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„Mein Bauch gehört mir!“ – Oder doch nicht?

 

 

Der § 218 in der Geschichte und Gegenwart

Eine Veranstaltungsreihe des MONAliesA e.V.

vom 10.01. bis 19.01.2012

In Zusammenarbeit mit dem

Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung (FraGes) der Universität Leipzig

 

 

Laut WHO stirbt alle sieben Minuten auf der Welt eine Frau an den Folgen eines illegal und medizinisch nicht korrekt durchgeführten Schwangerschaftsabbruchs. Demnach ist ein unsicherer Schwangerschaftsabbruch weltweit die häufigste Todesursache schwangerer Frauen. Jedoch scheint die Situation für Frauen in sogenannten westlichen Ländern weniger dramatisch. Kämpfe, die die Frauenbewegung der 1970er Jahre ausgefochten hat, scheinen in vielen europäischen Ländern der Vergangenheit anzugehören. Abtreibung ist in den öffentlichen Debatten kein Thema mehr. Auch in neueren linken Theorietrends wie Krieg, Terrorismus oder der feministisch motivierten Queer Theorie wird Schwangerschaftsabbruch kaum thematisiert. Erst im Zusammenhang mit der Diskussion über die Frage nach der PID flammte die Diskussion um die reproduktiven Rechte von Frauen kurz wieder auf.

MONAliesA e.V. möchte dieses nur scheinbar abgearbeitete Thema wieder aufgreifen und zur Debatte stellen. Die gemeinsam mit dem Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung der Universität Leipzig (FraGes) geplante Veranstaltungsreihe verbindet dabei historische Entwicklungen, kulturwissenschaftliche Perspektiven und persönliche Erfahrungsberichte von Frauen, Aktivistinnen und Wissenschaftlerinnen. Durch die Einbeziehung verschiedener Länder mit ihren spezifischen Gesetzeslagen soll für die Lage der reproduktiven Rechte von Frauen weltweit sensibilisiert und die ungebrochene Brisanz dieses Themas gleichsam aufgezeigt werden.

 

PROGRAMM

 

 

10.01.2012, 18 Uhr

Ort: MONAliesA e.V.

Schwangerschaftsabbruch in Deutschland: 20 Jahre selbstbestimmt – 140 Jahre fremddiktiert

Vortrag: Prof. Dr. Ulrike Busch (zugesagt)


anschließend:

Wir haben abgetrieben! Das Ende des Schweigens“

Dokumentation, 2011, 54 min.


Den Auftakt bildet der Vortrag der Sexualwissenschaftlerin Prof. Dr. Ulrike Busch. Unter der Überschrift „Schwangerschaftsabbruch in Deutschland: 20 Jahre selbstbestimmt – 140 Jahre fremddiktiert“ zeichnet sie die Geschichte des Kampfes um dem § 218 nach. AkteurInnen und Debatten werden ebenso sichtbar gemacht wie die zahlreichen Aktionen der Frauenbewegung. Daran anschließend zeigt MONAliesA die Dokumentation „Wir haben abgetrieben! Das Ende des Schweigens“. 40 Jahre nach der berühmten Stern-Ausgabe sucht der Film die Bekennerinnen von damals noch einmal auf und erzählt wie die Aktion ihr Leben verändert hat. Dadurch entsteht ein Sittengemälde von vier Jahrzehnten Bundesrepublik, in der konservativ-reaktionäre Kräfte heute dafür sorgen, dass das Thema Abtreibung wieder aktuell ist.




