17.–20. Mai 2021 Themenwoche gegen sexualisierte Diskriminierung und Gewalt
17.–20. Mai 2021 Themenwoche gegen sexualisierte Diskriminierung und Gewalt

Nicht erst seit der #MeToo-Debatte steht fest, dass sexualisierte Diskriminierung und Gewalt ein gesamtgesellschaftliches Problem ist. Auch Universitäten sind nicht frei davon, insbesondere aufgrund bestehender Abhängigkeitsverhältnisse und hierarchischer Strukturen. Die Universität Leipzig möchte ein sicherer Raum für alle Menschen sein. Um dieses Ziel zu erreichen, soll die Themenwoche #EsGehtUnsAn – Hochschule gegen sexualisierte Diskriminierung und Gewalt vom 17. bis 20. Mai 2021 sensibilisieren und Möglichkeiten struktureller und individueller Prävention aufzeigen.

Fortbildungen & Workshops

Hochschulmitgliedern und -angehörigen werden diverse Fortbildungen und Workshops zu Empowerment, Allyship und zur Weiterbildung angeboten.

 

Aktionen & Fotokampagne

Fakultäten, Institute und Einrichtungen können sich mit eigenen Aktionen oder durch die Teilnahme an einer hochschulweiten Fotokampagne beteiligen.

 

Infoportal

Infos und Fakten zur Thematik, Empfehlungen für Maßnahmen zur Prävention und weitere Beiträge bietet das Infoportal zur Themenwoche.

 

Montag, 17.05.

Bei Diskriminierung und Grenzüberschreitung souverän handeln.

Anmeldung erforderlich. Leitung: Petra Woocker

Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt (SDG) wird in vielfältiger Art und Weise ausgeübt – verbal, nonverbal bzw. auch durch tätliche Angriffe. Sowohl das Gleichstellungsrecht der Bundes- und Landesgesetzgebung als auch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) sind die wichtigsten rechtlichen Vorgaben, um SDG entgegenzutreten. Im alltäglichen Verwaltungshandeln sind insbesondere die Beauftragten sowie Beratungs- und Beschwerdestellen gefordert, diese gesetzlichen Vorgaben umzusetzen. Betroffene bringen in eine Erstberatung neben den ggf. belastenden Erlebnissen eine Vielfalt und Komplexität von Emotionen, Verletzlichkeiten und Erwartungen mit. Diesem Gefüge gerecht zu werden, kann für die Beratenden herausfordernd sein. Petra Woocker gibt einen kurzen Einblick in die maßgeblichen rechtlichen Vorgaben, zeigt auf, welche Möglichkeiten Beratende haben und spricht Punkte an, die es im Gespräch zu beachten gilt.

Zielgruppe: Der Workshop richtet sich an mögliche Erstkontaktpersonen, die auf Grund ihrer Funktion oder Rollenbeschreibung Anlaufstelle sind, z.B. Interessenvertretungen, Beauftragte, Beratungs- und Beschwerdestellen.

ANMELDUNG

Gleichstellungsbeauftragte der Fakultät für Physik und Geowissenschaften, Prof.in Dr.in Mareike Zink

Anmeldung erforderlich.

Bitte melden Sie sich vorab per E-Mail unter gleichstellung@physik.uni-leipzig.de an.

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Begrüßung und Einführung

Begrüßung und Einführung mit Katja Meier, Staatsministerin der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung und Schirmherrin der Themenwoche (Videobotschaft), Dr.in Gesine Märtens, Staatssekretärin im Sächsischen Staatsministerium der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung, Prof.in Dr.in Beate A. Schücking, Rektorin der Universität Leipzig und Georg Teichert, Leiter der Stabsstelle Chancengleichheit, Diversität und Familie. Die Veranstaltung findet live auf YouTube statt.

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Psychosoziale Beratung des Studentenwerks Leipzig, Ruth Dölemeyer

Studierende, die Erfahrung mit sexualisierter Gewalt oder sexuellen Übergriffen gemacht haben, erhalten hier fachkundigen Erstkontakt. In einem bis zu halbstündigen individuellen Beratungstermin können Sie mit einer Expertin über diese Belastungserfahrungen sprechen. Ruth Dölemeyer ist Psychologische Psychotherapeutin und Leiterin der Psychosozialen Studierendenberatung des Studentenwerks Leipzig mit langjähriger Expertise und Erfahrung. Dieses erste Gespräch ersetzt keine reguläre Beratung im psychotherapeutischen Verständnis, sondern kann weitere Handlungsoptionen aufzeigen. Durch die genutzte Plattform „RED connect“ können Sie sich der Vertraulichkeit und Einhaltung des Datenschutzes gewiss sein. Der Erstkontakt kann im Anschluss nach Terminvereinbarung in einer Einzelberatung weitergeführt werden.

