
100 Jahre Kiepenheuer-Verlage
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Die Herausgeber Ingrid Sonntag und Siegfried Lokatis haben vierzig Autoren versammelt, die eine der spannendsten deutschen Verlagsgeschichten des 20. Jahrhunderts vorstellen, die auf einzigartige Weise mehrere politische Systeme spiegelt. 1910 von Gustav Kiepenheuer gegründet, avancierte der Verlag in der Weimarer Republik mit Autoren wie Anna Seghers, Bertolt Brecht, Georg Kaiser, Joseph Roth und Arnold Zweig zu einem kulturellen Leitverlag, der für Expressionismus und Neue Sachlichkeit stand. Nach der Bücherverbrennung von 1933 gingen wichtige Lektoren ins Exil, Kiepenheuer versuchte sich im Land zu behaupten. Die Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg spaltete auch den Verlag. Neben dem Stammsitz in Weimar entstand der Verlag Kiepenheuer & Witsch, und in Berlin nahm der Kiepenheuer Bühnenvertrieb seine Arbeit wieder auf. In Leipzig wurde unter Regie der SED 1977 die Verlagsgruppe Gustav Kiepenheuer (mit Insel, List und Dieterich) geschaffen, die nach der deutschen Einheit in den Strudel der Privatisierung geriet. |
Erschienen bei Ch.Links Verlag Berlin: Broschur; 424 Seiten; 29,90 €; ISBN: 978-3-86153-635-2
Zum Buch sind bereits Rezensionen von Jan-Pieter Barbian (in der IFB) und von Anke Vogel (auf der Seite der H Soz U Kult) erschienen.
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„Flachware - Fußnoten der Leipziger Buchwissenschaft“
Der Almanach ist das Produkt studentischer Initiative. Er versammelt sowohl Beiträge von Studierenden als auch Absolventen, Doktoranden und namhaften Fachwissenschaftlern. Fundiert und wissenschaftlich-essayistisch präsentieren sie Arbeitsergebnisse und geben breitgefächert Impulse der Leipziger Buchwissenschaft weiter. Die erste Ausgabe thematisiert unter anderem das Web 2.0 für Verlage, Independent Verlage und die Enzyklopädie im 21. Jahrhundert. Außerdem bietet sie kuriose Einblicke in die Rettung von Verlagsarchiven, die Suhrkamp-Kultur und den Alltag stehlender Bibliothekare. Zur Namensgebung: Als Flachware bezeichnen genervte Ausstellungsmacher Bücher mitunter, denn sie gelten ihnen als schwer präsentierbar. „An dieses Nicht-in-den-Rahmen-Passen knüpfen wir im positiven Sinne an: |
Flachware bietet Platz für ungewöhnliche Blickwinkel und Fragen zu Kodex und Kindle gleichermaßen“, so die Herausgeber Patricia F. Zeckert und Eyk Henze.
Die Flachware erscheint im Leipziger Plöttner Verlag.
Die Buchwissenschaft der Universität Leipzig (Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft) finden Sie auf der Messe am Stand von „Studium Rund ums Buch“ Halle 4.0 A1338
Kontakt: pzeckert@uni-leipzig.de
„Der Zwischenbuchhandel - Begriffe, Strukturen, entwicklungen in Geschichte und Gegenwart“
„Heimliche Leser in der DDR – Kontrolle und Verbreitung unerlaubter Literatur“
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Der Band »Heimliche Leser in der DDR« behandelt ein Phänomen, das dem geistig regen Bewohner des einstigen »Leselandes« und seinem westlichen Besucher bestens vertraut war: Man versuchte irgendwie an Literatur heranzukommen, die in der DDR ausgegrenzt oder verboten war. Dabei ging es nicht nur um Biermann und Bahro, sondern auch um Bravo und Erotika, um Bibeln und Orwell und um den Otto-Katalog. Der Leser erfährt, dass 42 000 Exemplare des Wachtturms in einen VW-Bus passen und wie sich Bücher am Besten im Eisenbahnklo verstecken ließen. Die Nervenanspannung bei der Zollkontrolle kommt dabei genauso zur Sprache wie die unwiderstehliche Anziehungskraft von Giftschränken in Bibliotheken und das Verlangen nach Westliteratur an den Leipziger Messeständen. |
Um solche Erfahrungen auszutauschen trafen im Herbst 2007 auf einer Tagung der Leipziger Buchwissenschaft erstmals Bücherschmuggler mit Zollexperten, Theologen mit Rolling-Stones-Importeuren und Postkontrolleure der Stasi mit Orwell-Lesern zusammen. Sie geben in Aktenanalysen und Zeitzeugenberichten Einblicke in eine Welt voller leidenschaftlicher Leser und zugleich in eine Welt ohne Kopiergeräte und eigene Drucker, in der die Texte als besonders kostbar galten.
