layouten – fünf klassische journalistische Tätigkeiten. Doch die Lehrredaktion Campus als Ganzes ist mehr als die Summe dieser Teile. Aus dem 1996 in Kooperation mit der Leipziger Volkszeitung gestarteten Printprojekt ist seit 2009 eine crossmediale Herausforderung mit Fotogalerien, Videos und einem fortlaufenden Redaktionsschluss geworden. Neben den pro Semester sechs bis zehn produzierten Campus-Seiten für die Leipziger Volkszeitung gilt es nun, Themen aus dem Leipziger Hochschulleben für unterschiedliche Medienkanäle aufzubereiten und diese im Idealfall im Interesse des Lesers miteinander zu verzahnen und so einen Mehrwert zu schaffen.

Das Konzept

Die Redakteure der Lehrredaktion sind durch ihr Journalistik-Studium, gleichaltrige Freunde, WG-Mitbewohner und andere (mobile) soziale Netze in das Hochschulleben involviert. Nahe am Puls des Geschehens sollen sie Trendscouts und kritische Beobachter gleichermaßen sein und davon die interessierte Öffentlichkeit unterrichten.

Campus-Reporter berichten vom Alltag, den Mühen und Freuden des Leipziger Studentenlebens, stellen Persönlichkeiten und interessante „Typen“ des Hochschullebens vor und zeigen, auf welch vielfältige Weise Hochschulen mit Politik, Kultur und Wirtschaft verbunden sind. Immerhin ist Leipzig der größte Hochschulstandort Ostdeutschlands mit sechs Hochschulen, mehr als 35.500 Studierenden und rund 5.600 wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Mitarbeitern. Die Hochschulen sind nach der öffentlichen Verwaltung der zweitgrößte Arbeitgeber der Stadt. Von den Forschungs- und Ausbildungsergebnissen der Hochschulen wird die wirtschaftliche Zukunft der Region wesentlich bestimmt. Von den Hochschulen gehen zahlreiche Impulse für das geistig-kulturelle Leben in Leipzig aus. Aber auch auf den ganz normalen Alltag in Leipzig haben die Hochschulen wesentlichen Einfluss, allein schon durch die große Zahl junger Menschen, die wegen des Studiums Leipzig als Lebensmittelpunkt (auf Zeit) wählen.

Das Lehr- und Lernziel

Die Lehrredaktion ist sowohl eine ideale Vorbereitung für das Volontariat als auch eine gute Gelegenheit die Erfahrungen des Volontariats hier einzubringen. Die Lehrredaktion will die Kreativität in der Themenfindung fördern, sichere und fundierte Recherche unterstützen und die Aufbereitung des Rechercheertrages für unterschiedliche Medienkanäle trainieren. Die crossmediale Ausrichtung schult die Teilnehmer im technischen und inhaltsspezifischen Umgang mit neuen Medien, lehrt Unterschiede in der stilistischen Aufbereitung von Online und Offline sowie die Wirkung von Illustration und Layout.

Das Profil

Die Campusseite der LVZund die Internetplattform Campus Online verstehen sich nicht als PR-Instrument der Hochschulen, sondern wollen hinterfragen, analysieren, einordnen, erklären und mitunter sogar aufdecken. Stoff dafür finden die Redakteure in den sechs Hochschulen. Neben der Universität Leipzig sind dies die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK), die Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB), die Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy (HMT), die Handelshochschule Leipzig (HHL) und die Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfTL).

In der Regel erscheint die Seite „Campusleben“ während der Vorlesungszeit zweiwöchtenlich am Freitag im Magazin der LVZ. Damit ist eine klassische tagesaktuelle Ereignisberichterstattung für Campus nur online machbar.

Die Produktion

Für die Produktion der Campusseiten ist komplett die Lehrredaktion verantwortlich – von der Konzipierung der Seite über Themenrecherche, Umsetzung, Illustration und und Layout (auf Grundlage der LVZ-Standards). Im Selbstverständnis der Redaktion sollen sich die Seiten durch inhaltliche (Themenaspekte, Stoffe aus verschiedenen Hochschulen) und methodische Vielfalt (neben Nachricht und Bericht immer auch Reportage, Feature, Kommentar, Porträt, Interview) bei origineller visueller Präsentation auszeichnen.
Die Lehrredaktion baut auf die in vorbereitenden Seminaren vermittelten Lehrinhalte (u.a. zu Recherchieren, Darstellungsformen, redaktionellem Entscheidungshandeln) auf und führt diese zusammen. Unter nahezu realen Bedingungen lernen die Studierenden so beispielsweise, Themen in der Redaktionskonferenz vorzustellen und zu verteidigen, größere Themenkomplexe zu planen, Beiträge unter Print- und Onlinespezifika umzusetzen und die Redigatur von fremden Texten.