Anmeldung erforderlich.

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Zentraler Gleichstellungsbeauftragter, Georg Teichert

Georg Teichert, Gleichstellungsbeauftragter der Universität Leipzig, berät und unterstützt Betroffene sowie Zeug:innen im Falle von sexualisierter Diskriminierung und Gewalt. Alle Angaben werden vertraulich behandelt und ohne Ihre Zustimmung findet keine weitergehende Aktivität statt. Was Sie tun, entscheiden Sie selbst.

Anmeldung erforderlich.

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#SofaGate nicht mit uns. Wie wir Macht und Arroganz körpersprachlich aushandeln

Anmeldung erforderlich. Leitung: Anja Hennigsmeyer

Als Fallbeispiel dient uns der kürzliche, unter #SofaGate eingegangene Staatsbesuch in der Türkei, bei dem EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen aufs Sofa verwiesen wurde, während ihr Kollege, EU Ratspräsident Charles Michel, neben den türkischen Staatschef Erdoğan platziert wurde. Wir schauen wir uns anhand dieses Beispiels ganz praktisch an, was eine solche Situation für die Beteiligten bedeutet und was Handlungsoptionen sind. Dieser Workshop geht auf Genderkommunikation, auf verschiedene Kommunikationsebenen und -welten ein, wie sie die Soziolinguistin Deborah Tannen seit Jahrzehnten eingehend erforscht. Der Workshop ist für alle Gender passend und zielt darauf ab, die Täter-Opfer-Perspektive zu überwinden, um in schwierigen Situationen einen größeren Handlungsspielraum zu gewinnen und selbstbewusst agieren zu können. Denn sexualisierte Gewalt findet nicht unbedingt von einem Moment auf den anderen statt, sondern baut sich häufig durch kleinere verbale oder körpersprachliche Übergriffe auf.

Zur Person: Anja Henningsmeyer ist Geschäftsführerin des Netzwerkes der 13 hessischen Hochschulen, der hessischen Film- und Medienakademie (hFMA), Autorin des Buches „Denn Sie wissen, was Sie tun. Wie Frauen erfolgreich verhandeln.“ (Campus Verlag) und Hauptschöffin am Amtsgericht Frankfurt. Als zertifizierte Verhandlungsführerin gibt sie in zahlreichen Hochschulen und Unternehmen Seminare zu 'gelingender Kommunikation': Verhandeln, Präsentieren, Business Netzwerken.

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Dienstag, 18.05.

Bei uns doch nicht! Workshop für Beschäftigte mit Personalverantwortung.

Anmeldung erforderlich. Leitung: Evelyn Reinecke

Studien zeigen, dass jede zweite Frau und jeder fünfte Mann schon einmal am Arbeitsplatz sexuell belästigt worden sind. Ein solcher Vorfall ist keine Bagatelle, sondern hat für die Betroffenen vielfältige Auswirkungen. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) nimmt Arbeitgeber:innen in die Pflicht, alle Mitarbeitenden vor sexueller Belästigung zu schützen. Die Umsetzung dieses Auftrages wirft oftmals viele Fragen und Unsicherheiten auf und da die Thematik sehr heikel ist, schauen viele Führungskräfte – meist aus Hilflosigkeit oder Unsicherheit – lieber weg oder verharmlosen die Situation. Evelyn Reinecke gibt Führungskräften einen einordnenden Überblick zu wichtigen Aspekten der Thematik und klare Hinweise für ihre Handlungssicherheit.

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Für mich ist das ein Wohlfühlraum. – FLINT*Q-Räume gestalten

Anmeldung erforderlich. Leitung: Queer_Topia*

In diesem Workshop sprechen wir über FLINTQ* (FrauenLesbenInter*Nicht-binärTrans*Queer)-Räume. Dazu werden wir uns mit folgenden Fragen beschäftigen: Wieso sind uns diese Räume wichtig? Werden wir den eigenen Ansprüchen, Räume zu kreieren, die mit den kritisierten Verhältnissen brechen, gerecht? Wie können wir der Abwehr, die diese Räume hervorrufen, begegnen? Für wen sind diese Räume wie zugänglich? Wie können wir den Zugang für inter*-, nicht-binäre und trans*-Menschen vereinfachen? Und wie können wir FLINT*Q-Räume weiterdenken?