Simone Barck/Siegfried Lokatis
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Endlich sind sie in einem Sammelband verfügbar: die beliebten Kolumnen, die unter dem Titel »Zensurspiele« in der »Berliner Zeitung« auf amüsant-pointierte Weise Wissenswertes und Kurioses aus dem Archivalltag der Germanistin Simone Barck und des Verlagshistorikers Siegfried Lokatis zu Tage förderten. Sie handeln allesamt von der Zensur – im offiziellen Sprachgebrauch der DDR: »Druckgenehmigungsverfahren«. Die großen Namen der DDR-Literatur, politische Direktiven und Skandale sind dabei jedoch nur ein Teil des Bildes. |
Genauso spannend und oft sonderbar zu lesen sind die Vorgänge um die breiten übrigen Bereiche des DDR-Literaturbetriebs, denn auch bei Kinderbüchern, Fachliteratur zur Rinderbesamung oder in der Kalender- und Landkartenproduktion galt es tagtäglich, brisante Klippen zu umschiffen – nicht nur für Verleger, Autoren, Illustratoren und Lektoren, sondern auch für Zollbeamte und Bücherschmuggler.
Die »Zensurspiele« bieten in ihrer Gesamtheit viel mehr als nur schlaglichtartige Blicke auf den Zensuralltag: Sie bilden eine Art geheime Literaturgeschichte des einstigen »Leselandes« DDR, die sich durch die brillant geschriebenen Texte ebenso unterhaltsam wie eindrücklich erschließt.
Simone Barck (1944–2007), Studium der Germanistik und Slawistik, Dr. sc., 1970–1991 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentralinstitut für Literaturgeschichte der Akademie der Wissenschaften der DDR. Mitarbeiterin am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam. Veröffentlichungen u. a. zur Literatur der Weimarer Republik und des Exils.
Siegfried Lokatis , geb. 1956, Studium der Geschichte, Archäologie und Philosophie in Bochum und Pisa, Mitarbeiter am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam; Veröffentlichungen u. a. zur Verlagsgeschichte des »Dritten Reichs« und der DDR. Seit 2006 Professor am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig.
Gemeinsame Veröffentlichungen u. a. »Zwischen ›Mosaik‹ und ›Einheit‹. Zeitschriften in der DDR« (1999); »Fenster zur Welt. Die Geschichte des DDR-Verlages Volk & Welt« (2003).
296 Seiten, geb., mit 15 Abb.
Thomas Keiderling
"Studie zum Managerverhalten im Dritten Reich"
Unternehmer im Nationalsozialismus. Machtkampf um den Konzern Koehler & Volckmar AG & Co
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Um solche Erfahrungen auszutauschen trafen im Herbst 2007 auf einer Tagung der Leipziger Buchwissenschaft erstmals Bücherschmuggler mit Zollexperten, Theologen mit Rolling-Stones-Importeuren und Postkontrolleure der Stasi mit Orwell-Lesern zusammen. Sie geben in Aktenanalysen und Zeitzeugenberichten Einblicke in eine Welt voller leidenschaftlicher Leser und zugleich in eine Welt ohne Kopiergeräte und eigene Drucker, in der die Texte als besonders kostbar galten. Der Band behandelt eines der spannendsten Kapitel der deutschen Buch- und Medienwirtschaft während der NS-Zeit. Ihr Führungsunternehmen, die 1918 fusionierte Koehler & Volckmar AG & Co., organisierte die buchhändlerische Logistik, insbesondere die Bestellung, Lagerhaltung und Auslieferung gedruckter Erzeugnisse. |
Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung geriet der Konzern in den Schnittpunkt zensurbehördlicher Interessen, denn er bot ideale Möglichkeiten zu einer umfassenden Medienkontrolle. Seit 1935 entwickelte die Reichsschrifttumskammer entsprechende Überwachungspläne, so dass erste Spannungen mit der deutschnational-konservativen Konzernleitung nicht lange auf sich warten ließen. Als ein Gesellschafter von Koehler & Volckmar zwei Kollegen bei der SS und Reichsschrifttumskammer denunzierte, entbrannte eine fast zweijährige, erbittert geführte Auseinandersetzung, die selbst in der Branche spürbar wurde.