12.01.2012, 19 Uhr

Ort: HS 4

Hörsaalgebäude der Uni Leipzig

Der Frauenleib als öffentlicher Ort

Vortrag: Prof. Dr. Barbara Duden (zugesagt)

Zu den wichtigsten Themen von Barbara Duden gehört die Wahrnehmung von Frauenkörpern und dessen Entkörperung durch die moderne Medizin. In ihrem Vortrag „Der Frauenleib als öffentlicher Ort“ beschäftigt sie sich damit, wie entscheidend die neu aufkommenden Techniken und neuen Gesetzgebungen der Nachkriegszeit das körperliche Selbstbewusstsein der Frauen innerhalb nur einer Generation umgestülpt haben. Dabei geht sie besonders auf die Schwangerschaft ein und beschreibt, wie zum Beispiel „der Schwangerschafts-Test das vermutete Schwangergehen in einen diagnostizierten Zustand verwandelt hat“ oder wie der Ultraschall den „öffentlichen Fötus“ geschaffen hat.



19.01.2012, 19 Uhr

Ort: MONAliesA e.V.

Abortion laws worldwide and the situation of women

Vortrag und Diskussion mit Susan Davies von Women on Waves (zugesagt)


Die Zahlen und Berichte unterschiedlicher internationaler Organisationen belegen, dass die reproduktiven Rechte von Frauen weiterhin nicht durchgesetzt sind bzw. wieder eingeschränkt werden. Die Frauenorganisation Women on Waves berichtet über die aktuelle Entwicklung der Abtreibungsgesetze, schildert die zum Teil dramatische Lage von Frauen unterschiedlicher Kontinente und legt Konzepte und Methoden vor, mit denen künftig ungewollte Schwangerschaften verhindert werden können.

 

 

Mein_Bauch_Veranstaltungsflyer.pdf

 

 

 

Bundestagsdebatte zu den Grundrechten intersexueller Menschen am 24.11.2011

 

"Die Deutungshoheit [...] über das Phänomen Intersexualität nicht länger der Medizin überlassen [...]"

Die Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen hatten am 13.04.2011 im Deutschen Bundestag den Antrag „Die Grundrechte von intersexuellen Menschen wahren“ (Dr. 17/5528) eingebracht. Die Fraktion will mit dem Antrag auf die prekäre Lebenssituation von vielen intersexuellen Menschen aufmerksam machen, die immer noch von Ausgrenzung und Stigmatisierungen geprägt ist.

 

Der Deutsche Ethikrat hatte im Auftrag der Bundesregierung am 2. Mai 2011 ein mehrstufiges Diskursverfahren zum Thema Intersexualität gestartet. Über dessen Ergebnisse soll nun Anfang des nächsten Jahres verhandelt und diskutiert werden.

 

Im Deutschen Bundestag kam es nun am 24.11.2011 gemäß des im April gestellten Antrages der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen zu einer erstmaligen Auseinandersetzung mit den Grundrechten intersexueller Menschen. Im Folgenden habt ihr/haben Sie die Möglichkeit, die Beiträge der jeweiligen Fraktionssprecher von Bündnis 90/ Die Grünen, der CDU/CSU, der SPD und der FDP hier nachzuverfolgen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Reminder

An dieser Stelle möchten wir gerne noch einmal auf folgende Veranstaltungen, die in dieser und in der nächsten Woche in Kooperation zwischen Georg Teichert (Gleichstellungsbeauftragter der Universität Leipzig), der Frauenkultur e.V. Leipzig, Frauen für Frauen e.V. Leipzig, dem Leipziger Runden Tisch gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, LEBENSZEITEN e.V. Leipzig, dem RGL (StuRa-Referat für Gleichstellung und Lebensweisenpolitik) sowie den Gleichstellungsbeauftragten der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät und FraGes/FraGes e.V. Leipzig stattfinden:

- Freitag, 02.12.: Vortrag

11.00 Uhr, HSG Hörsaal 8
Prof. Annette G. Beck-Sickinger: "Neue Strategien zur Therapie von Übergewicht" (Vortrag am dies academicus)

 

 

Das Cornelia Goethe Colloquium (Universität Frankfurt/ Main)

 

im Wintersemester 2011/ 2012 findet unter dem Titel

Mensch / Natur / Verhältnisse - Interdisziplinäre feministische Interventionen

 

statt. Wir verweisen dabei auf das Programm auf der Homepage des CCC.