Zielgruppe: Der Workshop ist offen für FLINT*Q-Studerende der Universität Leipzig.

Zur Person: Der Workshop wird von queer_topia* durchgeführt. queertopia.blogsport.de, ig,fb: queer_topia*.

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Wege zur Selbsthilfe: Was tun, wenn ich betroffen bin?

Gast: Susann Neuber, Frauenbeauftragte & Ansprechperson LGBTTIQ*-Personen Polizei Leipzig

Wer mit sexualisierter Diskriminierung oder Gewalt konfrontiert wird, ist zunächst oftmals sprachlos. Hauptkommissarin Susann Neuber ist Frauenbeauftragte und Ansprechperson für LSBTTIQ* bei der Polizeidirektion Leipzig. Im Gespräch mit Georg Teichert erklärt sie, was man tun kann und zeigt Wege zur Selbsthilfe auf.

ZOOM-LINK Meeting-ID: 622 5727 1231, Kenncode: 743551

Was ist strafbar? – Wir erklären es.

Gäste: Prof.in Dr.in Elisa Hoven und Barbara Wiedmer

Sexual- und geschlechtsbezogene Kriminalität ist im Strafrecht in den unterschiedlichsten Fallkonstellationen relevant. Einen Überblick liefern Prof. Dr. Elisa Hoven und ihre wissenschaftliche Mitarbeiterin Barbara Wiedmer. Sie erklären die Strafbarkeit von Trennungstötungen und Femiziden, ob frauenfeindliche und homophobe Motive zu einer schweren Strafe führen können, sowie das neue Sexualstrafrecht: Was bedeutet "Nein heißt Nein" eigentlich rechtlich, was ist eine sexuelle Belästigung und ist "Catcalling" strafbar?

ZOOM-LINK Meeting-ID: 648 0351 2492, Kenncode: 342751

Zentraler Gleichstellungsbeauftragter, Georg Teichert

Georg Teichert, Gleichstellungsbeauftragter der Universität Leipzig, berät und unterstützt Betroffene sowie Zeug:innen im Falle von sexualisierter Diskriminierung und Gewalt. Alle Angaben werden vertraulich behandelt und ohne Ihre Zustimmung findet keine weitergehende Aktivität statt. Was Sie tun, entscheiden Sie selbst.

Anmeldung erforderlich.

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Mittwoch, 19.05.

Schau nicht weg – Workshop für Mitarbeitende

Anmeldung erforderlich. Leitung: Frauenhorizonte

Sexualisierte Diskriminierung an der Hochschule: Wahrnehmen – Erkennen – Handeln. Ein Arbeitsklima, das ein faires Miteinander auf Augenhöhe gewährleistet, sollte für alle Arbeitsbereiche einer Hochschule maßgeblich sein. Dazu ist es notwendig, auch das Themenfeld sexualisierter Diskriminierungen zu enttabuisieren und auf kollegialer Ebene und im universitären Alltag deutliche Zeichen gegen Grenzüberschreitungen zu setzen.

In einem interaktiven Workshopformat beleuchten die Referentinnen Hintergründe und Auswirkungen sexualisierter Diskriminierungen am Arbeitsplatz Hochschule, ergänzt um (straf-)rechtliche Aspekte. Als langjährige Expertinnen sensibilisieren sie außerdem für Bedürfnisse der Betroffenen und zeigen Maßnahmen zu deren Schutz auf. Wie man unterstützend vorgehen kann, wird anhand von Fallbeispielen praxisnah für den Hochschulkontext erläutert – sowie in einer abschließenden Fragerunde besprochen.

Dozierende Personen: Pia Kuchenmüller und Daniela Been gehören zum Team aus Sozialpädagoginnen und Psychologinnen bei Frauenhorizonte – Gegen sexuelle Gewalt e.V. in Freiburg, einer Anlauf- und Fachberatungsstelle für Frauen, die sexuelle Belästigung, Übergriffe oder andere Formen sexualisierter Gewalt erlebt haben.