Die auf umfangreiche Quellenrecherchen gestützte Untersuchung und Dokumentation deckt die Denk- und Verhaltensweisen sowie die generelle politische Einstellung von Wirtschaftseliten im Nationalsozialismus auf. In hervorragender Weise analysiert sie Muster des strategischen Wirtschaftshandelns während der NS-Diktatur.
Thomas Keiderling: Unternehmer im Nationalsozialismus. Machtkampf um den Konzern Koehler & Volckmar AG & Co., Beucha: Sax Verlag 2003. [in 2. verb. Auflage 2008 erschienen!]
ISBN-13: 978-3-934544-39-0
ISBN-10: 3-934544-39-8, € 32
Buch - Markt - Theorie
Sammelband zu Ehren Dr. Erdmann Weyrauch
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Dietrich Kerlen: Das Buch als Medium akademischer Professionalisierung in Deutschland / Alexander Fritzsch: Leipzig - die Stadt der Wissenschaftsverlage um 1900 / Arnulf Kutsch und Nadja Töpp: Die Faktoren der Lektüre. Zur empirischen Leserforschung von Walter Hofman /Wendy Kerstan: Verrissen und trotzdem verkauft? Der Einfluss von Literaturkritik auf den Absatz von Belletristik / Patricia F. Zeckert: Ein alter Unbekanter. Das Phänomen des ungelesenen Buches / Siegfried Lokatis: Aufgeklärte Zensur in Rom und Paris. Perspektiven einer vergleichenden Zensurgeschichte / Volker Titel: Chance und Gefahr? Perspektiven der Digitalisierung für die Buchbranche / Rüdiger Steinmetz: Vom Lesen übers Broadcasten zum Podcasten und mobilen Fernsehen / Thomas Keiderling: Wie viel Systemtheorie braucht die Buchwissenschaft? |
Kommunikations- und medienwissenschaftliche Perspektiven
Hardcover, 304 S., 39,80 EUR, ISBN 978-3-93849-816-3.
Thomas Keiderling/Erdmann Weyrauch (Hg.)
Buch-Stätte
Tagungsband zur Leipziger Buchwissenschaft
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Das zehnjährige Jubiläum des Studiengangs Buchwissenschaft / Buchwirtschaft an der Universität Leipzig haben ausgewiesene Historiker und Medienwissenschaftler zum Anlass genommen, um während eines Kolloquiums über den Ausbildungsstandort Leipzig sowie über die theoretischen Grundlagen und die praktische Ausrichtung künftiger buchwissenschaftlicher Forschung zu beraten: Ein Basisbuch für Studierende, Wissenschaftler und Praktiker der Buchbranche. |
Geschichte und Perspektiven der Leipziger Buchwissenschaft
Paperback, 206 S., 14,80 EUR, ISBN 3-938498-11-0.
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200 Jahre Verlagsgeschichte
Festschrift F. A. Brockhaus 1805-2005
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Auch nach dem Verkauf der "Marke" Brockhaus an Bertelsmann im Februar 2009, der auf rasante Marktveränderungen im Lexikonbereich und auf Managementfehler des Verlags BI/Brockhaus in Mannheim zurückgeht, bietet dieser Band aus dem Jahre 2005 eine interessante Sicht auf eine 200jährige, bewegte Firmengeschichte. Der erste Band "Die Firma F. A. Brockhaus" ist ein Faksimile der Jubiläumsschrift von 1905, geschrieben von Eduard Brockhaus, Enkel des Verlagsgründers. Der zweite Band, maßgeblich aus der Feder von Thomas Keiderling, mit dem Titel "F. A. Brockhaus 1905-2005" wartet mit ausführlichen Informationen zur Familienhistorie, Berichten über Verlagsarbeit und Lexikonschaffen im 20. und beginnenden 21. Jahrhundert auf und beleuchtet Höhen und Tiefen der bewegten Verlagsgeschichte. Rund 400 historische Fotografien und zahlreiche Tabellen und Grafiken runden den Band ab. |
Festschrift F. A. Brockhaus 1805-2005
1. Auflage
Band 1: 466 Seiten
Band 2: 448 Seiten
Gebunden. Im Schuber.
CD-ROM mit komplettem Inhalt beider Bände
Format 17 cm × 24 cm
ISBN 3-7653-0084-5
75,00 € [D]; 77,10 € [A]; 132.- sFr









