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Manche Künstler beschreiten ganz eigene
Wege, abseits der –ismen, der großen Ströme
und der Moden. Zu diesen originellen Individualisten gehört
Max Weinberg. Seine Kunst ist bunt, expressiv und schrill.
Leuchtendes Pink, Giftgrün oder Hellblau, zumeist gefasst
in schwarze Konturen, bestimmen seine Palette. Gemälde
wie die „No Angels“ oder die „Liebenden
Engel“ entsprechen dem ästhetischen Empfinden einer
durch Graffiti und Pop-Musik geprägten Kultur. Seine
durch Überzeichnung und Verfremdung gekennzeichnete Kunst
wirft aber zugleich soziale und ethische Fragen auf: Sie wendet
sich gegen Gewalt, Sexismus sowie Rassismus in unserer Gesellschaft.
Sozialkritik übt er in seinem Manager, der um einen 10-Euro-Schein
für den Tank seines Mercedes bittet, seine Frauendarstellungen,
z. B. die „Models“ oder „Veronika Feldbusch“
greifen die Vermarktung der Frau in den Medien an. Damit werden
zugleich die gängigen Vorstellungen von „Männlichkeit“
und von „Weiblichkeit“ attackiert.
Weinbergs im Spannungsfeld zwischen figürlicher Entfremdung
und ironisierender Provokation angesiedelte Darstellungen,
darunter Menschen mit drei Beinen und fünf Augen oder
Frauen mit acht Brüsten, werfen weitreichende Fragen
nach der Beziehung zum eigenen Körper, zum Selbstbild
der Geschlechter sowie zur Definition des eigenen Selbst auf.
Steht die Formensprache der Popkultur nahe, lässt der
ebenso humorvolle wie entlarvende Blick auch an das Kunstverständnis
des deutschen Expressionismus, etwa eines Otto Dix, denken.
Verwandt sind dabei möglicherweise auch die Intentionen:
die Anregung nicht nur einer neuen Wahrnehmung der Welt, sondern
auch einer gewandelten Selbstreflexion mit dem Ziel eines
neuen Selbstbildes. Dies gehört mit zu den wichtigsten
Aufgaben der Kunst überhaupt. Bei Max Weinberg geschieht
dies auf zugleich humorvolle und überaus amüsante
Weise. |