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Zusammen sind wir stärker – Das Einmaleins der Verbündetenschaft

Anmeldung erforderlich. Leitung: Queer_Topia*

Das Konzept der Verbündetenschaft (engl. allyship) beschreibt Strategien, wie Menschen mit gewissen Privilegien jene unterstützen können, die diese Privilegien nicht haben. Dazu werden wir folgende Fragen bearbeiten: Was bedeutet Verbündetenschaft? Wo liegen die Ursprungsideen? Wer kann mit wem verbündet sein und warum? Wie kann ich mit meinen Privilegien achtsam umgehen und sie teilen? Wie kann ich mich mit anderen verbünden?

Zielgruppe: Der Workshop ist offen für Studierende der UL aller Geschlechter.

Dozierende Person: Der Workshop wird von queer_topia* durchgeführt. queertopia.blogsport.de, ig,fb: queer_topia*.

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Was ist eigentlich Männerarbeit?

Gast: Tobias Lohs, LEMANN e.V.

Der Verein LEMANN e.V. eröffnet über Angebote und Projekte, Jungen und Männern den Raum, sich mit ihren Ansichten über männliche Rollen und Rollenvorbilder auseinanderzusetzen und einen authentischen und beweglichen Bezug dazu zu entwickeln.

Tobias Lohs erklärt im Gespräch, wie der Verein dazu beitragen möchte, integrierte Männlichkeit(en) im Leben des Einzelnen sowie im partnerschaftlichen, familiären und gesellschaftlichen Zusammenleben zu entwickeln und zu stärken.

ZOOM-LINK Meeting-ID: 625 7561 8634, Kenncode: 532862

Anonym beschweren – Welche Möglichkeiten bringt die Digitalisierung? Beispiel Evermood

Referentin: Marie Nitze 

Egal ob Sorgen, Konflikte oder gesundheitliche Anliegen. Hoher Arbeits- und Erfolgsdruck, ständige Erreichbarkeit auf unterschiedlichen Kanälen, Konflikte, die nicht angesprochen werden – was Einzelne individuell belastet, ist für Institutionen ein echter wirtschaftlicher Schaden. Es ist wichtig, dass Studierende und Mitarbeitende jederzeit hilfreiche Antworten und die richtigen Ansprechpersonen finden. Welche Möglichkeiten und Vorteile bieten digitale Tools? Evermood heißt das Startup von Lara von Petersdorff und Marvin Homburg, mit dem sie Teams gesünder und stärker machen. Sie haben an der WWU Münster Betriebswirtschaft studiert. Die Förderung durch das EXIST-Stipendium 2018/2019 und das breite Netzwerk fachbereichsübergreifender Expert:innen bestehend aus Psycholog:innen, Konfliktberater:innen und Anti-diskriminierungsbeauftragen ermöglichte dem Team einen intensiveren Forschungsprozess und letztlich den Markteintritt auf hohem Niveau. Eine Ausgründung und Erfolgsstory, die Mut macht, schwierige Themen in Forschung, Transfer und Organisationen gemeinsam anzugehen. Referentin: Marie Nitze, Account Executive bei Evermood

ZOOM-LINK Meeting-ID: 629 8885 7512, Kenncode: 068132

Frauenberatungsstelle, Frauen für Frauen e.V.

Sexualisierte Gewalt setzt sich aus verschiedenen Formen zusammen, wie beispielsweise sexuelle Belästigung, sexualisierte Übergriffe, Missbrauch, Stealthing und Vergewaltigung. Die Gewalt zeichnet sich durch Manipulation, Überredung, Zwang, Drohung oder körperliche Gewalt aus. Sollten Sie solche Erfahrungen gemacht haben, bietet die Expertin der Leipziger Beratungsstelle Frauen für Frauen, Viola Butzlaff, eine erste Kontaktmöglichkeit. In einem vertraulichen 1:1-Gespräch wird Ihr Anliegen besprochen.

Ansprechperson: Viola Butzlaff ist Sozialpädagogin und Sexualwissenschaftlerin und arbeitet in der Fach- und Beratungsstelle bei sexualisierter Gewalt im Verein Frauen für Frauen e.V. Leipzig. Frauen für Frauen ist  mit der Fach- und Beratungsstelle bei sexualisierter Gewalt, mit der Koordinierung- und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt und Stalking (KIS) sowie dem Frauenberatungsstelle Anlaufpunkt für Frauen, die mit bedrohlichen Situationen konfrontiert sind. Im Akutfall bietet der Verein mit dem 1. Autonomen Frauenhaus sowie dem Schutzhaus S.H.E. sichere Räume.