 

 

 

FraGes-Projekte und Veranstaltungen von Oktober bis Dezember 2011

 

 

November/ Dezember 2011: Publikations- und Ausstellungsprojekt anlässlich des 100. Jahrestages des Internationalen Frauentages 2011

In Koordination mit dem Institut für Kunstpädagogik der Universität Leipzig und Georg Teichert (Gleichstellungsbeauftragter der Universität Leipzig); mit Unterstützung des Instituts für Soziologie

 

Ausstellung Professorinnenprogramm vom 23. November bis zum 2. Dezember

 

Detaillierte Informationen, Ablauf und Austellungsprogramm gibts hier

 

 

 

Culture and Sexuality - Online Umfrage zu Pornographie, Sexualität und Kultur

 

Liebe Interessierte.

Zur Erforschung von Mustern und Verbindungen zwischen dem Pornografiekonsum und sexuellen Wünschen und Phantasien und sogar Verhaltensweisen führt Dr. Chyng Sun, Medienwissenschaftlerin der NYU, eine breit angelegte, internationale Online-Befragung zu Sexualität, Pornografie und Kultur durch.

Nachdem Dr. Sun Untersuchungen zur Pornoindustrie sowie den Inhalten der Pornografie anstellte, verlagerte sie sich ihr Fokus auf das Publikum in Form von “small scale interviews“ (35 Teilnehmer).

Die Online-Befragung wird in einem Dutzend Länder weltweit durchgeführt. Dabei wird ein Minimum von 200 Teilnehmern angestrebt. Folgender Link führt zur Umfrage und den dazugehörigen Datenschutzrichtlinien:

http://www.surveymonkey.com/s/cultureandexperienceGermany

 

Wir unterstützen die Studie sehr gerne und freuen uns über Weiterleitung an weitere Teilnehmer.

 

 

Antrag im Bundestag: Grundrechte von intersexuellen Menschen wahren

 

Die Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen haben am 13.04.2011 im Deutschen Bundestag den Antrag „Die Grundrechte von intersexuellen Menschen wahren“ (Dr. 17/5528) eingebracht.

Die Fraktion will mit dem Antrag auf die prekäre Lebenssituation von vielen intersexuellen Menschen aufmerksam machen, die immer noch von Ausgrenzung und Stigmatisierungen geprägt ist.

 

Auch wir fordern - gemäß den Forderungen des Vereins Intersexuelle Menschen e.V.:

1) Keine nicht lebens- oder gesundheitsnotwendigen Eingriffe ohne informierte Einwilligung der betroffenen Menschen.

2) Schaffung verbindlicher "Standards of care" unter Einbezug der betroffenen Menschen und ihrer Organisationen

3) Aufnahme von Intersexualität in die Lehrpläne der Schulen und Berufsausbildungen.

4) Entschädigung und Rehabilitation geschädigter Betroffener.

5) Einarbeitung des Begriffes "Intersexualität" in geltendes Recht.

(Link folgt)

 

Darüber hinaus fordern wir eine umfassende Aufklärung und gesellschaftliche Enttabuisierung!

Den Antrag der Fraktion B´90/ Die Grünen findet ihr hier:

Grundrechte_von_intersexuellen_Menschen_wahren.pdf

 

 

 

Queerer Polyamorie-Stammtisch Halle-Leipzig

 


Falls ihr Interesse daran habt, euch mit den anderen Interessenten des Polyamorie-Stammtisches zu vernetzten, könnt ihr bei Facebook folgender Veranstaltung beitreten.

 

DAS ERSTE TREFFEN FINDET AM

8.7.2011 IN HALLE/SAALE

STATT. DER ORT WIRD NOCH BEKANNT GEGEBEN!

 

Um Zusagen wird gebeten. Gerne auch über frages@uni-leipzig.de, falls ihr nicht bei FACEBOOK seid.