Pressemitteilung 2020/162 vom

Die Universität Leipzig erinnert auch in diesem Jahr an die Sprengung der Universitätskirche St. Pauli am 30. Mai 1968 – wegen der Corona-Pandemie allerdings in anderer Form als in den Vorjahren. Virtuell können weltweit alle Interessierten an dem Gedenken teilhaben: Auf einer eigens angelegten Website wird ein Video zu sehen sein, in dem die Rektorin der Universität, Prof. Dr. Beate Schücking, an den „barbarischen Akt der Sprengung vor 52 Jahren“ erinnert. Dieser habe der Universität ihr historisches, geistliches und akademisches Herz genommen. An diesem Tag schaue sie aber auch auf das, was seit dem Verlust wieder erreicht wurde, betont die Rektorin mit Blick auf das 2017 eröffnete Paulinum – Aula und Universitätskirche St. Pauli.

Sprengung der Universitätskirche am 30. Mai 1968.

Sprengung der Universitätskirche am 30. Mai 1968. Foto: Universitätsarchiv

Auf der Website www.uni-leipzig.de/gedenken, die am Samstag freigeschaltet wird, ist auch ein „Kalenderblatt“ mit Informationen zur Geschichte der Universitätskirche sowie deren Sprengung zu finden. Außerdem gibt es online ein akustisches Highlight: Zu hören ist der Klang der 350 Jahre alten, restaurierten Universitätsglocke, die wie andere wertvolle Kunstgegenstände vor der Zerstörung gerettet wurde. Ihren neuen Platz hat sie im Dachreiter des Paulinum gefunden, von dem aus sie an jedem Jahrestag der Sprengung zum Gedenken läutet - so auch am Samstag um 11 Uhr.
Am Pfingstsonntag findet einen Universitätsgottesdienst im Paulinum statt, der online übertragen wird. Den Videogottesdienst hält der neue Universitätsprediger Prof. Dr. Frank M. Lütze, der in seiner Predigt ebenfalls an die Sprengung der Universitätskirche erinnern wird. Musikalisch begleitet wird der Gottesdienst von Universitätsorganist Daniel Beilschmidt und Universitätsmusikdirektor Prof. David Timm an der Orgel sowie dem Leipziger Universitätschor.

Am 24. Mai 1968 besiegelten die Leipziger Stadtverordneten das Schicksal der einstigen Universitätskirche St. Pauli am Leipziger Augustusplatz. Sechs Tage später wurde das Gotteshaus trotz zahlreicher Proteste gesprengt.