Anmeldung erforderlich.

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Frauenberatungsstelle, Frauen für Frauen e.V.

Sexualisierte Gewalt setzt sich aus verschiedenen Formen zusammen, wie beispielsweise sexuelle Belästigung, sexualisierte Übergriffe, Missbrauch, Stealthing und Vergewaltigung. Die Gewalt zeichnet sich durch Manipulation, Überredung, Zwang, Drohung oder körperliche Gewalt aus. Sollten Sie solche Erfahrungen gemacht haben, bietet die Expertin der Leipziger Beratungsstelle Frauen für Frauen, Viola Butzlaff, eine erste Kontaktmöglichkeit. In einem vertraulichen 1:1-Gespräch wird Ihr Anliegen besprochen.

Ansprechperson: Viola Butzlaff ist Sozialpädagogin und Sexualwissenschaftlerin und arbeitet in der Fach- und Beratungsstelle bei sexualisierter Gewalt im Verein Frauen für Frauen e.V. Leipzig. Frauen für Frauen ist  mit der Fach- und Beratungsstelle bei sexualisierter Gewalt, mit der Koordinierung- und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt und Stalking (KIS) sowie dem Frauenberatungsstelle Anlaufpunkt für Frauen, die mit bedrohlichen Situationen konfrontiert sind. Im Akutfall bietet der Verein mit dem 1. Autonomen Frauenhaus sowie dem Schutzhaus S.H.E. sichere Räume.

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Zentraler Gleichstellungsbeauftragter, Georg Teichert

Georg Teichert, Gleichstellungsbeauftragter der Universität Leipzig, berät und unterstützt Betroffene sowie Zeug:innen im Falle von sexualisierter Diskriminierung und Gewalt. Alle Angaben werden vertraulich behandelt und ohne Ihre Zustimmung findet keine weitergehende Aktivität statt. Was Sie tun, entscheiden Sie selbst.

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Donnerstag, 20.05.

Ich lehr´ aware. Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt wahrnehmen, eine Haltung als Lehrende:r definieren und Handlungsstrategien entwickeln.

Anmeldung erforderlich.

Leitung: Olenka Bordo Benavides

Der Workshop bietet eine Einführung für Lehrende im Umgang mit sexualisierter Diskriminierung und Gewalt. Es wird ein Austausch angeboten, während dem die Teilnehmenden im Prozess der Professionalisierung sensibilisiert werden, die Wahrnehmung für sexualisierte Diskriminierung und Gewalt zu schärfen, um u.a. die eigene Handlung zu reflektieren. Ebenso wird eine Reflexion über die eigene diskriminierungs- und gewaltkritische Haltung angestoßen. Diese gestärkte Haltung unterstützt Lehrende darin, Handlungsstrategien zu thematisieren und zu entwickeln, um für die kritische Haltung auch klar und bestimmt einzutreten und um die Lehre "aware" zu gestalten.

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Sexualisierte Gewalt in der Evangelischen Kirche in Deutschland, Referentin: Nicole Toms

Lange Zeit dachte man, sexualisierte Gewalt und Kirche seien Begriffe, die nichts miteinander zu tun haben. Spätestens seit dem Bekanntwerden der Missbrauchsvorfälle in der katholischen Kirche 2010 wurde deutlich, dass dies leider nicht so ist. Auch im Raum der evangelischen Kirche wurden seitdem immer mehr Fälle sexualisierter  Gewalt bekannt. Seit Juli 2020 unterstützt und verzahnt die neue Fachstelle Sexualisierte Gewalt im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) die vielfältigen Anstrengungen gegen sexualisierte Gewalt in den Landeskirchen sowie in den verschiedenen Gremien auf der Ebene der EKD. Nicole Toms, Mitarbeiterin der Fachstelle Sexualisierte Gewalt der EKD, wird in diesem Vortrag eine inhaltliche Einführung in das Thema geben und die Arbeit der Fachstelle vorstellen.

Der Vortrag ist ein Angebot der Theologischen Fakultät im Rahmen der Themenwoche #EsGehtUnsAn! Hochschule gegen sexualisierte Diskriminierung und Gewalt der Universität Leipzig.

