

Margarete Bethe-Löwe:
Max Le Blanc (1865-1943) im Rektorornat, 1925/26, Öl
auf Leinwand, Kunstbesitz der Universität
Leipzig

Graphische Kunstanstalt Trenkler & Col, Leipzig nach Eugen Urban: Rektor
und Dekane im Jubiläumsjahr 1909, 1909, Dreifarbendruck nach Gemälde
(Öl
auf Leinwand), Kunstbesitz der Universität Leipzig

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Aus Anlass des 150-jährigen Jubiläums der Rektorkette
zeigt die Kustodie vom 4. November bis 2. Dezember eine Kabinettausstellung,
welche die Geschichte dieser prunkvollen Universitätsinsignie
beleuchten soll. Die Kette wird noch heute vom Rektor bei
feierlichen Anlässen getragen, wobei allerdings ein
Duplikat Verwendung findet.
Die Ausstellung präsentiert die wertvolle Originalkette
aus 14-karätigem Gold, die mit Smaragden und Rubinen
besetzt ist und außerdem ein feinmalerisches Email-Medaillon
umfasst. Die 1855 geschenkte Kette präsentiert sich
heute mit den aus Anlass des 500-jährigen Universitätsjubiläums
gestifteten Ergänzungen von 1909. Ursprünglich
umfasste die Kette als zusätzlichen Schmuck allein das – unten
als vergrößertes Kettenglied eingefügte und
als Emailarbeit ausgeführte – Große Universitätswappen
mit den Heiligen Laurentius und Johannes dem Täufer
unter einem gotischen Baldachin, sowie die darunter angehängte,
durch kleine Seitenketten zusätzlich hervorgehobene
Bildnismedaille des Stifters, König Johann von Sachsen.
Im Jahre 1909 wurden seitlich als separate Bildnismedaillen
die Portraits des damaligen sächsischen Königs
Friedrich August (links) sowie des Markgrafen von Meißen
Friedrich der Streitbare (rechts), des wichtigsten Förderers
der Universität im Zusammenhang mit ihrer Gründung
1409, hinzugefügt.
Die im „Renaissancestyl“ gehaltene Rektorkette
wurde der Hochschule am 27. Dezember 1855 in Dresden als
Geschenk König Johanns in einer feierlichen Zeremonie überreicht.
Dass die Gabe aus der königlichen Privatschatulle finanziert
wurde, darf als Hinweis auf eine besondere persönliche
Verbundenheit interpretiert werden. Außerdem hatte
der Regent den Thron erst im August 1854 bestiegen und das
Projekt offenbar schon bald danach in Angriff genommen.
Kunsthandwerklich handelt es sich bei der Leipziger Rektorkette
um ein ebenso hochwertiges wie aufwendiges Werk, das unter
den zeitgenössischen Vergleichsbeispielen seinesgleichen
sucht. Der Entwurf geht auf den Dresdener Künstler Hermann
Wiedemann zurück, die Ausführung war dem Leipziger
Goldschmiedeatelier Th. Strube und Sohn übertragen worden.
Das Rundmedaillon mit dem Profilbildnis König Johanns
war dagegen vom Ersten Graveur der Dresdener Münze Karl
Christian Friedrich Ulbricht geschaffen worden, der sich
dabei auf die im selben Jahr von Ernst Rietschel geschaffene
Büste des Königs stützte.
Zum Zeitpunkt der Schenkung 1855 stellten derartige Rektorketten
ein vergleichsweise junges und aus Sicht der Universitäten
nicht unumstrittenes Phänomen dar. Bis zur Schenkung
der Kette waren auch in Leipzig Zepter und Siegel die wichtigsten
Insignien des Rektors gewesen. Für die um Autonomie
bemühten Universitäten galt insbesondere die formale
Herleitung derartiger Rektorketten von den seit dem 16. Jahrhundert üblichen,
vom Landesherrn als Auszeichnung für persönliche
Verdienste verliehene „Gnadenketten“ (s. hierzu
in der Ausstellung das Portrait des Michael Wirth von 1606)
als problematisch. Diese Vorstellung wurde aber zusehends
vom Konzept der Amtskette überlagert, welche die dadurch
verkörperte Institution in den Vordergrund stellte.
Die Leipziger Rektorkette jedenfalls war schon in den Reden
anlässlich der Übergabe zur Insignie erklärt,
von der Hochschule als solche angenommen und als Symbol eines
gegenseitig verpflichtenden Bundes zwischen König und
Universität gedeutet worden.
Neben der Geschichte der Rektorkette der Universität
Leipzig werden in der Ausstellung u. a. auch die Rektorketten
der Deutschen Hochschule für Körperkultur und Sport
und der Pädagogischen Hochschule „Clara Zetkin“ in
Leipzig gezeigt. Zusätzlich zur Kabinettausstellung
kann während der Ausstellungsdauer auch die Studiensammlung
mit weiteren Insignien und Kunstschätzen aus 600 Jahren
Universitätsgeschichte besichtigt werden, die für
die Dauer der Sonderausstellung ebenfalls ganztägig
geöffnet ist.
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