Der Kreativität sind (fast) keine Grenzen gesetzt, wie einige wiederkehrende Rubriken verdeutlichen: „Ach ja, Leipzig …“ (Prominente erinnern sich an ihre Studienzeit in Leipzig), seit 2005 „Wo die Hochschule glücklich ist – Lieblingsplätze in Leipzig“ und von 2006 bis 2008 „Akademisches Alphabet“ (»Fachtermini« wurden witzig, oft leicht ironisch erläutert). 2008 wurde die Rubrik „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“ erfunden, in der Studieninhalte am Beispiel eines „interessanten“ Studenten vorgestellt werden. In Vorbereitung auf das 600. Universitäts-Jubiläum startete Anfang 2009 wieder eine neue Rubrik mit Episoden aus der Geschichte der Alma Mater.

Die Lehrredaktion liefert – nach Freigabe durch den Leiter der Lehrredaktion – ihre Seite als komplette Datei an die Leipziger Volkszeitung. Die Seite kann direkt in das Redaktionssystem eingefügt werden. Abnehmer der Seite ist der Wissenschaftsredakteur der Leipziger Volkszeitung. Er kontrolliert im Auftrag des Chefredakteurs die Beiträge (im Sinne des Pressegesetzes ist der Chefredakteur natürlich auch für die Campus-Seite verantwortlich, denn sie erscheint als Teil der LVZ) auf inhaltliche und formale Richtigkeit.
Übrigens: Bisher sind alle von der Lehrredaktion produzierten Seiten auch erschienen.

Die Redaktionsorganisation

Die Redaktion setzt sich aus etwa 15 Studierenden des Masterstudiengangs Journalistik (und mitunter einigen Nebenfachstudenten) zusammen. Erwünscht sind sowohl Studenten, die schon das Volontariat absolviert haben, als auch solche, die sich in der Lehrredaktion auf das Volontariat vorbereiten möchten.

Die Redaktion ist in Anlehnung an die angloamerikanische Redaktionsorganisation seit dem Wintersemester 2010/11 nach dem reporter-&-editor-Prinzip strukturiert. Die Reporter knüpfen engen Kontakt in die Hochschulszene, recherchieren Themen und sind in permanentem Austausch mit den Redakteuren (editors), die über Aufmachung, Umfang und Gestaltung befinden. In der Rolle der Redakteure sollen die Studenten lernen, die Angst vorm Bearbeiten fremder Texte zu überwinden, denn sie sind genauso verantwortlich für das Endprodukt wie die Rechercheure. Die Aufgaben alternieren im Semester, wobei immer zwei Drittel der Mannschaft recherchieren und schreiben und ein Drittel die Texte samt dazugehöriger Visualisierung managt.

Die Historie

Die Campus-Seite der Leipziger Volkszeitung gibt es seit 1996. Im Sommersemester 1996 war in einem Hauptstudiums-Seminar unter Leitung von Prof. Dr. Haller das Konzept für diese Seite entwickelt und mit der Chefredaktion der LVZ abgestimmt worden. Im Juli 1996 erschien – nach zwei internen Probeseiten – die erste reale Seite. Seit dem Wintersemester 1996/97 werden die Campus-Seiten in der Lehrredaktion produziert. Sie erscheinen während der Vorlesungszeit etwa alle zwei bis drei Wochen. Im Sommer 2003 erschien die 100. Campus-Seite, im Sommer 2006 die 150., im November 2009 die 200. Seite.
Die Lehrredaktion Campus wurde über Jahre im Wechsel von Prof. Dr. Michael Haller und Prof. Dr. Siegfried Schmidt geleitet, bei Gestaltung und Produktion unterstützt von Dr. Jochen Schlevoigt. Seit der Pensionierung von Prof. Schmidt alternierten Professor Haller und Dozent Dr. habil. Thomas Schuster bei der Leitung der Lehrredaktion, einmal vertrat Dr. Sonja Kretzschmar die Leitung, einmal Diplom-Journalist Tobias D. Höhn.

Mit der Emeritierung von Prof. Haller hat Dr. Tobias D. Höhn die Leitung der Lehrredaktion zum Wintersemester 2010/11 übernommen. Unterstützt wird er dabei von Andreas Lamm und Dr. Jochen Schlevoigt.

Tobias D. Höhn

Campus-Seiten Archiv

Die Campus-Seiten aus dem Wintersemester 2011/2012.

Die Campus-Seiten aus dem Sommersemester 2011.

Im Wintersemester 2010/2011 wurden sieben Ausgaben produziert

Im Sommersemester 2010 wurden neun Ausgaben produziert.

Im Wintersemester 2009/2010 wurden acht Ausgaben produziert.

Im Sommersemester 2009 wurden neun Ausgaben produziert.

Im Wintersemester 2008/2009 erschienen sechs Campus-Seiten.

Im Sommersemester 2008 wurden zehn Ausgaben produziert .

Im Wintersemester 2007/2008 erschienen sieben Campus-Seiten.

Im Sommersemester 2007 wurden zehn Ausgaben produziert – das war ein neuer Semester-Rekord.

Im Wintersemester 2006/2007 wurden sechs Campus-Seiten gedruckt.


Zu CAMPUS ONLINE.

Zuletzt aktualisiert: Oktober 2011