Anmeldung erforderlich.

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Bitte melden Sie sich per E-Mail bei der Veranstaltung an, um einen Zoom-Link zu erhalten. Es gelten die Datenschutzerklärung und die Datenschutzhinweise zu „Zoom“ der Universität Leipzig sowie die Hinweise zur Veranstaltungsteilnahme.

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Gleichstellungsbeauftragte der Fakultät für Physik und Geowissenschaften, Prof.in Dr.in Claudia Schnohr

Anmeldung erforderlich.

Bitte melden Sie sich vorab per E-Mail unter gleichstellung@physik.uni-leipzig.de an.

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Gleichstellungsbeauftragte, Fakultät für Mathematik und Informatik, Vanessa Kretzschmar

Anmeldung erforderlich. 

Bitte melden Sie sich vorab per E-Mail unter gleichstellungsbeauftragte.fmi@math.uni-leipzig.de an.

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Ausblick und Verabschiedung

Zum Abschluss der Themenwoche schauen Georg Teichert und die Sprecherin der Dekan:innen, Prof.in Dr.in Rose Marie Beck, gemeinsam auf die Workshops und Gesprächsrunden der vergangenen Woche zurück und erörtern die Frage, wie es weitergehen kann. Was brauchen und wünschen sich die Fakultäten und zentralen Einrichtungen und wie geht die Universität künftig mit dem Thema sexualisierte Diskriminierung und Gewalt auf dem Campus um?

Die Veranstaltung findet live auf YouTube statt.

YouTube-Link

Fotokampagne

Jetzt mitmachen! Werden Sie Teil unserer hochschulweiten Fotokampagne, um gemeinsam ein Zeichen gegen sexualisierte Diskriminierung und Gewalt zu setzen. Drucken Sie dazu das Logo im Format A4 oder A3 aus. Halten Sie es allein oder gemeinsam hoch, lassen Sie ein Foto machen und schicken Sie dieses inkl. Einverständniserklärung(en) zur Veröffentlichung per E-Mail. Die Fotos werden in einer Galerie auf der Website zur Aktionswoche im Internet veröffentlicht. Machen Sie mit, denn gemeinsam erreichen wir mehr! Der Zugriff auf die Einverständniserklärung funktioniert nur, wenn Sie sich im Intranet der Universität Leipzig befinden.

Logos Fotokampagne
PDF 1 MB

Einverständniserklärung (deutsch)

Einverständniserklärung (englisch)

Georg Teichert, Zentraler Gleichstellungsbeauftragter und Frauenbeauftragter der Universität Leipzig bezieht in der Fotoaktion klar Position.

Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt

Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt haben an unserer Universität keinen Platz. Wenden Sie sich an den Zentralen Gleichstellungsbeauftragten, dezentrale Gleichstellungsbeauftragte oder die AGG-Beschwerdestelle oder andere Anlaufstellen, um Hilfe zu erhalten.

Sexualisierte Diskriminierung

Was ist sexualisierte Diskriminierung und Gewalt? Hierunter wird ein unerwünschtes, sexualisiert bestimmtes Verhalten verstanden, welches bezweckt oder bewirkt, dass die Würde der betreffenden Person verletzt wird. Wann etwas als unerwünscht bzw. grenzüberschreitend empfunden wird, ist individuell. Zu einem respektvollen Umgang zählt, die persönlichen Grenzen der Mitmenschen zu wahren. Grundsatz: Flirten geschieht in beiderseitigem Einvernehmen, diskriminierendes Verhalten nicht!

Formen von sexualisierter Diskriminierung bzw. Gewalt können sein:

  • unerwünschte sexuelle Handlungen, wie unerwünschte und unnötige körperliche Nähe,
  • die Aufforderung zu unerwünschten sexuellen Handlungen,
  • (scheinbar zufällige) sexuell bestimmte körperliche Berührungen,
  • Äußerungen sexuellen Inhalts wie beispielsweise obszöne Witze oder sexuelle Anspielungen,
  • unerwünschtes Zeigen und sichtbares Anbringen von pornografischen Darstellungen.

Sexualisierte Diskriminierung ist verboten.

