 Totenschädel
Zeichnung, Bleistift, 1946

Grabmal des Theoderich in Ravenna, Studienblatt, Tinte und
Farbstifte, 1997

Sonne I
Collage, farbige Papiere
aus
der Folge "Begegnung mit Apoll", 1966-69

Lemurenhafte
Gruppe III
Blatt 44 aus: Jokoses Theatrum, 2000
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Aus Anlaß seines 75. Geburtstags ehrt die Kustodie den
Leipziger Künstler Arnd Schultheiß mit einer Ausstellung.
Unter dem Titel „Resümee“ zeigt sie Arbeiten
auf Papier in verschiedenen Techniken, darunter Zeichnungen,
Radierungen und Papier-Collagen, teils mit anderen Materialien
bereichert. Entfaltet werden dabei nicht allein sieben Jahrzehnte
reichen Schaffens, sondern zugleich eine große Vielfalt
künstlerischer Ansätze: Von Handzeichnungen, wie
der frühen Bleistiftstudie eines „Totenkopfes“ aus
dem Jahre 1946, und Radierungen über Papiercollagen, darunter
der umfängliche Zyklus „Begegnung mit Apoll“ von
1966-69, bis hin zu den mit Knöpfen, Kleiderbügeln
und anderen Materialien versehenen Papier-Collagen der Folge „Jokoses
Theatrum“ (1996-1999) spannt sich der Bogen. Die jüngsten
Arbeiten aus dem Jahr 2004 sind Reiseskizzen und Studien nach
alten Meistern. Die Mehrzahl der ausgestellten Arbeiten stammt
aus dem Besitz des Künstlers, ergänzt durch Bestände
der Kunstsammlungen der Universität Leipzig.
Arnd Schultheiß ist gebürtiger Leipziger und
stark durch diese Stadt und ihre künstlerischen Traditionen
geprägt: Im Jahre 1930 geboren, nahm er nach einer bereits
musisch geprägten Schulbildung ein Kunststudium an der
Hochschule für Grafik und Buchkunst auf. Im Anschluß an
das Grundstudium bei Elisabeth Voigt wurde er Meisterschüler
bei Max Schwimmer. Seit 1951 ist er in Leipzig als freischaffender
Maler, Grafiker und Publizist tätig, dem immer wieder öffentliche
Aufträge und Ankäufe öffentlicher Sammlungen,
Ehrungen (u. a. Kunstpreis der Stadt Leipzig, 1985) und Ämter
(u. a. Kultursenator des Freistaats Sachsen, 1993) zuteil wurden.
Ausgangsbasis des künstlerischen Schaffens von Arnd Schultheiß war
von Anfang an die Zeichnung nach der Natur, wobei die hier
gewonnenen Erkenntnisse vielfach in einem zweiten Schritt ins
Abstrakte gewendet wurden. Im Zentrum seines Interesses steht
die menschliche Figur, sowohl als Körper als auch als
Portrait. In dieser Hinsicht steht Schultheiß ganz in
einer Leipziger Tradition, die vor allem eine figürliche
ist. Immer wieder gehen seine Erkundungen in Richtung radikaler
Reduktion, auf die einfache Umrißlinie, wie bei bestimmten
Arbeiten von Rodin und Picasso, oder auf die abstrakt konturierte
Fläche, wie bei den Gouaches decoupées von Matisse,
wie dort verknüpft mit einer lebhaften Farbigkeit. Mit
der Schere aus farbigen Papieren geschnittene Figuren finden
sich insbesondere in dem Zyklus „Begegnung mit Apoll“,
in dem auch der Ikarus-Mythos und die Ermordung Marats thematisiert
sind. Zu den Höhepunkten seines zeichnerischen Werkes
gehören die Radierungsfolgen „Studien aus dem Konzertsaal“ I
u. II aus den 1980er Jahren, die aufgrund einer großzügigen
Schenkung des Künstlers auch in der Kunstsammlung der
Universität vertreten sind. Besonders originell und heiter
ist der Zyklus „Jokoses Theatrum“: In Form von
Papier-Collagen angelegte, technoid anmutende Figuren sind
mit allerlei Fundstücken ausformuliert, die von Knöpfen
und Apfelsinennetzen über Gürtelschnallen bis hin
zu Drahtkleiderbügeln reichen. Kennzeichnend für
diesen – farblich eher dunkel gehaltenen – Zyklus
ist ferner die häufige Verwendung von Lochstreifen aus
der frühen Computerdrucktechnik.
Die hier angerissenen
Werkkomplexe ergeben eine facettenreiche Ausstellung, die
von großem technischen Können, von der eigenständigen
Erkundung verschiedenster künstlerischer Pfade abseits
der gängigen Strömungen kündet.
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