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), das sächsische Frauenförderungsgesetz (SächsFFG) und die Dienstvereinbarung Konfliktlösung am Arbeitsplatz verbieten sexualisierte Diskriminierung bzw. Gewalt am Arbeitsplatz. Sexualisierte Diskriminierung ist ein Dienstvergehen oder eine Verletzung der arbeitsvertraglichen Pflichten (§16 III SächsFFG). Seit 2016 ist gemäß §184i Strafgesetzbuch (StGB) körperliche sexualisierte Belästigung strafbar.

Diskriminierung im Alltag?

Das ist nicht selten. Sexualisierte Diskriminierung tritt in vielen Facetten auf und ist kein Randphänomen. Gemäß einer Studie der Ruhr-Universität Bochum erfahren während der Zeit des Studiums 54,7 % der weiblichen Studierenden sexualisierte Diskriminierung.1 Die Übergriffe gingen von Lehrenden, anderen Hochschulangestellten sowie Kommiliton_innenaus. Eine Studie des Bundesministeriums für Familie, Frauen, Senioren und Jugend (BMFSFJ) bestätigt, dass 65 % der berufstätigen Frauen bereits sexualisierte Diskriminierung erlebt haben.2

Sexualisierte Diskriminierung bzw. Gewalt umfasst verbale und nonverbale, sowie offene und verdeckte Übergriffe. Betroffen sind mehrheitlich Frauen, aber auch Männer sowie trans* und inter* Personen. Häufig wird ein Machtgefälle oder Abhängigkeitsverhältnis einseitig sexualisiert und damit aufrechterhalten. Mit Sexualität hat das nichts zu tun, weshalb statt „sexueller Belästigung“ der Begriff der sexualisierten Diskriminierung bzw. Gewalt zutreffend ist.

Nicht wegschauen

„Na, Mäuschen?“ –Sexualisierte Diskriminierung kann Betroffene krankmachen und das Betriebsklima vergiften. Sollten Sie sexualisierte Diskriminierung bzw. Gewalt in Ihrem Arbeitsoder Studienumfeld beobachten, helfen Sie der betroffenen Person. Achten Sie dabei auf Ihre eigenen Grenzen und helfen Sie nur im Rahmen Ihrer Möglichkeiten.

Für Betroffene ist ein Gespräch mit einer unbeteiligten Person oft ein schwerer und mutiger Schritt, weil sie in der Regel mit den Menschen im Arbeits-oder Studienumfeld noch längere Zeit weiterarbeiten muss.

Wichtig: Betroffene suchen die Schuld oft bei sich. Machen Sie der Person deutlich, dass für ihr Handeln ausschließlich die diskriminierende Person verantwortlich ist.

Mut schafft Respekt

  1. Gegenwehr fängt in vermeintlich unscheinbaren Situationen an: Lachen Sie nicht mit, wenn sexistische Sprüche oder Witze gemacht werden. Verdeutlichen Sie der Sprüche klopfenden Person, dass ihr Verhalten nicht erwünscht ist.
  2. Sprechen Sie Personen in Ihrem Arbeits-oder Studienumfeld an, wenn Sie vermuten oder miterleben, dass diese sexuell diskriminiert werden.
  3. Sofern Sie selbst betroffen sind: Verweigern Sie die Opferrolle. Versuchen Sie nicht aus der Situation zu flüchten oder diese zu überspielen, da dies vom Gegenüber als Erfolg gewertet und zu weiteren Konfrontationen führen kann. Treten Sie der Person deutlich, ruhig und souverän entgegen. Sprechen Sie langsam und so laut, dass auch das Umfeld es mitbekommt.

Eine ruhige und entschlossene Zurückweisung aufdringlichen Verhaltens kann Ihnen viel Respekt einbringen. Eine deutliche Gegensprache oder Beschwerde darf dem eigenen Ruf oder der eigenen Karriere nicht schaden. Diskriminierende Personen sind meist schon vorher negativ aufgefallen, ohne dass jemand entgegengetreten ist.

Flirt oder Übergriff?

Verbale und nonverbale Formen der sexualisierten Diskriminierung bzw. Gewalt werden nicht selten verharmlost. Oft wird unterstellt, die betroffene Person habe den Flirtversuch oder das „Kompliment“ falsch verstanden oder der Umgang in der Institution sei eben etwas gröber. Eine Grenze ist dabei jedoch ganz klar: Flirten geschieht in beiderseitigem Einvernehmen, diskriminierendes Verhalten nicht.

Haftungshinweis

Alle Angaben ohne Gewähr. Für Inhalte verlinkter Seiten sind ausschließlich deren Betreibende verantwortlich.

Quellen

1 Thomas Felteset al., Gender Based Violence, Stalking, and Fear of Crime. Länderbericht Deutschland, Bochum 2012, S. 19.
2 Ursula Müller et al., Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland – Langfassung Teil 1, Berlin 2005, S. 92.

 

Verweigern Sie die Opferrolle. Versuchen Sie nicht aus der Situation zu flüchten und diese zu überspielen, da dies vom Gegenüber als Erfolg gewertet und zu weiteren Konfrontationen führen kann. Wehren Sie sich, sofern es Ihnen möglich ist, gegen sexualisierte Diskriminierung bzw. Gewalt im Arbeits- oder Studienumfeld. Treten Sie der Person deutlich, ruhig und souverän entgegen. Sprechen Sie langsam und so laut, dass auch das Umfeld es mitbekommt.

Machen Sie der betreffenden Person deutlich, dass Sie sich in sexualisierter Weise diskriminiert fühlen und kündigen Sie Konsequenzen an. Führen Sie ein Gedächtnisprotokoll, um die Übergriffe zu dokumentieren. Versuchen Sie eine Person Ihres Vertrauens zu finden, um die weiteren Schritte zu planen.

Wichtig: Suchen Sie die Schuld nicht bei sich. Ausschließlich die diskriminierende Person ist für ihr Handeln verantwortlich. Eine deutliche Gegensprache oder Beschwerde schadet dem eigenen Ruf oder der eigenen Karriere nicht. Diskriminierende Personen sind meist schon vorher negativ aufgefallen, ohne dass jemand entgegengetreten ist. Darum nehmen Sie Ihre Gefühle ernst und reagieren Sie entscheiden.

In jedem Fall können Sie sich zu weiteren Handlungsoptionen vertraulich an eine Erst- bzw. Verweisberatungsstelle wenden:

Förmliche Beschwerde

Beschäftigte können sich bei sexualisierter Diskriminierung bzw. Gewalt an die Beschwerdestelle nach Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz (AGG) wenden. Beschwerden nimmt auch der Zentraler Gleichstellungsbeauftragte entgegen. Er berät und unterstützt Sie bei der Bewältigung der Folgen der Diskriminierung und bei der Wahrnehmung Ihrer Rechte. Sie können sich bei jedem Schritt von einer, auch außeruniversitären, Person Ihres Vertrauens begleiten lassen.

Welche Folgen können eintreten?

Die Dienststellenleitung ist verpflichtet, die zur Überprüfung der Beschwerde erforderlichen Ermittlungen zu veranlassen und bei festgestellter sexualisierter Diskriminierung die im Einzelfall angemessenen disziplinarrechtlichen oder arbeitsrechtlichen Maßnahmen zu ergreifen. Darüber hinaus können die diskriminierende Person Sanktionen treffen, wie Abmahnung, Kündigung, Hausverbot oder ein Disziplinarverfahren.

Haftungshinweis

Alle Angaben ohne Gewähr. Für Inhalte verlinkter Seiten sind ausschließlich deren Betreibende verantwortlich.

Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt verhindern

Unser Leidfaden soll Sie ermutigen, sich gegen sexualisierte Diskriminierung und Gewalt zu wehren bzw. Betroffenen die richtige Hilfe zu vermitteln.

Der Leitfaden enthält den Einleger "Wege zur Selbsthilfe", den Sie Betroffenen bei Bedarf aushändigen können. Darauf befinden sich Informationen zu den Beratungsthemen und -stellen unserer Universität und externen Anlaufstellen. Der Leitfaden ist digital in deutscher Sprache sowie als barrierefreie Version verfügbar.

Das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ können Sie rund um die Uhr unter der Nummer 08000 116 016 erreichen. Es ist kostenlos, auf Wunsch anonym und über die Internetseite auch mit Gebärdendolmetschung erreichbar. Es handelt sich um ein Angebot des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben.

Das Hilfetelefon arbeitet mit Dolmetscherinnen, so dass eine telefonische Beratung auch in den Sprachen Türkisch, Polnisch, Russisch, Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Italienisch, Serbokroatisch, Bulgarisch, Rumänisch, Persisch, Vietnamesisch, Mandarin und Arabisch möglich ist.

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